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Albertina

CARE MATTERS – Künstlerinnen zwischen Fürsorge, Sichtbarkeit und Kunst

Fürsorge und Pflege bilden die Grundlage unseres Zusammenlebens, doch sie bleiben oft unsichtbar. Die Ausstellung »CARE MATTERS« rückt genau diese Bereiche in den Fokus. Künstlerinnen wie Kirsten Justesen mit »Lunch, 1975/2018« oder Mary Sibande mit »They don’t make them like they used to, 2008« entwickeln mit Objekten und Fotografie eine eigene Zeichensprache der Sorgearbeit. Sie machen sichtbar, was sonst im Alltag unsichtbar bleibt: Mutterschaft im Kontext des Kunstbetriebs, generationsübergreifenden Zusammenhalt in der Altenpflege und Care-Arbeit unter prekären Bedingungen.

Die Schau spannt einen Bogen von der Feministischen Avantgarde der 1970er-Jahre bis zu zeitgenössischen Positionen und zeigt, wie Künstlerinnen über Jahrzehnte die sozialen, politischen und ästhetischen Dimensionen von Care thematisiert haben. Namen wie Renate Bertlmann, VALIE EXPORT, Mierle Laderman Ukeles, Rosemarie Trockel, Lorna Simpson und viele andere treten hier in einen Dialog über Fürsorge, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Verantwortung. Kuratiert von Gabriele Schor für die SAMMLUNG VERBUND, lädt die Ausstellung dazu ein, die Arbeit von Frauen, die das Leben anderer sichern, in all ihrer Komplexität zu würdigen – zwischen künstlerischer Freiheit, politischem Engagement und ästhetischer Innovation.

Albertina

Pfaueninsel

Kommen Sie mit auf die Pfaueninsel!

Einst war die Insel in der Havel ein Sehnsuchtsort der preußischen Kurfürsten und Königinnen. Berliner legen dort an, wenn sie der Hektik der Großstadt entfliehen wollen. Touristen lieben diesen verwunschenen Ort, an dem bis heute Pfauen über die Wiesen spazieren und man fernab des Alltags träumen kann.

Constanze Neumann und ihr Team öffnen mit ihrem gleichnamigen Verlag den Blick für Stimmen aus aller Welt.
Mit herausfordernden Romanen und erzählenden Sachbüchern.

Die ersten Bücher erscheinen im Frühjahr 2026

Pfaueninsel

Bach-Chor Berlin

»Die Musik ist eine höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie«, wusste Johann Sebastian Bach. Samstag, 18 Uhr in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, alle vierzehn Tage öffnet sich hier ein Ort der Ruhe, Versöhnung und Inspiration für ein Musikereignis, das einzigartig ist: die liturgiegerechte, zyklische Aufführung des kompletten geistlichen Kantatenwerks Johann Sebastian Bachs. Nur wenige Orte auf der Welt bieten dieses Erlebnis.

Der Bach-Chor Berlin lässt diese Musik lebendig erklingen. Etwa 70 Sängerinnen und Sänger tauchen tief in Bachs Klangwelt ein und verwandeln jeden Gottesdienst in ein intensives, spürbares Erlebnis. Zwei weitere Konzerte im Jahr widmen sich Passionen, Oratorien und A-cappella-Werken von der Renaissance bis in die Gegenwart. Jedes Programm bringt den Klang der Musik in den Raum, öffnet Sinne und schafft eine besondere Atmosphäre.

Seit 2002 leitet Achim Zimmermann Chor und Collegium. Mit feinem Gespür für Ausdruck, Dynamik und Klangqualität gestaltet er jede Aufführung so, dass die Musik klar und unmittelbar erfahrbar wird. Tradition und zeitgenössische Interpretation stehen gleichwertig nebeneinander, sodass jede Aufführung die Zuhörer berührt und in Erinnerung bleibt.

Bach-Chor Berlin

Albino Verlag

Ein Barbershop-Sänger auf einem Beifahrersitz, ein Biker in schwarzem Leder, ein Londoner Vorort, der plötzlich nach Benzin und Schweiß riecht. In «Pillion», basierend auf dem Roman «Box Hill» von Adam Mars-Jones, begegnen sich Colin, gespielt von Harry Melling, und Ray, verkörpert von Alexander Skarsgård, in einer Geschichte, die weniger von Liebe erzählt als von Kontrolle, Begehren und der Kunst, sich hinzugeben.

Colin, ein schüchterner Mann mit weichem Kern, wird von Ray in eine Welt gezogen, in der Leder zweite Haut ist und Nähe oft schmerzt, bevor sie schön wird. Skarsgård spielt Ray mit der stoischen Ruhe eines Mannes, der weiß, wie weit er gehen kann. Sein Körper spricht, bevor sein Mund es tut, jede Geste eine Einladung und eine Warnung zugleich. Die Sexszenen sind roh, manchmal unbeholfen, immer echt. Kein Hochglanz, keine Ironie, sondern Schweiß, Haut, Macht, Vertrauen. Skarsgård sagte in Zürich, seine eigenen Erfahrungen mit Männern und Frauen seien «nicht relevant», wichtiger sei, dass diese Welt wahrhaftig gezeigt wird. Das spürt man. «Pillion» ist kein Voyeurismus, sondern Offenbarung.

Wer vor oder nach dem Kinobesuch tiefer in diese raue, zärtliche Welt eintauchen möchte, kann den Roman «Box Hill» von Adam Mars-Jones, auf dem der Film basiert, hier im Onlineshop entdecken.

Ein Film über Hingabe und Kontrolle, über das Finden von Freiheit in der Fessel. Und über die Frage, ob Unterwerfung manchmal nicht die ehrlichste Form von Selbstbestimmung ist.

Albino Verlag

Schaubühne am Lehniner Platz

Sie wollen gutes Theater und Schauspieler:innen von jedem Platz ganz aus der Nähe erleben, dann sind Sie in der Schaubühne ums Eck der Geistesblüten am Ku´damm richtig.
Etwa 30 Schauspieler:innen gehören zum festen Ensemble. Im Repertoire haben sie sowohl Titel der dramatischen Weltliteratur als auch die Gegenwarts-Dramatik international anerkannter Autor:innen (u.a. vom Literaturnobelpreisträger 2023 Jon Fosse).Pro Spielzeit bringt die Schaubühne etwa zehn neue Aufführungen zur Premiere. Dazu kommen jährlich etwa hundert Vorstellungen im Ausland: sowohl bei den großen internationalen Festivals wie Avignon, den Salzburger Festspielen, dem Festival Athen und Epidauros, dem Brandhaarden Festival, Amsterdam oder dem BITEF-Festival, Belgrad als auch im Rahmen von Gastspielen an Theatern in aller Welt, u. a. in New York, Paris, Amsterdam, Rom, Quebec, São Paulo, London, Oslo, Ramallah, Melbourne, Ottawa, Taipeh, Tel Aviv, New Delhi, Seoul, Rennes, Barcelona, Adelaide, Tokio, Prag, Sydney, Montreal oder Peking.
Seit 1999 ist Thomas Ostermeier Mitglied der Künstlerischen Leitung der Schaubühne, seit 2009 ist er Künstlerischer Leiter. In regelmäßigen Gesprächsreihen, unter anderem mit Carolin Emcke, Heinz Bude und Vanessa Vu, verfolgt das Team der Schaubühne das Ziel, aktuelle Diskurse aufzunehmen und gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen.

Schaubühne am Lehniner Platz

Städel Museum

Hatten Sie sich schon früher im Städel das Gefühl, vieles sei zu schön um wahr zu sein? Dann lassen Sie sich auf dieses Spiel zwischen Realität und Illusion jetzt richtig ein. Das Künstlerduo Elmgreen & Dragset hat die umfassende Sammlung des Hauses nicht neu gehängt, sondern den Exponaten ihre Perspektive gegeben. Manchmal von der Decke hängend, ein anderes Mal aus Kinderaugen oder im Vitaminrausch.
Sie werden Augen machen. Also nix wir hin!!

