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Humboldt Forum

Familie ist ein unscharfer Sammelbegriff für unterschiedlichste Formen des Miteinanders. Sie steht für Herkunft und Zugehörigkeit, aber auch für Verpflichtung und Konflikt. Als ein zentraler Baustein des sozialen Lebens vermittelt die Familie Regeln und Normen, prägt Wünsche, Ängste und Zielvorstellungen. Zugleich gibt es keine verbindliche Definition dessen, was eine Familie ist. In unterschiedlichen Zeiten und Kulturen kann darunter sehr Verschiedenes verstanden und selbstverständlich gelebt werden. Die interdisziplinäre Ringvorlesung „Beziehungsweise Familie“ ist sich der widersprüchlichen Realität des heute insbesondere in den westlichen Industriestaaten verbreiteten Modells der Kernfamilie gewidmet und fragt nach Alternativen aus globaler Perspektive. Renommierte Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen und Fachrichtungen stellen aktuelle Forschungen zur Diskussion, die sich mit den Potenzialen alternativer Familien- und Verwandtschaftskonzepte hinsichtlich ihrer kreativen, ethischen und innovativen Aspekte auseinandersetzen.

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Sie gehen durch eine Ausstellung, schauen umher und auf einmal zieht sie eins der Objekte besonders an.
Mit dieser Idee hat das Humboldt Forum internationale Autoren eingeladen, sich in den Sammlungen ein Objekt auszuwählen und darüber zu schreiben – wie immer sie wollen. Priya Basil, die Kuratorin des Projekts, hat für diesen Ansatz den Begriff „Fabulographie“ eingeführt: Es geht darum, kreativ mit Lücken, Leerstellen und (Un-)Wahrheiten rund um die Objekte zu arbeiten, um narrative und imaginative Landschaften zu eröffnen, die zu lange durch das Museum kontrolliert und begrenzt wurden.

Wie weit können uns Geschichten beim Verstehen, Erleben und Vorstellen anderer Welten bringen?
Finden Sie  heraus, wenn Objekte Widerworte geben.

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btb Verlag

Wer schon einmal neben Michaela Karl bei einem Abendessen saß, weiß, dass Schweigen überschätzt wird. Und dass man seiner Gastgeberin ewig dankbar bleibt – nicht nur, weil das Essen gut war, sondern weil man nach Hause geht mit dem Gefühl, glänzend unterhalten, geistreich bereichert und auf angenehmste Weise beschwingt worden zu sein. Wäre sie Dorothy Parkers Zeitgenossin gewesen, sie hätten sich im Aufzug des Algonquin Hotel über Männer, Manuskripte und Martini-Reste hinweg angefreundet. Leider nahm Dorothy den Express nach unten.
Nun hat Michaela Karl ihr neues Buch veröffentlicht: »Kluge Frauen bezahlen ihre Kleider selbst« – und allein der Titel ist schon eine Ohrfeige mit Seidenschleife. Darin erzählt sie das Leben der wunderbaren, widerspenstigen Elsa Schiaparelli – jener Frau, die Mode trug wie andere eine Meinung: laut, scharf und unmöglich zu ignorieren.
Schiaparelli war die, die lachte, während Chanel noch maß. Sie trug Hummer auf Kleidern, Dalí im Herzen und „Shocking Pink“ im Blut. Ihre Entwürfe waren surreal, kühn und zu klug, um brav zu sein. Sie machte Mode, die nicht gefiel – sie verführte. Und als sie 1927 in einem Pullover mit eingestrickter Schleife erschien, wusste Paris: Das war kein Auftritt – das war ein Angriff mit Stilmitteln.
Michaela Karl erzählt das mit Witz, Geist und einem Funkeln, das Schiaparelli selbst gefallen hätte. Ein Buch über Stil als Haltung, über Widerspruch als Zierde – und über Frauen, die lieber leuchten, als sich anpassen.
Oder, um es mit Elsa selbst zu sagen:
„In difficult times, fashion is always outrageous.“

btb Verlag

Hirmer Verlag

Farben, die fließen wie Gedanken, Malerei, die atmet – Helen Frankenthaler revolutionierte die Kunst mit einem einzigen »Move«. Die erste Malerei-Wechselausstellung des Museums Reinhard Ernst würdigt den Pioniergeist Helen Frankenthalers (1928–2011) in einem Rundgang durch vier Jahrzehnte ihres unermüdlichen Engagements und macht damit ihre Hingabe an das Medium Malerei sichtbar. Fast 50 Werke aus der weltweit größten privaten Sammlung zeigen, wie Frankenthaler mit ihrer revolutionären Soak-Stain-Technik die Leinwand selbst zum Medium machte: Farbe sickert ein, Räume öffnen sich, fließen ineinander. Inspiriert von Cézanne, Pollock und Matisse, doch unverkennbar eigen, malte sie Kompositionen voller Sinnlichkeit, Risiko und Präzision. Kritiker Clement Greenberg war Mentor und Partner, Künstler Robert Motherwell ihr Ehemann – doch Frankenthaler fand ihre eigene Stimme und wurde zur Ikone einer neuen Malerei. Ihre Werke – groß, frei, leuchtend – sind ein poetischer Kontrapunkt zum wilden Gestus der männlichen Kollegen. »Ich denke lieber, bewege und mache, als stehen zu bleiben«, sagte sie – und ließ daraus ein Œuvre entstehen, das bis heute nachhallt. Ein Tauchgang in Farbe, Bewegung und künstlerischer Freiheit – festgehalten im Katalog »Move and Make«.

