»Letzter Akt«
»Letzter Akt«Andreas Schäfer
London, 2005. Premiere, Applaus, danach eine Bar. Und dann dieser Moment: Eine bekannte Schauspielerin trifft auf einen Mann, der sie nicht erkennt. Klingt wie ein kleiner Zufall – ist aber der Anfang von etwas, das langsam unter die Haut geht. Dora, Anfang vierzig, erfolgreich, routiniert im Umgang mit Öffentlichkeit, begegnet Victor, einem Maler, der ihr nichts spiegelt. Kein Bewundern, kein Wiedererkennen. Für jemanden, die sonst eher mit Sonnenbrille unterwegs ist, damit sie nicht von jedem erkannt wird, ist das irritierend – und gleichzeitig befreiend.
Was folgt, ist kein klassischer Liebesroman, sondern eher ein Spiel mit Wahrnehmung. Wer sieht hier eigentlich wen? Und was passiert, wenn jemand beginnt, einen anderen festzuhalten – nicht mit Worten, sondern mit Farbe auf Leinwand? Dora will porträtiert werden. Vielleicht aus Eitelkeit. Vielleicht, weil sie wissen will, was bleibt, wenn alle Rollen wegfallen. Als sie das fertige Bild sieht, kippt etwas. Erinnerungen tauchen auf, Dinge, die lange verdrängt waren. Plötzlich wird klar: Kunst kann nicht nur zeigen, sie kann auch freilegen.
Andreas Schäfer erzählt das ruhig, fast beiläufig, aber mit einem feinen Gespür für Zwischentöne. Ein Roman über Identität, Projektion und die Frage, wie viel Wahrheit ein Bild aushält.
1catchMirella Weingartenhttps://geistesblueten.buchkatalog.de/letzter-akt-9783832181833booksZum Buch von ...Andreas Schäfer»Letzter Akt«https://geistesblueten.buchkatalog.de/letzter-akt-9783832181833https://geistesblueten.com/wp-content/uploads/2024/10/9783832181833_CMYK-300.jpg