Städel Museum

Kunstmuseum Bonn

Die Ausstellung »Zoom In« im Kunstmuseum Bonn ist ein gutes Beispiel dafür, wie konzentriert einzelne künstlerische Positionen wirken können – hier im Fall von Hito Steyerl mit ihrer Installation »Animal Spirits«.

Der Raum wirkt wie eine Mischung aus Naturraum und technologischer Fiktion: Projektionen von Höhlenmalereien treffen auf künstlich beleuchtete Glasgefäße, die wie schwebende Organismen oder Planeten im Raum hängen. KI-gestützte Animationen lassen prähistorische Tierdarstellungen scheinbar lebendig werden – ein starkes Spiel zwischen Ursprung und Zukunft von Bildern.Im Zentrum steht ein Film, der verschiedene Formate mischt: Dokumentation, Animation und Reality-TV-Ästhetik. Darin verhandelt Steyerl aktuelle Themen wie Kryptowährungen, Landwirtschaft und kulturelle Produktion in Krisenzeiten. Der Titel verweist auf den ökonomischen Begriff »Animal Spirits«, geprägt von dem Ökonomen John Maynard Keynes, der emotionale Faktoren wie Angst und Gier als treibende Kräfte wirtschaftlicher Prozesse beschrieb.

Steyerl übersetzt diese Idee in die Gegenwart und verbindet sie mit gesellschaftlichen Spannungen – etwa wenn der Wolf als Symbol für unkontrollierte Konkurrenz und Systemdruck erscheint. Charakteristisch für ihre Arbeit ist die kritische Auseinandersetzung mit Technologie, Macht und Bildproduktion. Sie zählt zu den einflussreichsten Stimmen der zeitgenössischen Medienkunst, weil sie nicht nur Bilder zeigt, sondern deren politische und ökonomische Bedingungen gleich mitverhandelt.

Das Kunstmuseum Bonn bietet mit »Zoom In« genau dafür den richtigen Rahmen: eine konzentrierte Begegnung mit einer künstlerischen Position, die komplexe Gegenwartserfahrungen in dichte, sinnliche Räume übersetzt.

 

 

Kunstmuseum Bonn

Komische Oper

Sehen wir uns nach Feierabend bei unseren lieben Nachbarn in der Komischen Oper?

Komische Oper

Yorck Kinogruppe

Antoine Toussaint (Gérard Darmon) ist ein berühmter, aber desillusionierter Chansonsänger Anfang siebzig, der auf dem Weg in die Schweiz nach Genf ist, um einen ziemlich endgültigen Entschluss umzusetzen. Die Zugreise verläuft zunächst ohne wirklich Zwischenfälle, doch dann verändert eine zufällige Begegnung noch einmal alles. Denn mit Victoire (Valérie Lemercier) trifft er auf eine warmherzige und auch etwas eigenwillige Bewunderin, deren Offenheit und unkonventionelle Art seine Pläne durchkreuzen. Zwischen dem abgeklärten Musiker und der lebensfrohen Fremden entwickelt sich ein unerwarteter Austausch.

Yorck Kinogruppe

Hoffmann und Campe

Auf welche Weltordnung steuern wir zu? Die liberale Demokratie steckt in der Krise, nach einer langen Phase der Demokratisierung sind wir wieder in einer Welt der Macht angelangt, bedingt vor allem durch autoritäre Bewegungen, technologischen Wandel, Neoliberalismus und Identitätspolitik. Mit seinen Gedanken zur Lage der Welt zeigt Francis Fukuyama, warum das freiheitliche Denken für die westlichen Gesellschaften im 21. Jahrhundert alternativlos ist. Vor allem aber macht er deutlich, warum wir für die Freiheit kämpfen müssen, wollen wir ihr Überleben sichern und das Risiko einer autoritären Weltordnung eindämmen. Ein inspirierend persönliches Buch mit politischer Weitsicht, von einem der einflussreichsten Denker unserer Zeit.

Hoffmann und Campe

Unserem Freund und »Ehrenmitglied«

Rosa von Praunheim lebt nicht mehr. Und doch fühlt es sich an, als würde er uns gleich in den Geistesblüten besuchen. Mehrmals in der Woche kam er angeradelt, parkte seinen Chopper zwischen zwei Säulen und schloss nie ab. Vertrauenssache. Bücher verschlang er und wollte sofort darüber reden. Zeit verschwenden durfte niemand, obwohl er für andere immer reichlich davon übrig hatte. Ohne Vorrede stellte er Fragen, einige auf den Unterleib, die meisten auf den Kopf.
Geboren als Holger Radtke in Riga, wählte er den Namen Rosa von Praunheim als Erinnerung an den Rosa Winkel und seine Kindheit in Frankfurt. Sein Leben und Werk waren geprägt von Neugier, Provokation und dem Mut, gesellschaftliche Konventionen zu hinterfragen. Mit »Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt« veränderte er 1971 die deutsche Öffentlichkeit und wurde zur Leitfigur der Schwulenbewegung. In den 1980er Jahren kämpfte er mit Filmen wie »Schweigen = Tod« gegen die Aids-Krise. Sein Werk umfasst über 150 Filme, dazu Bücher, Hörspiele, Theaterstücke, Zeichnungen und Gemälde wie »Die Bettwurst«, »Hitlers Ziege und die Hämorrhoiden des Königs« oder »Die Insel der Perversen«. Er porträtierte Menschen am Rand und machte sie zu Heldinnen und Helden des Alltags. Rosa liebte New York, die Subkulturen, die Kunst und das Risiko. Er inszenierte seinen eigenen Tod, sprach vom Sex nach dem Tod und wusste, dass Humor und Provokation Kraft schenken. Er lehrte uns, direkt zu sein, neugierig zu bleiben und keine Zeit zu verschwenden. Sein Fahrrad steht noch zwischen den Säulen.

Unserem Freund und »Ehrenmitglied«

Diogenes Verlag

Im Interview fürs Geistesblüten Magazin erzählte uns Shelly über »Isidor«: »Auf seine Geschichte aufmerksam wurde ich, als ich vor einigen Jahren eine internationale Tagung zum Thema NS-Raubkunst und Provenienzforschung moderierte. Während der Tagung kam mir plötzlich der Gedanke, dass ich doch einen Urgroßonkel in Wien hatte, der angeblich steinreich gewesen war und in einem Palais wohnte. In einem Palais muss doch Kunst gehangen haben, dachte ich mir – und fing zunächst eine rein private kleine Recherche an, die schnell offenbarte: Ja, es gab ihn: Isidor. Und er lebte in einem Palais in Wien, und er besaß auch Kunst. Sehr schnell hat mich während dieser ersten Rechercheergebnisse interessiert, wie es dazu kam, dass dieser Mann, aus der absoluten Armut kommend, so reich wurde und überhaupt: Wie sein Leben verlief. Woher dieser unbedingte Aufstiegswille? Wie hat er es geschafft, in kürzester Zeit, aus dem ›Nichts‹ kommend, ein so einflussreicher Mann zu werden? Und was geschah mit seinem kostbaren Besitz und Vermögen? Ich wurde in diversen Archiven fündig und begann, sein Leben Schritt für Schritt zu rekonstruieren.« …. Im Frühjahr 2026 bringt Philipp Stölzl den Roman auf die Bühne des Wiener Akadedmie Theaters.

In ihrem neuen Roman »Stunden wie Tage« erzählt Shelly Kupferberg von Martha. Wer ist die Frau, die durch Berlin stromert und jeder zu kennen glaubt?

Diogenes Verlag

Till Brönner

Manchmal schreibt das Leben die schönsten Duette: Paolo Conte läuft im Radio – und plötzlich steht Till Brönner mit Trompete in der Tür. Zufall? Oder einfach die Magie eines Musikers, der Eleganz und Leichtigkeit im Blut hat.