Hirmer Verlag

Blessing Verlag

Der Sommer 2003 in einer niedersächsischen Kleinstadt beginnt wie immer mit Freibad, Bandproben und den Leichen im Keller von Domis Vater. Dominik, Sohn des Bestatters, kennt sich mit Trauer und Verlust besser aus als die meisten Erwachsenen. Vom Leben selbst versteht er jedoch wenig, bis Biff in seine Klasse kommt. Lässig, impulsiv und unberechenbar fühlt sich Domi gegen seinen Willen von Biffs unstillbarem Hunger nach Leben angezogen.

Kea von Garnier erzählt in ihrem Romandebüt von einem heißen, flirrenden Sommer, in dem sich zwischen zwei jungen Männern etwas entwickelt, das alles andere, Freunde, Familie und Zukunft, in den Schatten stellt. »Restsommer« ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden zwischen Vergänglichkeit und Lebenslust, über die Suche nach Identität, Nähe und Mut, Gefühle auszuleben.

Ein atmosphärischer, sensibler und gleichzeitig unerschrocken lebensnaher Roman.

Blessing Verlag

Yorck Kinogruppe

»Hamnet« ist einer dieser seltenen Filme, die leise beginnen und einen dann nicht mehr loslassen. Kein prunkvolles Historienkino, sondern ein sinnliches, tief empfundenes Drama. Bei den Golden Globes als bestes Drama ausgezeichnet und bei den Oscars gleich achtmal nominiert, zählt der neue Film von Chloé Zhao zu den eindrucksvollsten Kinoerlebnissen des Jahres.

Im Zentrum steht eine Liebe auf den ersten Blick, die keine klassische Romanze ist, sondern eine Seelenverwandtschaft. William Shakespeare und Agnes Hathaway finden einander als zwei Außenseiter, die sich gerade in ihrer Verschiedenheit erkennen. Agnes, eine eigenwillige Falknerin und Heilerin, lebt in enger Verbindung mit Wald und Natur. Will, ein stiller junger Mann mit künstlerischen Ambitionen, hält an seinem Schreiben fest, obwohl seine Familie ihm wenig zutraut. Jessie Buckley und Paul Mescal spielen dieses Paar mit großer Zartheit und innerer Spannung.

Chloé Zhao beobachtet genau. Die Beziehung zwischen Agnes und Will ebenso wie das Dorfleben im elisabethanischen England mit seinen starren Ständen und seinen stillen Zwängen. Die Natur wird zur eigenen Erzählerin. Wind, Regen, Nebel und das Summen der Insekten prägen den Rhythmus des Films. Dazu kommt die eindringliche Musik von Max Richter, die ebenfalls für einen Oscar nominiert ist.

Yorck Kinogruppe

Philharmonie Berlin

Seit der Saison 2019/20 ist Kirill Petrenko Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker. Als Kind einer Musikerfamilie – der Vater Konzertmeister, die Mutter Dramaturgin – stand für Kirill Petrenko quasi von Geburt an fest, dass auch er Musiker, ja Dirigent werden sollte und bereit war, zur Entfaltung seiner hohen Begabung viel auf sich zu nehmen. Mit gerade mal 18 Jahren ging es von Omsk nach Feldkirch, vom dortigen Konservatorium an die Musikuniversität in Wien, vom Abschlusskonzert direkt als Repetitor und Kapellmeister an die Wiener Volksoper. Vor 25 Jahren kam dann der Ruf als Generalmusikdirektor ans traditionsreiche Meininger Theater und damit auf Jahre hinaus zunächst eine Laufbahn als Operndirigent. In drei Städten war Kirill Petrenko musikalischer Leiter von Opernhäusern, das Musiktheater stand bislang unzweifelhaft im Zentrum seines Wirkens – obwohl sein Berufswunsch anfangs eigentlich der Symphonik gegolten hatte. Doch der Fachwechsel innerhalb des Metiers war ein Zufall, der sich als Glücksfall erwies. Auf der Seite der Berliner Philharmoniker finden Sie nicht nur das kommende Programm und die Möglichkeit, Tickets zu kaufen. Sie erfahren auch viel über den Werdegang der einzelnen Mitglieder der Berliner Philharmoniker, zur Orchestergeschichte, zur Stiftung und gastierenden Ensembles.

Philharmonie Berlin

C.H. Beck Verlag

Es war die Nacht zum 28. Juni 1969. In dieser Sommernacht wehrten sich junge Männer und Frauen im Stonewall Inn, einer Homosexuellenbar in New York, gewaltsam gegen eine Razzia der Polizei. Flaschen flogen, Stimmen schrien, Menschen stellten sich mutig dem jahrelangen Druck entgegen. Der kleine „Aufstand der Anstößigen“ wurde später zum großen, weltweiten Symbol des Widerstands und der Selbstbehauptung einer entrechteten Minderheit. In der Menge stachen Persönlichkeiten wie Marsha P. Johnson, Sylvia Rivera und Stormé DeLarverie hervor, deren Courage die Nacht trug und den Funken einer Bewegung entzündete.

