Aus dem täglichen Umgang mit Schriftstellern und Künstlern in der
Berliner autorenbuchhandlung wuchs die Idee eines im Frühjahr und Herbst erscheinenden Literatur- und Kulturmagazins.

Heute entstehen die Geistesblüten im eigenen, auch für Ausstellungen genutzten Raum am eleganten Walter-Benjamin-Platz direkt am Kurfürstendamm.

Tagsüber arbeiten wir dort an Kulturprojekten, empfehlen Ihnen Bücher aus unserem kuratierten Sortiment aus Belletristik, Kunst, Kultur, Kinder- und Jugendbuch und abends veranstalten wir besondere Lesungen und begrüßen Sie im Rahmen des Salon Agora Benjamin zu besonderen Gesprächen.

Ein Ortswechsel? Nicht ganz. Nur mehr Konzentration.

Ganz im Sinne der Schriftsteller und Künstler haben wir aber für die Abendveranstaltungen der Geistesblüten einen ruhigeren Ort gefunden.

Wir stehen in der Tradition der literarischen Begegnungen, die wir in der autorenbuchhandlung in der Carmerstraße und im Else-Ury-Bogen erlebt haben. Seit 1. September 2018 begrüßen wir Sie mit den Geistesblüten im neuen, konzentrierten Ausstellungs- und Veranstaltungsraum am Walter-Benjamin-Platz 2 um die Geschichte weiterzuschreiben.

Wir freuen uns auf Sie!

Ihr
Christian Dunker und Marc Iven


 

Die Geistesblüten sind

Christian Dunker (li.)

Seit zwanzig Jahren denke ich mir für verschiedene Unternehmen und Produkte Kommunikationsmaßnahmen aus, die ich teils selbst und immer wieder in Teams umgesetzt habe. Häufig gehörten dazu veränderte Arbeitsabläufe, die Weiterentwicklung und Neugestaltung von Printmedien, Maßnahmen am Point of Sale. Dann konzentrierte ich mich auf Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Es kamen immer mehr Veranstaltungen dazu, die ich selbst konzipierte und moderierte. Bis sich 2010 Mitarbeiter des Suhrkamp Verlags, die autorenbuchhändler und ich uns einen Pop Up Store anlässlich des Verlagsumzugs von Frankfurt nach Berlin ausdachten. In kompakten drei Monaten wurde dort die edition suhrkamp mit Buchvorstellungen, Filmvorführungen und Diskussionen vorgestellt. Den Laden leitete ich, übernahm die Sponsorenakquise und moderierte einen Großteil der Veranstaltungen. Ich fühlte mich im Buchhandel sofort richtig aufgehoben. Eigentlich war es interimsweise gedacht, arbeitete ich doch zu der Zeit als Büroleiter eines Grünen Abgeordneten im Bundestag, der mich für das Projekt Buch freistellte.
2011 wechselte ich komplett in die autorenbuchhandlung. Für den gewünschten Standortwechsel der Berliner Traditionsbuchhandlung von der Charlottenburger Carmerstraße in die Stadtbahnbögen am Savignyplatz schrieb ich das Konzept. Die Deutsche Bahn entschied sich für uns. Mit dem Umzug wuchsen auch die Aufgaben. 1976 wollten die Gründungsmitglieder wie Günter Grass, Heinrich Böll, Elfriede Jelinek und viele andere Schriftsteller dem Trend der Großbuchhandlungen und Stapelware etwas entgegensetzen. Gemeinsam wollten sie sich gegen die allgemeine Verflachung des Buchhandels und für die Stärkung des Besonderen und Essentiellen stark machen. Genau das war uns wichtig. 

Aus dem täglichen Umgang mit Schriftstellern und Künstlern entwickelten
Marc Iven und ich das im Frühjahr und Herbst erscheinende Literatur- und Kulturmagazin „Geistesblüten“. Die jeweiligen Cover gestaltet der weltweit bekannte Illustrator Olaf Hajek. Ich wurde der Herausgeber. Die meisten Texte und Interviews sind von uns. Das hat sich schnell rumgesprochen. Mittlerweile liegt das Magazin in vielen kulturellen Hotspots. Als Kooperationspartner konnten wir zahlreiche Verlage, Kultureinrichtungen und Unternehmen gewinnen. Das Deutsche Theater, die Schaubühne, die Komische Oper, die Staatsoper, die Deutsche Oper, die Berliner Festspiele, die Galerie C/O Berlin, die Galerien Dogon und Johanna Breede, die Schmuckgalerie Treykorn und andere renommierte Berliner Unternehmen wie Harry Clark Interiors, Brillant und Bleibtreu Optik, denen wir für die Unterstützung sehr dankbar sind. Unsere darin angekündigten Veranstaltungen sind immer bis auf den letzten Platz ausgebucht, die beschriebenen Buchtitel verkaufen sich überdurchschnittlich.

Die Arbeit im Buchhandel mag ich sehr. Endlich hatte ich meine Berufung gefunden und doch merkte ich in der autorenbuchhandlung, dass ich gern mehr Eigenverantwortung tragen würde. Die Abläufe einer Buchhandlung sind inhaliert und schon wieder mit neuen Konzeptideen ist es im Sommer 2018 an der Zeit, dass ich mich selbständig mache.