Mit seinem neuen Album »Italia« (2025) entführt er uns nach Rom, Bari und in die sonnendurchtränkten Klangwelten Italiens. Paolo Conte, Ennio Morricone, Lucio Battisti – Klassiker, Jazz, Bossa Nova, Clubbeats, dazu Gäste wie Chiara Civello und Mario Biondi. Und ja, Brönner singt erstmals auf Italienisch! Ein musikalischer Sonnenaufgang, warm, charmant, voller Grandezza.

Passend dazu sein Kochbuch »Ciao Roma« – Erinnerungen an Pizzaöfen, frische Pasta und Dolci seiner Kindheit in der Ewigen Stadt. Musik und Küche verbinden sich hier zu einem persönlichen Liebesbrief an Italien.

Für uns Geistesblüten ist klar: Ohren auf für »Italia«, Gabeln bereit für »Ciao Roma« – und ein Hoch auf Till Brönner, der Herz und Sinne gleichsam verführt.

Till Brönner

Hirmer Verlag

Den berühmten Cowboy aus der Zigarettenwerbung fotografiert Richard Prince ab und stellt ihn in neuen Kontext. Humorvoll und provokant offenbaren seine aus den Massenmedien übernommenen Motive visuelle Kommunikationscodes der Konsumkultur. Der Band stellt retrospektiv das Werk in seiner ganzen Bandbreite dar.

Richard Prince (*1949) zählt zu den bekanntesten Künstlern der Gegenwart. Mit seinen Aneignungen von Bildern aus der Werbeindustrie polarisiert der amerikanische Maler und Fotograf seit den 1970er-Jahren. Im Zentrum der Publikation steht sein fotografisches Werk, sie zeigt aber auch andere Medien wie Installationen, Zeichnungen und Malereien. Vereint werden ikonische Arbeiten von Richard Prince wie seine Reihen Cowboys oder Fashion mit selten oder bislang nicht veröffentlichten Werken.

Hirmer Verlag

Philharmonie Berlin

Sie sind noch auf der Suche nach einer Überraschung für einen Musikfan? Dann verschenken Sie doch einen Konzertgutschein! Den Wert des Geschenkgutscheins bestimmen Sie selbst (ab 10 Euro). Er gilt für alle Veranstaltungen der Stiftung Berliner Philharmoniker in der Philharmonie Berlin – für Kammermusikkonzerte, Klavierabende und natürlich für die Konzerte der Berliner Philharmoniker – und ist ab Kaufdatum 3 Jahre gültig. Der/die Beschenkte hat die freie Wahl!
Die Geschenkgutscheine gibt es zu Kassenöffnungszeiten in der Herbert-von-Karajan-Straße 1, sowie im Kartenbüro und auf der Website der Philharmonie.

Philharmonie Berlin

DuMont Buchverlag

Kat Eryn Rubik ist zurück – neu, und zum Glück ganz die Alte! Wer glaubt, den literarischen Sommer bereits ausgeschöpft zu haben, sollte »Furye« unbedingt zur Hand nehmen. Dieser Roman brodelt vor Furor, Gefühl und gefährlicher Schönheit. Rubik erzählt die Geschichte von Alec – Musikmanagerin, Vogue-Coverstar, kompromisslos klug und unnahbar. Eine Frau, die sich aus widrigen Umständen befreit hat, aber auf dem schmalen Grat zwischen Kontrolle und Kontrollverlust tanzt. Ein Anruf, eine Rückkehr, eine Erinnerung – zurück zu den Furien, zurück in eine Stadt am Meer, in einen Sommer voller Zorn, Begehren und schmerzender Freundschaft.
»Furye« ist eine literarische Wucht. Kein billiger Twist, sondern tiefenpsychologische Spannung, die sich langsam unter die Haut schiebt. Rubik schreibt mit Haltung, Tempo und einem Witz, der schneidet. Sie taucht hinab in weibliches Begehren, soziale Herkunft, Verlust und das, was zwischen all dem leer bleibt – und das mit einer Stimme, die weder gefallen noch glätten will.

DuMont Buchverlag

Jetzt geht es App

Lesen endet nicht im Buch. Es beginnt dort.

Mit der Geistesblüten App wird Literatur zur Erfahrung, die verbindet, inspiriert und überrascht.

Buch-Empfehlungen mit Substanz.
Podcasts und Filmtalks, die neue Perspektiven öffnen.
Mit wenigen Swipes: Lesungen und Events im Blick.
Lieblingsbücher bestellen, Neuentdeckungen finden.

Autorinnen und Autoren wie Olga Grjasnowa, Joachim Meyerhoff oder Arne Dahl – nicht fern, sondern mitten im Wohnzimmer.

Geistesblüten ist Buchhandlung, Plattform und Community zugleich.
Kostenlos im App Store und bei Google Play.

Jetzt geht es App

Kiepenheuer & Witsch Verlag

»Die Welt in ihren Händen« von Olivier Guez ist ein historischer Roman über Macht, Karten und Entscheidungen, die bis heute nachwirken.

Im Mittelpunkt steht Gertrude Bell, eine Schlüsselfigur bei der politischen Neuordnung Mesopotamiens nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches. Sie arbeitete als Archäologin und politische Beraterin für die britische Verwaltung und war an der Konstruktion dessen beteiligt, was später der Irak wurde.

Olivier Guez, bekannt für seine präzise historische Prosa und seinen Roman »Das Verschwinden des Josef Mengele«, verbindet hier Recherche und erzählerische Verdichtung. Er zeigt Bell als Figur zwischen Wissenschaft, Politik und kolonialer Machtlogik.

Der Roman macht deutlich, dass die Grenzen des modernen Nahen Ostens nicht gewachsen, sondern geplant wurden. Entscheidungen von Diplomaten und Beratern ersetzten geografische oder kulturelle Linien.Guez schreibt über diese Vorgänge klar und ohne Verklärung. Er interessiert sich für die Mechanik hinter Geschichte und für die Menschen, die sie formen.

»Die Welt in ihren Händen« ist damit kein Abenteuerroman, sondern eine präzise Erzählung darüber, wie Weltordnung entworfen wird und welche Folgen solche Entwürfe haben.

Kiepenheuer & Witsch Verlag

Jüdisches Museum Berlin

Verpassen Sie nicht die Ausstellung »Between the Lines« im Jüdischen Museum Berlin und unser Interview mit Daniel Libeskind im Geistesblüten Magazin № 26.
Wir wollten auch von ihm wissen:

GEISTESBLÜTEN       Dear Daniel Libeskind

Imagine our meeting in Geistesblüten were the opening scene of a series with fast cuts and sweeping camera shots about ideas that change our cities. The camera flies over Berlin, New York, Shanghai. Somewhere one of your buildings appears and a voice says: Daniel Libeskind does not build houses. He builds stories. If you could comment on that moment yourself, how would you explain why architecture can be a story people do not just see but actually feel?

DANIEL LIBESKIND                 That’s a good question. Architecture is, of course, an object – in space and in time. When it comes to an interesting architectural work, it has more layers than just its own appearance. And that, of course, has to do with an unfolding narrative – one that is not only visual but also emotional—as you walk and look. And so, every magnificent building has always been a kind of book, filled with countless stories and just as many layers of meaning.

Jüdisches Museum Berlin

Assouline

Mit uns können Sie Ihre Bibliothek erweitern.
Jetzt auch mit der Library Collection von Assouline.

Die Kerzen duften nach Leder, Nelke, Amber und Tabak. Warm, geheimnisvoll, wie ein Raum voller Geschichten.
Tief, sinnlich, fast wie ein Flüstern. Frisch, lebendig, überraschend in einer Kombination aus Zitrus, Rum und Sandelholz.

Genießen Sie den Augenblick. Spüren Sie, dass alles andere warten kann.

Bis wir uns wiedersehen am Walter-Benjamin-Platz oder auf geistesblueten.com.