Noch im selben Jahr wurde in der Bundesrepublik Deutschland der Paragraph 175 liberalisiert, während in der DDR Homosexualität bereits straffrei war. Thomas Sparr schildert den Mythos und die Wirklichkeit des Aufstands in der Christopher Street und zeigt seine Folgen bis heute. Wie veränderte er die Selbstbilder homosexueller Frauen und Männer und die Art, in der andere sie wahrnehmen?

Für schwule Männer, für LGBTIQ* ist diese Nacht spürbar. Sie erinnert daran, dass Freiheit erkämpft werden muss, dass Sichtbarkeit ein Risiko, aber auch ein Recht ist. Jahr für Jahr erinnern die Christopher Street Days in Deutschland, in Amerika, in Budapest und selbst in Teheran, Moskau und Minsk daran: Wer sich nicht wehrt, liebt verkehrt. Die Straße brennt in Erinnerung, die Stimmen hallen nach, und die Straßen von Greenwich Village bleiben das Symbol dafür, dass selbst die Kleinsten Aufstände entfesseln können, die Geschichte schreiben.

C.H. Beck Verlag

Deutsches Theater

Ulrich Matthes steht als Jacob McNeal auf der Bühne, ein US-amerikanischer Schriftsteller, charismatisch, narzisstisch und selbstzerstörerisch. Er hat für die Literatur gelebt, auf Kosten von Beziehungen, Gesundheit und Moral, und wird nun am Höhepunkt seines Ruhms von seiner Vergangenheit eingeholt und von einer Technologie überholt, die Texte in rasanter Geschwindigkeit produziert: künstliche Intelligenz.

Matthes macht McNeals Zerfall spürbar, die Schuld, den Narzissmus, den Alkoholismus und die Verletzungen, die er anderen zufügt. Gleichzeitig reflektiert das Stück die poetologische Frage, ob menschliche Kreativität sich von maschineller nur durch Schmerz, Erinnerung und Leben unterscheidet. Während McNeal noch aus eigenen Erfahrungen schöpft, arbeitet die KI effizient, unermüdlich und emotionslos, ein unbarmherziger Spiegel unserer digitalen Gegenwart.

»Der Fall McNeal« ist mehr als ein Porträt eines Narzissten. Das Stück wirft Fragen nach Verantwortung, Authentizität und der Zukunft der Kunst auf. Theater wird zu einem Labor, in dem Matthes die Zerbrechlichkeit des Menschlichen, die Übermacht der Maschine und die Möglichkeiten des analogen Erlebens erfahrbar macht. Für Zuschauer*innen wird spürbar, dass wir uns in einer Welt wiederfinden, in der Kunst, Technik und Menschlichkeit aufeinanderprallen und die Bühne einer der letzten Orte ist, an dem wir diese Konflikte unmittelbar erleben können.

Deutsches Theater

Albino Verlag

Ein Barbershop-Sänger auf einem Beifahrersitz, ein Biker in schwarzem Leder, ein Londoner Vorort, der plötzlich nach Benzin und Schweiß riecht. In «Pillion», basierend auf dem Roman «Box Hill» von Adam Mars-Jones, begegnen sich Colin, gespielt von Harry Melling, und Ray, verkörpert von Alexander Skarsgård, in einer Geschichte, die weniger von Liebe erzählt als von Kontrolle, Begehren und der Kunst, sich hinzugeben.

Colin, ein schüchterner Mann mit weichem Kern, wird von Ray in eine Welt gezogen, in der Leder zweite Haut ist und Nähe oft schmerzt, bevor sie schön wird. Skarsgård spielt Ray mit der stoischen Ruhe eines Mannes, der weiß, wie weit er gehen kann. Sein Körper spricht, bevor sein Mund es tut, jede Geste eine Einladung und eine Warnung zugleich. Die Sexszenen sind roh, manchmal unbeholfen, immer echt. Kein Hochglanz, keine Ironie, sondern Schweiß, Haut, Macht, Vertrauen. Skarsgård sagte in Zürich, seine eigenen Erfahrungen mit Männern und Frauen seien «nicht relevant», wichtiger sei, dass diese Welt wahrhaftig gezeigt wird. Das spürt man. «Pillion» ist kein Voyeurismus, sondern Offenbarung.

Wer vor oder nach dem Kinobesuch tiefer in diese raue, zärtliche Welt eintauchen möchte, kann den Roman «Box Hill» von Adam Mars-Jones, auf dem der Film basiert, hier im Onlineshop entdecken.

Ein Film über Hingabe und Kontrolle, über das Finden von Freiheit in der Fessel. Und über die Frage, ob Unterwerfung manchmal nicht die ehrlichste Form von Selbstbestimmung ist.