Ich freue mich auf ein erfüllendes  literarisches Leben am Walter-Benjamin-Platz!

Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation
(Universität der Künste Berlin), Diplom-Kommunikationswirt

Marc Iven

Ich kam 1994 aus München nach Berlin und sog die Stadt auf wie ein Schwamm. Berlin lockte mit liberté toujours. Gefährlich viele Ablenkungen für einen jungen Studenten. Regelmäßigkeit musste her, am besten ein Job und am liebsten einer im Kulturleben der Stadt. Dass daraus ein Leben für die Kultur würde, davon mag ich nachts noch geträumt haben. Einer aber wusste es schon bei Tag: Walter Jens. Der damalige Präsident der Akademie der Künste klopfte mir, dem 19jährigen Mitarbeiter der Ausstellungsaufsicht auf die Schulter und sagte mir nach vielen Gesprächen in den Akademieausstellungen: „Mach du mal deinen Weg in der Kultur. Und versuch gar nicht erst was anderes.“

Ich bin Inge und Walter Jens für diesen wohlmeinenden Rat bis heute tief verbunden. Mein ehemaliger Geschäftspartner Joachim Fürst und ich machten also mit Unterstützung der Publikationsabteilung neben dem Studium eine kleine Buchhandlung in der Akademie der Künste am Hanseatenweg auf. Die Akademiepublikationen ergänzten wir um passende Neuerscheinungen und Backlist. Ich leckte Blut… Zahlreiche Ausstellungen aller Sektionen, das Internationale Forum des Jungen Films der Berlinale, die Transmediale u.v.m. haben unsere Mitarbeiter und ich mit kuratierten Büchertischen betreut und dabei für ein ganzes Leben profitiert. 2005 folgte die Filiale in der Akademie der Künste am Pariser Platz, beide Standorte gaben wir allerdings 2012 zugunsten der autorenbuchhandlung auf. In die autorenbuchhandlung hatte uns 2007 einer der umtriebigsten Akademiepräsidenten gebracht. Klaus Staeck, aktives Mitglied und von den Schriftstellern und Künstlern um die Nachfolgeregelung in der autorenbuchhandlung gebeten. In der Buchhandlung in der Carmerstraße fühlte ich mich richtig. Der Literatur eine Öffentlichkeit geben, zu Diskussionen und Gesprächen einladen, das habe ich von unseren Vorgängern Helma von Kieseritzky, Ulla Biesenkamp und Thomas Kühne gelernt.

2011 zogen wir mit der Buchhandlung in den Else-Ury-Bogen am Savignyplatz. In der Carmerstraße waren wir noch Mitglied der Buchhandelskooperation 5plus. Liberté? Toujours! Deshalb begannen Christian Dunker und ich 2011 zum 35jährigen Jubiläum der Buchhandlung mit den Geistesblüten. Aus einer Anthologie von fast 300 Seiten unter der Beteilung von mehr als 100 Schriftstellern und Künstlern, darunter Hans Magnus Enzensberger, Jonathan Franzen, Loriot, Louis Begley, Elfriede Jelinek, Herta Müller, Sibylle Berg, Vera Lehndorff, Durs Grünbein, Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen, Peter von Becker, Günter Grass, Ivan Nagel, Hans Neuenfels, Valerie Niehaus, Jürgen Flimm, Klaus Staeck, Juli Zeh, Adolf Muschg, Ulrich Matthes, Dagmar Manzel, Peter Härtling, Inga Busch, Karin Beier, Andres Veiel, Philipp Tingler, Monika Rinck, Gisela May, Thomas Meinecke, Michael Krüger, F.C. Delius, Ann Cotten und vielen anderen, die uns nicht minder wichtig sind. Christian Dunker stieß 2010 zum Team, weil er für uns die edition suhrkamp fürst & iven autorenbuchhandlung organisierte, mit Veranstaltungen von Judith Butler, über Rainald Goetz bis Slavoj Žižek. Zu der Zeit arbeitete er noch als Büroleiter im Bundestag. Wir arbeiten jetzt zehn Jahre zusammen und suchten für das Magazin einen eigenen Raum. Während Joachim Fürst die Verantwortung für die autorenbuchhandlung allein übernahm, sollte es für die Geistesblüten ein Raum für die Ideen, die Interviews, die besprochenen Bücher und die Veranstaltungen sein. Davon haben wir geträumt und einmal mehr ist der Traum in Erfüllung gegangen.
Am Walter-Benjamin-Platz, einer Agora im besten Sinne des Wortes, Freiheit für den Geist und die Blüten, die er treibt. …Von einer die Diskussion beflügelnden kühlen Schönheit, die mich, vom besonderen Lebensgefühl der Bewohner sinnlich gebrochen, an meine Münchner Kindheit und Jugend erinnert… Die Ästhetik eines europäischen Platzes, offen für alle Fragen unserer gemeinsamen Geschichte. In den Geistesblüten und unseren Lesungen und Gesprächen bemühen wir uns immer wieder um die Antworten.

Magisterstudium der Anglistik und Romanistik (TU Berlin)
Magisterstudium der Germanistik, Kunstwissenschaften und Philosophie
(TU Berlin)
Berufsbegleitende Buchhandelslehre im Fernlerngang (Schulen des Deutschen Buchhandels, Frankfurt am Main)




 


 Foto: Julia Terjung, www.juliaterjung.com