Assouline

Spector Books

Seit den frühen 1980er Jahren porträtiert die Künstlerin Annette Frick den Berliner Underground und die queere Subkultur. Nah und authentisch fangen ihre analogen Fotografien etwa Ikonen der Drag- und Transszene ein. In konzeptionellen Foto- und Videoarbeiten beschäftigt sie sich mit Fragen von Identität und Repräsentation. Direkt ist die Künstlerin auch in ihren Selbstinszenierungen und -befragungen. Ihre Porträts gelten zudem nicht nur den Menschen, sondern auch der Stadt Berlin, deren Wandel sie über die Nachwendezeit festhielt. Erst seit wenigen Jahren erhält das Werk von Annette Frick vermehrt institutionelle Aufmerksamkeit, über den Kreis ihrer Szene hinaus. 2023 zeigte das Museum Marta Herford die bis dato größte Einzelschau der deutschen Fotografin. Die aus dieser Ausstellung hervorgegangene Publikation gibt erstmals einen Querschnitt durch ihr Werk. In vielfältigen Textbeiträgen wird es kunst- und gesellschaftswissenschaftlich eingeordnet und poetisch gespiegelt.Annette Frick (geb. 1957 in Bonn) lebt und arbeitet in Berlin als Fotografin, Betreiberin des gemeinsam mit Wilhelm Hein gegründeten Projektraums Casabaubou und Herausgeberin der Fanzines Jenseits der Trampelpfade.

Spector Books

Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

Eileen Gray (1878–1976), in Irland geboren und in London und Paris ausgebildet, begann mit japanischer Lackkunst und avancierte schnell zu einer gefragten Designerin. 1927 realisierte sie – als Autodidaktin und gegen die Konventionen ihrer Zeit – ihr erstes Haus, E.1027, an der französischen Riviera: ein subtiles und radikal modernes Zusammenspiel aus Architektur und Möbeln, das Flexibilität, Komfort und Intimität neu definierte.

Im Rahmen der mpk-Ausstellungsreihe, die herausragende Positionen von Frauen in der Moderne würdigt – „Golden Girls“ – wird Grays Kosmos erfahrbar: Ausgewählte Designobjekte, Entwürfe und Zeichnungen werden in einer vom Fachbereich Architektur der RPTU konzipierten Ausstellungsarchitektur präsentiert. Raumfiguren und Gestaltfragmente verweisen auf Grays Raumkonzeptionen, lenken den Blick auf räumliche Besonderheiten und interpretieren das Werk der Designerin und Architektin.

Anna Viebrock, international gefeierte und renommierte Bühnen- und Kostümbildnerin sowie Regisseurin, brachte 2012 Grays Haus E.1027 als eine Verschränkung von Raum und Erzählung auf die Bühne. Anlässlich dieser Ausstellung entwickelt sie nun ein begehbares Werk für das mpk, das architektonische Präzision mit szenografischer Verdichtung und fein komponierter räumlicher Dramaturgie verbindet und so Eileen Grays Idee zum Haus E.1027 auf poetische Weise erfahrbar macht.

Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

S. Fischer Verlage

»Die Einsamkeit von Sonia und Sunny« – nominiert für den Booker Prize 2025 und eines der meist erwarteten Bücher laut The New York Times, Oprah Daily, Time, The Boston Globe, The Washington Post, The Guardian, Harper’s Bazaar

»Die Einsamkeit von Sonia und Sunny« von Kiran Desai ist ein literarisches Meisterwerk, das Herz, Humor und Gesellschaftskritik auf unvergleichliche Weise vereint.

Vom ersten Blick auf einem Nachtzug, über die Schatten der Vergangenheit, bis hin zur Suche nach Zugehörigkeit zwischen Indien und New York – Sonia und Sunny entführen uns in eine Welt voller Sehnsucht, Verletzlichkeit und überraschender Magie. Desai beschreibt mit beeindruckender Präzision das komplizierte Zusammenspiel von Familie, Kultur und persönlichen Traumata, während sie gleichzeitig eine universelle Geschichte über Liebe, Verlust und Selbstfindung erzählt.

Dieses Buch ist mehr als eine Liebesgeschichte: Es ist eine epische Familien- und Gesellschaftssaga, die zwischen den Kontinenten, Generationen und Identitäten schwebt. Mit dichter, poetischer Sprache, tiefgründigen Charakteren und einem feinen Sinn für Humor bietet Desai ein Leseerlebnis, das sowohl emotional berührt als auch intellektuell stimuliert.

S. Fischer Verlage

Staatskapelle Berlin

In seiner zweiten Saison als Generalmusikdirektor übernimmt Christian Thielemann die musikalische Leitung zentraler Aufführungen im Spielplan 2025/26 der Staatsoper Unter den Linden. Am Pult der Staatskapelle Berlin eröffnet er das Opernprogramm der neuen Saison mit zwei Zyklen von Richard Wagners Tetralogie »Der Ring des Nibelungen«. Bei »Wozzeck« übernimmt er die musikalische Leitung. Alban Bergs Oper wird genau 100 Jahre nach ihrer Uraufführung ab dem 14. Dezember 2025 wieder auf der Bühne der Staatsoper zu sehen sein, in der Inszenierung von Andrea Breth von 2011.

Und Sie wissen ja, die Zeit vergeht schneller, als man glauben mag. Zu den Festtagen 2026 dirigiert Christian Thielmann neben »Der Rosenkavalier« von Richard Strauss auch das Konzert zum Karfreitag mit Brahms‘ »Ein deutsches Requiem«, gefolgt von der Wiederaufnahme von »Die schweigsame Frau« im Mai 2026.

Staatskapelle Berlin

Diaphanes Verlag

Nach 25 Jahren fast noch krasser!
Was macht es mit dir, mit deinen Freundschaften und deinem Sex, wenn alles immer finsterer wird und jeder nur noch seinen Impulsen folgt?

Oberhalb von Cannes hat sich eine globale Wirtschaftselite angesiedelt, die von Sicherheitsdiensten geschützt und von einer Heerschar an Privatärzten und Psychiatern umhegt wird. Weil seine Frau Jane dort eine Stelle als Kinderärztin annimmt, verschlägt es auch den Journalisten Paul an diesen Ort, der ihm ein Paradies zu sein verspricht. Doch schnell wird klar, dass unter der blendend-gläsernen Oberfläche einiges faul ist. Warum etwa leiden die Geschäftsleute unter latentem Stress und permanenter Schlaflosigkeit? Warum tötete Janes Vorgänger, der beliebte David Greenwood unvermittelt Freunde und Kollegen, bevor er sich selbst erschoss? Paul entdeckt eine dunkle Unterwelt, in der der leitende Psychiater Wilder Penrose seinen Patienten äußerst ungewöhnliche Therapieangebote macht, denn »keine Droge der Welt ist so stark wie die kranke Psyche selbst«.

Diaphanes Verlag

Suhrkamp Verlag

Am Hafen von Le Havre wird ein Mann tot aufgefunden. In der Jackentasche ein Kinoticket und auf dessen Rückseite ihre Telefonnummer. Sie erhält einen Anruf des ermittelnden Polizisten. Nur: Was soll sie – Synchronsprecherin in Paris, Mutter und Ehefrau – mit diesem ermordeten Mann in der 200 Kilometer entfernten Stadt zu tun haben?
Sie reist sofort nach Le Havre. Verlangt, die Leiche zu sehen. Angelangt in der Stadt ihrer Kindheit, begegnet sie unwillkürlich den Bildern ihrer Vergangenheit. Der Hafenkai, das Lichtspielhaus, jeder Ort trägt Spuren vergessener Episoden. Und immer mehr drängt sich ihr die Erinnerung an ihre erste verlorene Liebe auf. Was, wenn der Tote diese Jugendliebe ist, die damals von heute auf morgen wie vom Erdboden verschwunden war?

Ein mysteriöser Tod, eine Spurensuche an den Orten der Jugend und eine Hafenstadt, in der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschwimmen. In ihrem literarischen psychologischen Thriller Brandung verwandelt Maylis de Kerangal einen Kriminalfall in einen Schauplatz innerlichen Aufruhrs und biografischer Erkundungen.