Albino Verlag

Jüdisches Museum Berlin

Zum 100. Geburtstag von Claude Lanzmann (1925–2018), dem herausragenden französischen Journalisten, Filmemacher und Chronisten der Schoa, eröffnet das Jüdische Museum Berlin die Ausstellung »Claude Lanzmann. Die Aufzeichnungen«. Im Zentrum stehen 152 bisher unveröffentlichte Audiokassetten, die Lanzmann in den 1970er-Jahren gemeinsam mit seinen Assistentinnen Corinna Coulmas und Irena Steinfeldt-Levy aufgenommen hat. Die Gespräche mit Überlebenden, Tätern und Zeugen eröffnen einen einzigartigen Zugang zu den komplexen Erinnerungen und historischen Ereignissen der Schoa.

Zum ersten Mal werden diese sensiblen Tondokumente der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und gewähren tiefe Einblicke in die Entstehungsgeschichte von Lanzmanns Dokumentarfilm Shoah (1985) – einem unverzichtbaren Zeugnis, das seit 2023 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Die Ausstellung verbindet diese auditiven Erfahrungen mit ausgewählten Objekten, Dokumenten und Filmaufnahmen.

Parallel dazu veröffentlichen wir im Geistesblüten Magazin № 25 ein exklusives Interview mit Dominique Lanzmann-Petithory, der Witwe Claude Lanzmanns und Leiterin der Association Claude et Felix Lanzmann. Sie spricht über die Verantwortung, die mit der Bewahrung und Öffnung der Tonaufzeichnungen verbunden ist, und über die Arbeitsweise ihres Mannes sowie die ethischen und historischen Dimensionen seines Schaffens.

Jüdisches Museum Berlin

Jetzt geht es App

Lesen endet nicht im Buch. Es beginnt dort.

Mit der Geistesblüten App wird Literatur zur Erfahrung, die verbindet, inspiriert und überrascht.

Buch-Empfehlungen mit Substanz.
Podcasts und Filmtalks, die neue Perspektiven öffnen.
Mit wenigen Swipes: Lesungen und Events im Blick.
Lieblingsbücher bestellen, Neuentdeckungen finden.

Autorinnen und Autoren wie Olga Grjasnowa, Joachim Meyerhoff oder Arne Dahl – nicht fern, sondern mitten im Wohnzimmer.

Geistesblüten ist Buchhandlung, Plattform und Community zugleich.
Kostenlos im App Store und bei Google Play.

Jetzt geht es App

Suhrkamp Verlag

Am Hafen von Le Havre wird ein Mann tot aufgefunden. In der Jackentasche ein Kinoticket und auf dessen Rückseite ihre Telefonnummer. Sie erhält einen Anruf des ermittelnden Polizisten. Nur: Was soll sie – Synchronsprecherin in Paris, Mutter und Ehefrau – mit diesem ermordeten Mann in der 200 Kilometer entfernten Stadt zu tun haben?
Sie reist sofort nach Le Havre. Verlangt, die Leiche zu sehen. Angelangt in der Stadt ihrer Kindheit, begegnet sie unwillkürlich den Bildern ihrer Vergangenheit. Der Hafenkai, das Lichtspielhaus, jeder Ort trägt Spuren vergessener Episoden. Und immer mehr drängt sich ihr die Erinnerung an ihre erste verlorene Liebe auf. Was, wenn der Tote diese Jugendliebe ist, die damals von heute auf morgen wie vom Erdboden verschwunden war?

Ein mysteriöser Tod, eine Spurensuche an den Orten der Jugend und eine Hafenstadt, in der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschwimmen. In ihrem literarischen psychologischen Thriller Brandung verwandelt Maylis de Kerangal einen Kriminalfall in einen Schauplatz innerlichen Aufruhrs und biografischer Erkundungen.

Suhrkamp Verlag

Schaubühne am Lehniner Platz

Sie wollen gutes Theater und Schauspieler:innen von jedem Platz ganz aus der Nähe erleben, dann sind Sie in der Schaubühne ums Eck der Geistesblüten am Ku´damm richtig.
Etwa 30 Schauspieler:innen gehören zum festen Ensemble. Im Repertoire haben sie sowohl Titel der dramatischen Weltliteratur als auch die Gegenwarts-Dramatik international anerkannter Autor:innen (u.a. vom Literaturnobelpreisträger 2023 Jon Fosse).Pro Spielzeit bringt die Schaubühne etwa zehn neue Aufführungen zur Premiere. Dazu kommen jährlich etwa hundert Vorstellungen im Ausland: sowohl bei den großen internationalen Festivals wie Avignon, den Salzburger Festspielen, dem Festival Athen und Epidauros, dem Brandhaarden Festival, Amsterdam oder dem BITEF-Festival, Belgrad als auch im Rahmen von Gastspielen an Theatern in aller Welt, u. a. in New York, Paris, Amsterdam, Rom, Quebec, São Paulo, London, Oslo, Ramallah, Melbourne, Ottawa, Taipeh, Tel Aviv, New Delhi, Seoul, Rennes, Barcelona, Adelaide, Tokio, Prag, Sydney, Montreal oder Peking.
Seit 1999 ist Thomas Ostermeier Mitglied der Künstlerischen Leitung der Schaubühne, seit 2009 ist er Künstlerischer Leiter. In regelmäßigen Gesprächsreihen, unter anderem mit Carolin Emcke, Heinz Bude und Vanessa Vu, verfolgt das Team der Schaubühne das Ziel, aktuelle Diskurse aufzunehmen und gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen.

