»Wie die Rechte unsere Sprache umdeutet«

Demokratie lebt nicht nur von Wahlen, Parlamenten und Gerichten. Sie lebt auch von Geschichten. Von Erinnerung. Von Sprache. Und von der Frage, welche Bedeutung wir den großen Begriffen geben, die unser Zusammenleben prägen. In ihrem Buch »Raubzug von rechts« zeigt die Historikerin Ruth Hoffmann, wie die Neue Rechte und die AfD zentrale Begriffe unserer politischen Kultur systematisch umdeuten. Nation. Freiheit. Familie. Demokratie. Widerstand. Worte, die viele von uns mit positiven Erfahrungen und historischen Errungenschaften verbinden – und die heute zunehmend als politische Kampfbegriffe eingesetzt werden. Politikwissenschaftler und Legal Director der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) Bijan Moini beschäftigt sich mit den Grundlagen liberaler Demokratien, der Zukunft von Freiheit und der Reaktion offener Gesellschaften auf autoritäre Herausforderungen. Aktuell leitet er die Untersuchungen für das wissenschaftliche Gutachten zur Frage, ob die AfD verfassungswidrig ist und ob ein Parteiverbotsverfahren Aussicht auf Erfolg hätte.In der Urania Berlin spricht Christian Dunker von den Geistesblüten mit beiden darüber, wie demokratiefeindliche Akteure Geschichte umschreiben, Sprache verschieben und gesellschaftliche Konflikte zuspitzen. Und darüber, warum es so wichtig ist, diese Mechanismen zu erkennen. Denn Demokratie ist kein Zustand, der einmal erreicht und dann für immer gesichert ist. Sie funktioniert nur, wenn Menschen sich einmischen. Wenn sie zuhören, widersprechen, diskutieren, wählen gehen und Verantwortung übernehmen. Kurz: wenn sie nicht darauf warten, dass andere die Demokratie verteidigen.

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