Suhrkamp Verlag

MoMA

Die Ausstellung »Face Value« im MoMA ist eine eindrucksvolle Auseinandersetzung mit der frühen Konstruktion von Celebrity-Bildern im Hollywood-System des 20. Jahrhunderts.

Sie zeigt, wie Studios Schauspieler:innen durch stark inszenierte Porträts als Glamour-Ikonen formten – lange bevor digitale Bildbearbeitung oder Social Media existierten. Statt dokumentarischer Fotos entstanden kontrollierte Bilder, die gezielt für die Öffentlichkeit gestaltet wurden.Besonders spannend ist, wie weit die analoge Manipulation ging: Retusche, Maskierung, Collage und inhaltliche Eingriffe machten aus Fotos idealisierte Figuren. Diese Eingriffe betrafen nicht nur Stars, sondern auch Politiker, Sportler und gesellschaftliche Persönlichkeiten.

Ein wichtiger historischer Bezugspunkt ist die Arbeit von Iris Barry, die früh erkannte, dass neben Filmen auch die Bildarchive der Popkultur bewahrt werden müssen. Ihre Initiative führte zur Sammlung von Fanmagazinen wie Photoplay, die die visuelle Kultur des Ruhms entscheidend geprägt haben.Unter den über 60 vertretenen Positionen findet sich auch Andy Warhol, der später selbst die Mechanismen von Wiederholung und Prominenz reflektierte.

Im MoMA wird damit deutlich: Celebrity war nie „authentisch“, sondern immer schon ein bearbeitetes Bildsystem. Die Ausstellung wirkt dadurch überraschend aktuell, weil sie die Wurzeln heutiger Bildoptimierung sichtbar macht.

MoMA

Auf Partnersuche? Geistesblüten App!

Geben Sie’s zu! Ohne Handy oder Tablet gehen Sie fast nie aus dem Haus. Nehmen Sie uns doch mit! Denn was sucht man, wenn man sich nach einem Partner fürs Leben umschaut? Schöne Erlebnisse! Wir helfen gern und vertreiben Ihnen am Flughafen oder in Bus und Bahn die Zeit, und auch sonst sind wir mit der Geistesblüten App gern Ihr ständiger Begleiter. Einer hakt sich rechts ein, einer links und schon beflügeln wir mit dem Geistesblüten Infotainment und Onlineshop Ihre wertvolle Freizeit.

Auf Partnersuche? Geistesblüten App!

Albino Verlag

Im kolumbianischen Cartagena de Indias durfte Björn Koll die Dreharbeiten eines Filmprojekts der legendären Studios BelAmi und Corbin Fisher fotografisch begleiten. Ihn interessierte dabei weniger das Geschehen vor der Kamera als die intimen und privaten Momente der elf Models in den Drehpausen. Die „Cartagena Diaries“ lassen den zweiwöchigen Aufenthalt in einem Kolonialpalast aus dem 16. Jahrhundert wie einen einzigen unbeschwerten Tag im Licht der karibischen Sonne erscheinen. Ein fotografisches Carpe diem – lustvoll, verführerisch und authentisch.

Albino Verlag

Blessing Verlag

Der Sommer 2003 in einer niedersächsischen Kleinstadt beginnt wie immer mit Freibad, Bandproben und den Leichen im Keller von Domis Vater. Dominik, Sohn des Bestatters, kennt sich mit Trauer und Verlust besser aus als die meisten Erwachsenen. Vom Leben selbst versteht er jedoch wenig, bis Biff in seine Klasse kommt. Lässig, impulsiv und unberechenbar fühlt sich Domi gegen seinen Willen von Biffs unstillbarem Hunger nach Leben angezogen.

Kea von Garnier erzählt in ihrem Romandebüt von einem heißen, flirrenden Sommer, in dem sich zwischen zwei jungen Männern etwas entwickelt, das alles andere, Freunde, Familie und Zukunft, in den Schatten stellt. »Restsommer« ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden zwischen Vergänglichkeit und Lebenslust, über die Suche nach Identität, Nähe und Mut, Gefühle auszuleben.

Ein atmosphärischer, sensibler und gleichzeitig unerschrocken lebensnaher Roman.

Blessing Verlag

Rowohlt Verlag

Siri und Paul waren 43 Jahre verheiratet. In »Ghost Stories« erzählt Siri Hustvedt auf eindringliche und persönliche Weise von diesen gemeinsamen Jahrzehnten, von ihrer Liebe, ihren Gesprächen, dem Schreiben nebeneinander und dem unermesslichen Verlust nach Paul Austers Tod. Er wird in ihren Erinnerungen allgegenwärtig – in seiner Jacke, in Zigarrenrauch, in den Büchern, die sie erneut liest. Gleichzeitig lässt sie ihn durch Briefe und sein letztes unvollendetes Werk »Letters to Miles« noch einmal zu Wort kommen.

Siri verbindet Memoir, Liebesgeschichte und philosophische Reflexion zu einem klaren und intensiven Porträt von Nähe, Verlust und der Fortdauer von Liebe in Texten und Erinnerungen. Sie öffnet Kisten voller Fotos, Zettel und Briefe, schildert kleine Alltagsmomente und zeigt, wie sehr zwei Leben ineinander verwoben sein können, über Jahrzehnte hinweg.

»Ghost Stories« ist ein aufrichtiges, eindringliches Buch, das nicht nur die Beziehung von Hustvedt und Auster nachzeichnet, sondern auch darüber nachdenken lässt, wie Liebe, Erinnerung und Kreativität ein Leben prägen.

 

Rowohlt Verlag

Klett Cotta Verlag

Jacqueline Harpman aus Etterbeek zählt zu den großen Stimmen der französischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts, die wir jetzt wiederentdecken können. Ihre eigene Geschichte – Flucht vor den Nationalsozialisten nach Casablanca, Krankheit, das Studium der Psychoanalyse – prägt das feinfühlige Gespür für menschliche Abgründe in ihren Texten.
In ihrem Roman »Ich, die ich Männer nicht kannte« sitzen neununddreißig Frauen tief unter der Erde gefangen, abgeschottet von der Welt, ohne Erinnerung, ohne Zeitgefühl, unter der Aufsicht schweigsamer Männer. Dann ertönt ein Alarm, die Türen stehen offen. Ausgerechnet die vierzigste Gefangene, die niemals etwas anderes kannte, wagt den ersten Schritt. Doch die ersehnte Freiheit entpuppt sich als eine fremde und herausfordernde Welt, in der Überleben, Selbstbestimmung und Gemeinschaft neu erlernt werden müssen. Und schon pochen Fragen wie: Was bedeutet Freiheit? Wie entkommt man sich selbst? Und kann es, darf es Glück geben, jetzt, wo alles aus den Fugen geraten ist?
Harpmans Roman gibt es jetzt in neuer deutscher Übersetzung von Luca Homburg! Und wer meint, alle guten modernen Klassiker sind drei, liest gleich noch Marlen Haushofers »Die Wand« und Margaret Atwoods »Der Report der Magd«.

Klett Cotta Verlag

Urania Berlin

Schon vor über 135 Jahren verstanden die Gründer:innen der Urania, dass wissenschaftliche Erkenntnisse möglicherweise für Schwellenangst sorgen können. Frei nach der Devise »Ängste machen eng, Wissen schafft Zugang« gründeten sie einen Ort für interessierte Laien. Alexander von Humboldt war mit seinen öffentlichen »Kosmos-Vorlesungen« einer der ersten Impulsgeber, der einem breiten Publikum versiert unterhaltsam vermittelte, dass nicht alles, was sparkelt unerreichbar ist.
Die Urania bietet Veranstaltungen für alle Altersgruppen an. Zum Programm gehören allgemeinverständliche Vorträge zu aktuellen Fragen aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft. Aktuelle Reihen um komplexe und interdisziplinäre Themen zu vertiefen heißen: bzw.:Beziehungswesen, Homo Ludens, StadtNaturOnTour und Tomorrow:jetzt.