Schaubühne am Lehniner Platz

dtv

»Stories 2« von Joy Williams versammelt dreizehn neue und klassische Erzählungen einer der markantesten Stimmen der Gegenwartsliteratur. Niemand erzählt von der eigenartigen, oft verstörenden Wirklichkeit unseres Daseins wie Williams – schlicht, beiläufig und zutiefst eindringlich.

Die Autorin, geboren 1944 in Massachusetts und vielfach ausgezeichnet, hat mit ihren Romanen, Kurzgeschichten und Essays ein einzigartiges Werk geschaffen, das minimalistische Präzision mit einer intensiven, oft düsteren Stimmung verbindet. In ihren Geschichten spiegeln sich die Abgründe des modernen Lebens: gescheiterte Existenzen, ökologisches Bewusstsein, kulturelle Entwurzelung und die unerwartete Komik des Alltags. Ihre Figuren sind oft verletzlich, isoliert, und doch von eigentümlicher Schönheit durchdrungen.

Williams’ kürzere Texte – manche nur eine Seite lang, andere kaum mehr als ein paar Zeilen – wirken wie kleine Denkanstöße: sie eröffnen Raum für Reflexion, berühren subtil und hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck. »Stories 2« ist nicht nur ein Lesegenuss, sondern ein Beweis dafür, wie Literatur die seltsamen, peinlichen und wunderbaren Seiten des Lebens einfangen kann.

Von Tucson bis Laramie, von minimalistisch bis brillant, bleibt Joy Williams eine unverwechselbare Stimme in der globalen Literaturlandschaft. »Stories 2« ist für alle, die Literatur lieben, die hinter die Fassade blicken und die Welt in all ihrer bizarren Schönheit neu entdecken wollen.

dtv

S. Fischer Verlage

»Die Einsamkeit von Sonia und Sunny« – nominiert für den Booker Prize 2025 und eines der meist erwarteten Bücher laut The New York Times, Oprah Daily, Time, The Boston Globe, The Washington Post, The Guardian, Harper’s Bazaar

»Die Einsamkeit von Sonia und Sunny« von Kiran Desai ist ein literarisches Meisterwerk, das Herz, Humor und Gesellschaftskritik auf unvergleichliche Weise vereint.

Vom ersten Blick auf einem Nachtzug, über die Schatten der Vergangenheit, bis hin zur Suche nach Zugehörigkeit zwischen Indien und New York – Sonia und Sunny entführen uns in eine Welt voller Sehnsucht, Verletzlichkeit und überraschender Magie. Desai beschreibt mit beeindruckender Präzision das komplizierte Zusammenspiel von Familie, Kultur und persönlichen Traumata, während sie gleichzeitig eine universelle Geschichte über Liebe, Verlust und Selbstfindung erzählt.

Dieses Buch ist mehr als eine Liebesgeschichte: Es ist eine epische Familien- und Gesellschaftssaga, die zwischen den Kontinenten, Generationen und Identitäten schwebt. Mit dichter, poetischer Sprache, tiefgründigen Charakteren und einem feinen Sinn für Humor bietet Desai ein Leseerlebnis, das sowohl emotional berührt als auch intellektuell stimuliert.

S. Fischer Verlage

Spector Books

Seit den frühen 1980er Jahren porträtiert die Künstlerin Annette Frick den Berliner Underground und die queere Subkultur. Nah und authentisch fangen ihre analogen Fotografien etwa Ikonen der Drag- und Transszene ein. In konzeptionellen Foto- und Videoarbeiten beschäftigt sie sich mit Fragen von Identität und Repräsentation. Direkt ist die Künstlerin auch in ihren Selbstinszenierungen und -befragungen. Ihre Porträts gelten zudem nicht nur den Menschen, sondern auch der Stadt Berlin, deren Wandel sie über die Nachwendezeit festhielt. Erst seit wenigen Jahren erhält das Werk von Annette Frick vermehrt institutionelle Aufmerksamkeit, über den Kreis ihrer Szene hinaus. 2023 zeigte das Museum Marta Herford die bis dato größte Einzelschau der deutschen Fotografin. Die aus dieser Ausstellung hervorgegangene Publikation gibt erstmals einen Querschnitt durch ihr Werk. In vielfältigen Textbeiträgen wird es kunst- und gesellschaftswissenschaftlich eingeordnet und poetisch gespiegelt.Annette Frick (geb. 1957 in Bonn) lebt und arbeitet in Berlin als Fotografin, Betreiberin des gemeinsam mit Wilhelm Hein gegründeten Projektraums Casabaubou und Herausgeberin der Fanzines Jenseits der Trampelpfade.

