»Margot Friedländer – Eine Stimme fürs Leben«

Sie überlebte den Holocaust, verlor ihre Familie und kehrte mit über 80 nach Berlin zurück.
Die Erinnerungsveranstaltung »Margot Friedländer. Eine Stimme für das Leben« bringt Menschen zusammen, die ihr Leben, ihr Vermächtnis und ihre Wirkung sichtbar machen. Christian Dunker von den Geistesblüten moderiert den Abend und spricht mit der FOCUS Chefredakteurin Franziska Reich sowie dem Fotografen und Journalisten Markus Hurek über Begegnungen mit Margot Friedländer, über Verantwortung und Erinnerung. Ein Abend über das Überleben und das Weiterleben. Und über einen Satz, der bleibt: »Seid Menschen!«
Margot Friedländer wurde 1921 in Berlin geboren. Nach der Ermordung ihrer Eltern und ihres Bruders lebte sie mit falschen Papieren im Untergrund, bis sie 1944 verhaftet und in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde. Dort überlebte sie gemeinsam mit Adolf Friedländer, den sie später heiratete. 1946 emigrierte das Paar in die USA. Erst Jahrzehnte später begann Margot Friedländer, ihre Geschichte aufzuschreiben. Mit über 80 Jahren kehrte sie nach Berlin zurück und wurde zu einer der eindringlichsten Stimmen der deutschen Erinnerungskultur.

Bis zu ihrem Tod im Mai 2025 sprach sie unermüdlich an Schulen, in Institutionen und auf öffentlichen Bühnen. Sie erzählte vom Überleben, vom Weiterleben und von der Verantwortung, die daraus erwächst.
Vorgestellt wird auch das Buch »Margot Friedländer. Eine Stimme für das Leben«, erschienen im Elisabeth Sandmann Verlag. Es vereint Gespräche und Texte von Franziska Reich mit den Schwarz Weiß Porträts von Markus Hurek sowie ein Vorwort von Igor Levit. Reich und Hurek berichten von ihren Begegnungen mit Margot Friedländer und reflektieren über Selbstzweifel, Haltung und Würde, über journalistische Nähe und fotografische Zurückhaltung, über das Erzählen und das Sehen eines Gesichts, das selbst Geschichte ist.

Die Veranstaltung macht deutlich, wie Erinnerung weitergetragen werden kann, wenn Zeitzeuginnen und Zeitzeugen weniger werden. Sie zeigt die Verantwortung von Journalismus und Fotografie und fragt danach, wie Worte und Bilder zu einer neuen Form von Zeitzeugenschaft werden können. Margot Friedländer hat ihr Leben gemacht. Und sie hat uns einen Auftrag hinterlassen.

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