Urania Berlin

Scheidegger & Spiess

Wenn über Diego Giacometti gesprochen oder geschrieben wird, dann geschieht dies meist im Verhältnis zu seinem berühmten älteren Bruder Alberto, mit dem er eng verbunden war und zusammengearbeitet hat. In dieser Monografie ist Diego die Hauptperson, dessen eigenständiges, vielgestaltiges _uvre nun eine längst überfällige Würdigung erfährt. Bekannt ist, dass seine Erfolgsgeschichte erst nach dem Tod von Alberto 1966 beginnt. Hier wird nun deutlich, dass seine künstlerischen Anfänge weit früher liegen.

Die Texte beleuchten Lebensweg und Schaffen von Diego Giacometti als eigenwilligem Künstler. Die Abbildungen zeigen zum einen bislang nicht publizierte frühe Arbeiten, die Basis seines späteren Werks sind. Zum anderen werden seine Möbelentwürfe präsentiert sowie Bauteile, aus denen er seine Objekte fertigte. Sie bieten auch Einblicke in den Schaffensprozess des Künstlers.

Scheidegger & Spiess

Hanser Verlag

Roberto Saviano wirft einen völlig neuen Blick auf die Mafia – und erzählt die bisher unbekannte Geschichte der FrauenErstmals ein Buch über die Rolle der Frauen in der Mafia – Roberto Saviano zeigt, wie die Strukturen und Werte des organisierten Verbrechens das Liebes- und Familienleben bestimmen. Packend erzählt „Treue“ von realen Frauen in der Mafia: beispielsweise von Maria Grazia Conte, deren heimlicher Sohn mit einem Mafiaboss ihr zum Verhängnis wird. Von Vincenzina Marchese, durch deren erzwungene Heirat der Frieden zwischen zwei rivalisierenden Mafiafamilien besiegelt werden soll. Und von Anna Carrino, die die Geschäfte ihres Mannes übernimmt, während er im Gefängnis sitzt – bis sie von seiner heimlichen Geliebten erfährt und auspackt. Saviano gibt einmalige Einblicke in weibliche Schicksale in der männlich dominierten Welt der Mafia.

Hanser Verlag

C.H.Beck

Wir denken, wir wären nicht fähig, ein Verbrechen zu begehen, bis wir es tun

Stürmisch und jenseits aller Konventionen erzählt Ariana Harwicz von einer Leidenschaft, die sich selbst verzehrt. „kopflos“ ist die Geschichte einer Entführung ? ein Roman, wie man ihn über Mutterschaft noch nie gelesen hat, sprachlich sensationell, emotional kaum zu fassen.

Menschen glauben zu wissen, wozu sie fähig sind. Sie denken, dass sie unter keinen Umständen ihre Eltern umbringen oder einem Kind etwas antun könnten. Sie denken, sie wären nicht fähig, ein Verbrechen zu begehen, bis sie es tun.
Ein Supermarkt in Frankreich. Lisa hofft, einen Blick auf ihre fünfjährigen Zwillinge werfen zu können, die mit ihrem Vater einkaufen sind. In einem Sorgerechtsprozess hat sie das Umgangsrecht mit den Söhnen verloren und darf sich dem Haus der Familie nicht mehr nähern. Ihre Kinder sieht sie nur noch einmal im Monat unter Aufsicht. Der Schmerz, das Heranwachsen ihrer Söhne nicht mehr Tag für Tag mitzubekommen, ist so überbordend wie ihre Emotionen. Ihre Pflichtverteidigerin verzweifelt an Lisa, die sich selbst zur größten Gefahr wird, während sie das Leben ihrer eigenen Familie observiert. Doch das Beobachten, das immer mehr zur Obsession wird, reicht irgendwann nicht mehr aus …

C.H.Beck

Humboldt Forum

Sie gehen durch eine Ausstellung, schauen umher und auf einmal zieht sie eins der Objekte besonders an.
Mit dieser Idee hat das Humboldt Forum internationale Autoren eingeladen, sich in den Sammlungen ein Objekt auszuwählen und darüber zu schreiben – wie immer sie wollen. Priya Basil, die Kuratorin des Projekts, hat für diesen Ansatz den Begriff „Fabulographie“ eingeführt: Es geht darum, kreativ mit Lücken, Leerstellen und (Un-)Wahrheiten rund um die Objekte zu arbeiten, um narrative und imaginative Landschaften zu eröffnen, die zu lange durch das Museum kontrolliert und begrenzt wurden.

Wie weit können uns Geschichten beim Verstehen, Erleben und Vorstellen anderer Welten bringen?
Finden Sie  heraus, wenn Objekte Widerworte geben.

Humboldt Forum

Philharmonie Berlin

Seit der Saison 2019/20 ist Kirill Petrenko Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker. Als Kind einer Musikerfamilie – der Vater Konzertmeister, die Mutter Dramaturgin – stand für Kirill Petrenko quasi von Geburt an fest, dass auch er Musiker, ja Dirigent werden sollte und bereit war, zur Entfaltung seiner hohen Begabung viel auf sich zu nehmen. Mit gerade mal 18 Jahren ging es von Omsk nach Feldkirch, vom dortigen Konservatorium an die Musikuniversität in Wien, vom Abschlusskonzert direkt als Repetitor und Kapellmeister an die Wiener Volksoper. Vor 25 Jahren kam dann der Ruf als Generalmusikdirektor ans traditionsreiche Meininger Theater und damit auf Jahre hinaus zunächst eine Laufbahn als Operndirigent. In drei Städten war Kirill Petrenko musikalischer Leiter von Opernhäusern, das Musiktheater stand bislang unzweifelhaft im Zentrum seines Wirkens – obwohl sein Berufswunsch anfangs eigentlich der Symphonik gegolten hatte. Doch der Fachwechsel innerhalb des Metiers war ein Zufall, der sich als Glücksfall erwies. Auf der Seite der Berliner Philharmoniker finden Sie nicht nur das kommende Programm und die Möglichkeit, Tickets zu kaufen. Sie erfahren auch viel über den Werdegang der einzelnen Mitglieder der Berliner Philharmoniker, zur Orchestergeschichte, zur Stiftung und gastierenden Ensembles.

Philharmonie Berlin

C.H. Beck Verlag

Es war die Nacht zum 28. Juni 1969. In dieser Sommernacht wehrten sich junge Männer und Frauen im Stonewall Inn, einer Homosexuellenbar in New York, gewaltsam gegen eine Razzia der Polizei. Flaschen flogen, Stimmen schrien, Menschen stellten sich mutig dem jahrelangen Druck entgegen. Der kleine „Aufstand der Anstößigen“ wurde später zum großen, weltweiten Symbol des Widerstands und der Selbstbehauptung einer entrechteten Minderheit. In der Menge stachen Persönlichkeiten wie Marsha P. Johnson, Sylvia Rivera und Stormé DeLarverie hervor, deren Courage die Nacht trug und den Funken einer Bewegung entzündete.

Noch im selben Jahr wurde in der Bundesrepublik Deutschland der Paragraph 175 liberalisiert, während in der DDR Homosexualität bereits straffrei war. Thomas Sparr schildert den Mythos und die Wirklichkeit des Aufstands in der Christopher Street und zeigt seine Folgen bis heute. Wie veränderte er die Selbstbilder homosexueller Frauen und Männer und die Art, in der andere sie wahrnehmen?

Für schwule Männer, für LGBTIQ* ist diese Nacht spürbar. Sie erinnert daran, dass Freiheit erkämpft werden muss, dass Sichtbarkeit ein Risiko, aber auch ein Recht ist. Jahr für Jahr erinnern die Christopher Street Days in Deutschland, in Amerika, in Budapest und selbst in Teheran, Moskau und Minsk daran: Wer sich nicht wehrt, liebt verkehrt. Die Straße brennt in Erinnerung, die Stimmen hallen nach, und die Straßen von Greenwich Village bleiben das Symbol dafür, dass selbst die Kleinsten Aufstände entfesseln können, die Geschichte schreiben.