Spector Books

MoMA

Mit der Ausstellung »When I don’t sleep, I dream« würdigt das Museum of Modern Art den kubanischen Künstler Wifredo Lam und eröffnet einen neuen Blick auf die Moderne. Lams Werk verbindet afrikanische, chinesische und europäische Einflüsse zu einer Bildsprache, die Spiritualität, Mythos und Politik verschmilzt.

Geboren 1902 in Kuba, formte Lam sein künstlerisches Bewusstsein in den Wirren des 20. Jahrhunderts. Seine Malerei war, wie er sagte, ein „Akt der Dekolonisierung“, ein Widerstand gegen koloniale Strukturen und ein Plädoyer für die Kraft des Imaginären. Ikonische Werke wie »La Jungla« (1942–43) zeigen seine Vision einer afrokaribischen Identität, die sich jeder Vereinnahmung entzieht.

Kuratiert von Christophe Cherix und Beverly Adams zeichnet die Schau Lams Weg von Europa über die Karibik bis zu seinen späten abstrakten Arbeiten nach, eine Reise durch Traum, Exil und Befreiung.

MoMA

Park X Ullstein

Manchmal riecht Glauben nach Vanillekerze, manchmal nach kaltem Schweiß. In diese Geruchsexplosion, ins Überirdische stößt uns Caroline Schmitts »Monstergott«. Nicht ganz dicht, aber Seite an Seite mit seinen Lämmchen. Er jagt sie, gönnt ihnen keine private Minute. Was auch immer sie unternehmen, er ist immer an ihnen dran. Im tiefen Wald, im Jugendcamp, am Saunaofen, auch wenn sie in Gedanken ganz woanders sind oder sich vor einem Trupp Heiratswilliger die Seele aus dem Körper singen. Bei allen, die zu diesem Gott beten, werden Kinder zu Besitz, Körper überwacht, Gedanken verdreht, Lust verboten bis nur noch die Zwangsjacke passt. Aber auch rundum eingelullt keimen Heimlichkeiten. Vor allem bei Menschen, die gelernt haben, ihre Sexualität unter der Bettdecke zu verstecken, während ihr Vater unser von der Kanzel donnert, dass auch der kleinste Funke »Sünde« sei. Ein Glück, dass sich – Bumsfallera! – ein göttliches Wunder herbeiswipen lässt.

Und Caroline Schmitt? Sie ist sicher keine, die sich im Kirchenchor in der letzten Reihe einfädelt, um zu berühren und berührt zu werden. Wie Sie im Interview in den Geistesblüten №25 erfahren.

Park X Ullstein

Hanser Verlag

Ein geheimnisvolles Bild, eine nicht gelebte große Liebe: nach »Die Geschichte des Klangs« das neue Buch von Ben Shattuck

Ein neues Glanzstück von Ben Shattuck, dem Meister der filigranen Seelenerkundung: Nantucket im Jahre 1796. Die verwitwete Laurel bekommt überraschend Besuch von ihrer Jugendliebe Will in Begleitung seiner jungen Braut. Sie sind auf dem Weg nach Barbados und bleiben über Nacht. Während alle schlafen, durchsucht Laurels Sohn Wills Sachen und findet alte Liebesbriefe. Am Morgen darauf ist Will ohne Vorwarnung verschwunden, er hat nur ein Bild hinterlassen, das ein Rotkehlchen zeigt, an dessen Bein ein himmelblaues Band gebunden ist. Zweihundert Jahre später taucht das rätselhafte Bild wieder auf. Ein Maler versucht seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Hanser Verlag

Komische Oper

Sehen wir uns nach Feierabend bei unseren lieben Nachbarn in der Komischen Oper?

Komische Oper

Kiepenheuer & Witsch Verlag

Julian Barnes verabschiedet sich und tut das auf die wohl typischste Barnes Art. Klug, melancholisch, ironisch und mit einem leisen Lächeln, das einen beim Lesen nicht loslässt. »Abschied(e)« ist kein düsteres Klagelied, sondern ein elegantes Nachdenken über das Älterwerden, das Erinnern und darüber, wie wir aus den Bruchstücken unseres Lebens so etwas wie eine stimmige Geschichte basteln.

Ausgehend von Flauberts lakonischer Einsicht, dass wir kaum geboren schon wieder anfangen abzubröckeln, erzählt Barnes von körperlichen Zumutungen, medizinischen Eingriffen und der statistisch steigenden Wahrscheinlichkeit des Todes, ohne Pathos, dafür mit jener britischen Nüchternheit, die Schmerz nicht leugnet, ihn aber auch nicht ausstellt. Dass der Erzähler Julian Barnes heißt und biografische Spuren offenlegt oder zumindest dazu auffordert, sie zu googeln, ist dabei weniger Bekenntnis als literarisches Augenzwinkern. Was ist Erinnerung, was Erfindung und macht das am Ende überhaupt einen Unterschied?

Berührend sind die Abschiede, von denen dieses Buch erzählt, von der geliebten Frau, von der eigenen körperlichen Unversehrtheit, vielleicht auch von der Rolle als Schriftsteller. Und doch lässt Barnes das Buch nicht im Ernst erstarren. Eine späte Liebesgeschichte zweier Studienfreunde, bei der er selbst als diskreter Kuppler auftritt, bringt Wärme und Witz hinein und die leise Frage, was Glück eigentlich ist und wie viel Zufall darin steckt.

Kiepenheuer & Witsch Verlag

Urania Berlin

Schon vor über 135 Jahren verstanden die Gründer:innen der Urania, dass wissenschaftliche Erkenntnisse möglicherweise für Schwellenangst sorgen können. Frei nach der Devise »Ängste machen eng, Wissen schafft Zugang« gründeten sie einen Ort für interessierte Laien. Alexander von Humboldt war mit seinen öffentlichen »Kosmos-Vorlesungen« einer der ersten Impulsgeber, der einem breiten Publikum versiert unterhaltsam vermittelte, dass nicht alles, was sparkelt unerreichbar ist.
Die Urania bietet Veranstaltungen für alle Altersgruppen an. Zum Programm gehören allgemeinverständliche Vorträge zu aktuellen Fragen aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft. Aktuelle Reihen um komplexe und interdisziplinäre Themen zu vertiefen heißen: bzw.:Beziehungswesen, Homo Ludens, StadtNaturOnTour und Tomorrow:jetzt.

Urania Berlin

Museum für Fotografie

Die Helmut Newton Stiftung präsentiert zum Herbst 2025 die Doppelausstellung „Newton´s Riviera & Dialogues. Collection Fotografis x Helmut Newton“. In den drei vorderen Räumen treten ausgewählte Fotografien der Sammlung FOTOGRAFIS mit Aufnahmen von Helmut Newton, zusammengestellt aus dem hauseigenen Archiv, in einen spannungsvollen Dialog. Mal ist es eine formale, mal eine inhaltliche Nähe zwischen den beiden Fotografien, gelegentlich erscheint die Kombination auf den ersten Blick eher beiläufig und seltsam – und kann auf diese Weise einen noch größeren Imaginationsraum in der Rezeption erschaffen. Im hinteren Ausstellungsbereich treffen die Besucher einen Reigen an Fotografien, die Newton seinerseits entlang der Riviera-Küste, in und um Monte Carlo sowie an anderen Orten der Côte d’Azur gemacht hat. Newton´s Riviera präsentiert zahlreiche Aufnahmen, die erstmalig in Berlin gezeigt werden.

Museum für Fotografie

Albertina

CARE MATTERS – Künstlerinnen zwischen Fürsorge, Sichtbarkeit und Kunst

Fürsorge und Pflege bilden die Grundlage unseres Zusammenlebens, doch sie bleiben oft unsichtbar. Die Ausstellung »CARE MATTERS« rückt genau diese Bereiche in den Fokus. Künstlerinnen wie Kirsten Justesen mit »Lunch, 1975/2018« oder Mary Sibande mit »They don’t make them like they used to, 2008« entwickeln mit Objekten und Fotografie eine eigene Zeichensprache der Sorgearbeit. Sie machen sichtbar, was sonst im Alltag unsichtbar bleibt: Mutterschaft im Kontext des Kunstbetriebs, generationsübergreifenden Zusammenhalt in der Altenpflege und Care-Arbeit unter prekären Bedingungen.

Die Schau spannt einen Bogen von der Feministischen Avantgarde der 1970er-Jahre bis zu zeitgenössischen Positionen und zeigt, wie Künstlerinnen über Jahrzehnte die sozialen, politischen und ästhetischen Dimensionen von Care thematisiert haben. Namen wie Renate Bertlmann, VALIE EXPORT, Mierle Laderman Ukeles, Rosemarie Trockel, Lorna Simpson und viele andere treten hier in einen Dialog über Fürsorge, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Verantwortung.

Kuratiert von Gabriele Schor für die SAMMLUNG VERBUND, lädt die Ausstellung dazu ein, die Arbeit von Frauen, die das Leben anderer sichern, in all ihrer Komplexität zu würdigen – zwischen künstlerischer Freiheit, politischem Engagement und ästhetischer Innovation.

Albertina

btb Verlag

»Girls« von Kirsty Capes erzählt die packende Geschichte zweier Schwestern, deren Kindheit im Schatten ihrer exzentrischen Mutter Ingrid Olssen sie geprägt hat. Die weltberühmte Künstlerin, deren provokatives Leben und umstrittenes Werk die Öffentlichkeit fasziniert, hinterlässt nach ihrem Tod ein Vermächtnis voller Konflikte: Ihre Tochter Nora hat die Ausstellung ihrer Werke im MOMA genehmigt – gegen Ingrids letzten Wunsch, dass ihre Bilder ins Meer geworfen und ihre Asche verstreut wird.

Zwei Jahre nach Ingrids Tod brechen Matilda und Nora auf zu einem Roadtrip durch den Westen der USA – begleitet von Matildas Tochter Beanie und der Asche ihrer Mutter – um diesen letzten Willen zu erfüllen. Unterwegs werden alte Wunden, Schuldgefühle und verdrängte Erinnerungen aufgerissen, während sie Menschen aus ihrer Vergangenheit begegnen und sich den Entscheidungen stellen, die sie geprägt haben.