C.H. Beck Verlag

Humboldt Forum

Familie ist ein unscharfer Sammelbegriff für unterschiedlichste Formen des Miteinanders. Sie steht für Herkunft und Zugehörigkeit, aber auch für Verpflichtung und Konflikt. Als ein zentraler Baustein des sozialen Lebens vermittelt die Familie Regeln und Normen, prägt Wünsche, Ängste und Zielvorstellungen. Zugleich gibt es keine verbindliche Definition dessen, was eine Familie ist. In unterschiedlichen Zeiten und Kulturen kann darunter sehr Verschiedenes verstanden und selbstverständlich gelebt werden. Die interdisziplinäre Ringvorlesung „Beziehungsweise Familie“ ist sich der widersprüchlichen Realität des heute insbesondere in den westlichen Industriestaaten verbreiteten Modells der Kernfamilie gewidmet und fragt nach Alternativen aus globaler Perspektive. Renommierte Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen und Fachrichtungen stellen aktuelle Forschungen zur Diskussion, die sich mit den Potenzialen alternativer Familien- und Verwandtschaftskonzepte hinsichtlich ihrer kreativen, ethischen und innovativen Aspekte auseinandersetzen.

Humboldt Forum

Villa Grisebach

In der Berliner Fasanenstraße agiert das Auktionshaus Grisebach mit einer Mischung aus Marktpräzision und kunsthistorischem Feingefühl. Die Villa wird vor den Auktionen zum temporären Museum, in dem Werke des 19. bis 21. Jahrhunderts, Photographie und ausgewählte Objekte in konzentrierten Dialog treten. Sammler schätzen die Verbindung aus Expertise, persönlicher Beratung und internationaler Reichweite.

Die Sommerauktionen 2026 versprechen erneut ein Panorama zwischen Klassischer Moderne und Gegenwart. Liveauktionen und digitale Formate greifen ineinander, wodurch sich lokale Atmosphäre und globale Bietdynamik produktiv ergänzen. Über 250.000 Interessierte weltweit verfolgen jährlich die Präsentation der Werke online wie offline.

Jüngste Ergebnisse mit Positionen von Paula Modersohn-Becker, Günther Uecker, Andy Warhol und Neo Rauch zeigen, wie selbstverständlich historische Autorität und zeitgenössische Relevanz verzahnt werden. Individuelle Betreuung, diskrete Ankäufe und fundierte Provenienzforschung bilden dabei das Vertrauensfundament, auf dem sich Einlieferer und Käufer gleichermaßen bewegen.

Villa Grisebach

btb Verlag

Zehn Frauen und zehn Männer machen freiwillig bei einer Gameshow mit, die ihnen Luxus, Ruhm und ein besseres Leben verspricht. Sie wissen, dass sie beobachtet werden. Sie wissen, dass es Regeln gibt. Was sie nicht wissen: wie radikal diese Regeln ihr Denken, ihr Begehren und ihre Moral auf den Kopf stellen sollen.

Sie dürfen nichts Privates über sich erzählen. Nichts über ihre Herkunft, ihre Vergangenheit oder Pläne. Jeder Verstoß wird bestraft. Ihre Identität wird gelöscht. Anfangs sind die Frauen in dem exklusiven und doch halb verfallenen Anwesen mitten in der Wüste unter sich. Es gibt weder Handys noch Uhren, kein Papier, keine Stifte. Statt nur rumzuhängen, räumen die Frauen auf. Sie putzen, kochen, stylen sich, machen sich bereit. Für wen genau, wissen sie noch nicht. Tage später treffen die Männer ein. Sie kommen aus der Wüste. Ihre Körper sind verschrammt, ihre Lippen verbrannt. Einige haben blaue Flecken. Als hätten die Männer den ersten Akt des Spiels bereits hinter sich, nur ohne Publikum.

Von da an gilt: Wer nachts allein schläft, ist bei Sonnenaufgang verschwunden. Wer seine Aufgaben erfüllt, bekommt etwas: Ein Glas Erdbeermarmelade. Eine Couch. Ein Morgenmantel. Die Belohnungen sind lächerlich klein und zugleich existenziell. Aisling Rawle entwirft ein Szenario zwischen Reality-TV, Dystopie und Gesellschaftslabor, in dem Menschen bereit sind, andere zu opfern, wenn »Das Spiel« es verlangt.  Exklusives Interview mit der Autorin Aisling Rawle im Geistesblüten Mag №26.

btb Verlag

Distanz Verlag

Queere Kunst in der DDR? Aber hallo!

Die Lebenssituation queerer Menschen in der DDR war von staatlicher Kontrolle, Tabuisierung und gesellschaftlicher Unsichtbarkeit geprägt. Zwar schaffte die DDR bereits 1968 und damit wesentlich früher als die BRD im Strafgesetzbuch den § 175 ab, doch blieb mit § 151 eine Ungleichbehandlung bestehen. Trotz schrittweiser Entkriminalisierung blieb Homosexualität gesellschaftlich und politisch stark stigmatisiert. Nach dem Mauerfall verbesserte sich die Situation queerer Künstler*innen nicht signifikant – im Gegenteil: Viele Künstler*innen aus der DDR drohten in Vergessenheit zu geraten.

Die Verbindung beider Perspektiven – queere Biografien und künstlerische Ausdrucksformen in der kommunistischen Diktatur – bleibt bisher ein weitgehend unerforschtes Feld. Das Ausstellungs- und Publikationsprojekt beleuchtet queere künstlerische Positionen aus der DDR und widmet sich der Frage, wie Sexualität die Kunst und professionelle Entwicklung unter der kommunistischen Diktatur beeinflusste. Anhand von Künstler*innenbiografien und Werken von Toni Ebel, Andreas Fux, Harry Hachmeister, Jochen Hass, Dorothea von Philipsborn, Erika Stürmer-Alex, Rita „Tommy“ Thomas, Jürgen Wittdorf und Egon Wrobel zeigt das Buch, wie unterschiedlich die Kunstschaffenden mit den politischen und gesellschaftlichen Einschränkungen ihrer Zeit umgingen.

Die Ausstellung im Museum Mitte läuft noch bis zum 30. August 2026.

 

Distanz Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Er betritt keine Bühne – er entfacht sie. Daniel Donskoy ist einer dieser seltenen Künstler, die nicht nur spielen, sondern leben, was sie erzählen. Schauspieler, Musiker, Autor, Verführer – ein Multitalent, das lieber riskiert als wiederholt. In der neuen Ausgabe des Geistesblüten Magazin № 25 spricht er exklusiv über Selbstfindung, Nacktheit und die Lust, sich selbst immer wieder neu zu erfinden.
In seinem Debütroman « Brennen » schreibt Donskoy über einen Mann, der sich verliert, um sich zu finden – roh, sinnlich, ungeschminkt. Ein Künstler, der keine Angst hat, Haut zu zeigen, weder körperlich noch seelisch. Der lieber verbrennt, als lau zu bleiben.
»Solange man brennt, lebt man«, sagt er. Und man glaubt ihm jedes Wort.

 

Kiepenheuer & Witsch

Hamburger Bahnhof

Sprache und Wahrheit neu erleben

Die in Mumbai lebende Künstlerin Shilpa Gupta (Preisträgerin des Possehl-Preises 2025) ist bekannt für ihre packenden Werke, die untersuchen, wie wir Informationen teilen oder unterdrücken. Im Zentrum ihrer Berliner Schau steht die monumentale Installation TRUTH: Wer durch die riesigen Buchstaben wandert, spürt direkt, wie zerbrechlich und umkämpft unsere Wahrheit heute ist.

Ihre Arbeiten treten dabei in einen faszinierenden Dialog mit Werken von Joseph Beuys. Beide eint der Fokus auf Sprache und soziale Reflexion. Als Highlight zum 30-jährigen Jubiläum des Hamburger Bahnhofs feiert die Ausstellung den offenen Austausch, der das Museum seit seiner Gründung prägt. Nach Stationen in London und New York bringt Gupta nun ihre multidisziplinäre Kunst – von Skulptur bis Performance – direkt in den Hamburger Bahnhof nach Berlin.

Hamburger Bahnhof

Deutsches Theater

Ulrich Matthes steht als Jacob McNeal auf der Bühne, ein US-amerikanischer Schriftsteller, charismatisch, narzisstisch und selbstzerstörerisch. Er hat für die Literatur gelebt, auf Kosten von Beziehungen, Gesundheit und Moral, und wird nun am Höhepunkt seines Ruhms von seiner Vergangenheit eingeholt und von einer Technologie überholt, die Texte in rasanter Geschwindigkeit produziert: künstliche Intelligenz.

Matthes macht McNeals Zerfall spürbar, die Schuld, den Narzissmus, den Alkoholismus und die Verletzungen, die er anderen zufügt. Gleichzeitig reflektiert das Stück die poetologische Frage, ob menschliche Kreativität sich von maschineller nur durch Schmerz, Erinnerung und Leben unterscheidet. Während McNeal noch aus eigenen Erfahrungen schöpft, arbeitet die KI effizient, unermüdlich und emotionslos, ein unbarmherziger Spiegel unserer digitalen Gegenwart.

»Der Fall McNeal« ist mehr als ein Porträt eines Narzissten. Das Stück wirft Fragen nach Verantwortung, Authentizität und der Zukunft der Kunst auf. Theater wird zu einem Labor, in dem Matthes die Zerbrechlichkeit des Menschlichen, die Übermacht der Maschine und die Möglichkeiten des analogen Erlebens erfahrbar macht. Für Zuschauer*innen wird spürbar, dass wir uns in einer Welt wiederfinden, in der Kunst, Technik und Menschlichkeit aufeinanderprallen und die Bühne einer der letzten Orte ist, an dem wir diese Konflikte unmittelbar erleben können.

Deutsches Theater

Staatsballett Berlin

Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des Staatsballett Berlin, Deutschlands größter Ballettkompanie, die 79 Tänzerinnen und Tänzer aus 30 Nationen auf drei renommierten Bühnen vereint: der Deutschen Oper Berlin, der Komischen Oper Berlin und der Staatsoper Unter den Linden. Seit seiner Gründung 2004 ist das Staatsballett ein Magnet für künstlerische Exzellenz – von Vladimir Malakhovs innovativen Visionen über die poetisch-introspektiven Werke Nacho Duatos bis zu den mutigen Choreographien von Sasha Waltz und Johannes Öhman. Unter der Leitung von Christian Spuck vereint die Kompanie klassisches Repertoire mit avantgardistischen Neukreationen und wurde von den Kritikerinnen und Kritikern der Zeitschrift Tanz zur «Kompanie des Jahres» gekürt und in der darauffolgenden Saison zu einem «Glanzlicht 2025».

Ein Highlight dieser Saison ist »Nurejew«. Nach dem Moskauer Bolschoi zeigt die Deutsche Oper in Berlin als Erste außerhalb Russlands das von Star-Regisseur Kirill Serebrennikov und Choreograph Yuri Possokhov in Szene gesetzte Stück.  Mit dem Star-Tänzer David Soares als Nurejew.

Staatsballett Berlin

Kunsthaus Dahlem

Das Kunsthaus Dahlem lädt ein, eine faszinierende Epoche der jugoslawischen Kunst neu zu entdecken. Die Ausstellung zeigt, wie sich zwischen 1945 und 1960 aus den politischen Umbrüchen in Jugoslawien eine eigenständige künstlerische Sprache entwickelte. Anhand bedeutender Werke aus dem Nationalmuseum für Moderne Kunst in Zagreb wird der Wandel vom Sozialistischen Realismus hin zu Abstraktion und experimenteller Figuration sichtbar.

Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierte zunächst die heroische Darstellung von Partisanen, Wiederaufbau und führenden Politiker:innen, vor allem Tito. Doch nach dem Bruch mit Stalin 1948 öffnete sich Jugoslawien zunehmend nach Westen. Abstrakte Malerei, freie Formen und existenzielle Figuration entstanden, Kunst wurde ein Mittel der Kulturdiplomatie und machte Zagreb zu einem Zentrum der internationalen Moderne.

Die Ausstellung zeigt nicht nur die ästhetische Entwicklung, sondern auch die Spannungen, die damit verbunden waren: die künstlerische Freiheit wuchs in einem Umfeld von politischer Kontrolle, Repression und der brutalen Verfolgung von Gegner:innen. So erzählen die Werke von Hoffnung, Widerstand und Aufbruch und spiegeln zugleich die komplexe politische Realität ihrer Zeit.Kuratiert von Branko Franceschi und Marta Radman aus Zagreb, eröffnet die Ausstellung die Möglichkeit, die Kraft und Vielschichtigkeit der Kunst jener Jahre zu erleben und nachzuspüren, wie ästhetische Strategien politische und gesellschaftliche Räume formen können.

Kunsthaus Dahlem

Fotografiska

Die Geschichte von Anton Corbijn beginnt auf einer kleinen und ruhigen niederländischen Insel. Dort wuchs er als Sohn eines Pfarrers auf. Für den jungen Corbijn war Musik ein Zufluchtsort, in den er in jeder freien Minute eintauchte. Er fand in der Kamera ein Werkzeug, das sein ständiger Begleiter wurde. Sie half ihm, seine Faszination für Musik auszudrücken und vor allem, seine eigene Schüchternheit zu überwinden. Als Corbijn 1979 nach London zog, pulsierte die musikalische Szene der Stadt mit Bands wie The Clash, The Jam und Joy Division. Bereits zehn Tage nach seiner Ankunft fotografierte er Joy Division. Er behauptete, er sei im Auftrag eines großen niederländischen Magazins unterwegs, obwohl er keinen offiziellen Auftrag hatte. Nachdem er im vergangenen Jahr seinen 70. Geburtstag gefeiert hat, blickt Corbijn auf ein umfassendes Werk zurück. Dieses ist in über fünf Jahrzehnten entstanden und reicht von Fotografien über Musikvideos bis zu Spielfilmen. Die Ausstellung Corbijn, Anton feiert sein 50-jähriges Schaffen und versammelt mit etwa 150 Fotografien wichtige Momente seiner Karriere: ikonische Porträts von Legenden wie Depeche Mode, Tom Waits, U2, den Rolling Stones, Martin Scorsese und Marlene Dumas sowie deutsche Ikonen wie Nina Hagen, Herbert Grönemeyer, Einstürzende Neubauten und Wim Wenders. Sein Markenzeichen: ein körniges Schwarz-Weiß, das die unverwechselbare Bildsprache seiner Arbeiten prägt.

Fotografiska

Hanser Verlag

Ein geheimnisvolles Bild, eine nicht gelebte große Liebe: nach »Die Geschichte des Klangs« das neue Buch von Ben Shattuck

Ein neues Glanzstück von Ben Shattuck, dem Meister der filigranen Seelenerkundung: Nantucket im Jahre 1796. Die verwitwete Laurel bekommt überraschend Besuch von ihrer Jugendliebe Will in Begleitung seiner jungen Braut. Sie sind auf dem Weg nach Barbados und bleiben über Nacht. Während alle schlafen, durchsucht Laurels Sohn Wills Sachen und findet alte Liebesbriefe. Am Morgen darauf ist Will ohne Vorwarnung verschwunden, er hat nur ein Bild hinterlassen, das ein Rotkehlchen zeigt, an dessen Bein ein himmelblaues Band gebunden ist. Zweihundert Jahre später taucht das rätselhafte Bild wieder auf. Ein Maler versucht seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Hanser Verlag