Capes erzählt aus Matildas Perspektive, ergänzt durch Auszüge aus der Biografie über Ingrid, wodurch die Geschichte Tiefe, Spannung und emotionale Intensität gewinnt. Die Figuren sind vielschichtig, verletzlich und lebendig; die komplexe Beziehung zwischen den Schwestern und ihre Auseinandersetzung mit der geniale, aber destruktiven Mutter ziehen den Leser unmittelbar hinein.

btb Verlag

Staatskapelle Berlin

In seiner zweiten Saison als Generalmusikdirektor übernimmt Christian Thielemann die musikalische Leitung zentraler Aufführungen im Spielplan 2025/26 der Staatsoper Unter den Linden. Am Pult der Staatskapelle Berlin eröffnet er das Opernprogramm der neuen Saison mit zwei Zyklen von Richard Wagners Tetralogie »Der Ring des Nibelungen«. Bei »Wozzeck« übernimmt er die musikalische Leitung. Alban Bergs Oper wird genau 100 Jahre nach ihrer Uraufführung ab dem 14. Dezember 2025 wieder auf der Bühne der Staatsoper zu sehen sein, in der Inszenierung von Andrea Breth von 2011.

Und Sie wissen ja, die Zeit vergeht schneller, als man glauben mag. Zu den Festtagen 2026 dirigiert Christian Thielmann neben »Der Rosenkavalier« von Richard Strauss auch das Konzert zum Karfreitag mit Brahms‘ »Ein deutsches Requiem«, gefolgt von der Wiederaufnahme von »Die schweigsame Frau« im Mai 2026.

Staatskapelle Berlin

Pfaueninsel

Kommen Sie mit auf die Pfaueninsel!

Einst war die Insel in der Havel ein Sehnsuchtsort der preußischen Kurfürsten und Königinnen. Berliner legen dort an, wenn sie der Hektik der Großstadt entfliehen wollen. Touristen lieben diesen verwunschenen Ort, an dem bis heute Pfauen über die Wiesen spazieren und man fernab des Alltags träumen kann.

Constanze Neumann und ihr Team öffnen mit ihrem gleichnamigen Verlag den Blick für Stimmen aus aller Welt.
Mit herausfordernden Romanen und erzählenden Sachbüchern.

Die ersten Bücher erscheinen im Frühjahr 2026

Pfaueninsel

Scheidegger & Spiess

Wenn über Diego Giacometti gesprochen oder geschrieben wird, dann geschieht dies meist im Verhältnis zu seinem berühmten älteren Bruder Alberto, mit dem er eng verbunden war und zusammengearbeitet hat. In dieser Monografie ist Diego die Hauptperson, dessen eigenständiges, vielgestaltiges _uvre nun eine längst überfällige Würdigung erfährt. Bekannt ist, dass seine Erfolgsgeschichte erst nach dem Tod von Alberto 1966 beginnt. Hier wird nun deutlich, dass seine künstlerischen Anfänge weit früher liegen.

Die Texte beleuchten Lebensweg und Schaffen von Diego Giacometti als eigenwilligem Künstler. Die Abbildungen zeigen zum einen bislang nicht publizierte frühe Arbeiten, die Basis seines späteren Werks sind. Zum anderen werden seine Möbelentwürfe präsentiert sowie Bauteile, aus denen er seine Objekte fertigte. Sie bieten auch Einblicke in den Schaffensprozess des Künstlers.

Scheidegger & Spiess

Staatsballett Berlin

Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des Staatsballett Berlin, Deutschlands größter Ballettkompanie, die 79 Tänzerinnen und Tänzer aus 30 Nationen auf drei renommierten Bühnen vereint: der Deutschen Oper Berlin, der Komischen Oper Berlin und der Staatsoper Unter den Linden. Seit seiner Gründung 2004 ist das Staatsballett ein Magnet für künstlerische Exzellenz – von Vladimir Malakhovs innovativen Visionen über die poetisch-introspektiven Werke Nacho Duatos bis zu den mutigen Choreographien von Sasha Waltz und Johannes Öhman. Unter der Leitung von Christian Spuck vereint die Kompanie klassisches Repertoire mit avantgardistischen Neukreationen und wurde von den Kritikerinnen und Kritikern der Zeitschrift Tanz zur «Kompanie des Jahres» gekürt und in der darauffolgenden Saison zu einem «Glanzlicht 2025».

Ein Highlight dieser Saison ist «Wunderkammer» – eine verführerische, visuell berauschende Choreographie von Marcos Morau, der derzeit als «Artist in Residence» beim Staatsballett Berlin wirkt. Morau verwandelt die Bühne in eine Renaissance-Wunderkammer voller Kuriositäten und überraschender Perspektiven. Musikalisch betört das Stück mit Kompositionen von Clara Aguilar, Ben Meerwein und weiteren Künstlerinnen und Künstlern. «Wunderkammer» reflektiert über das Fremde, Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Identität – sinnlich, poetisch und zugleich ein Spiegel unserer Zeit.

Staatsballett Berlin

Philharmonie Berlin

Sie sind noch auf der Suche nach einer Überraschung für einen Musikfan? Dann verschenken Sie doch einen Konzertgutschein! Den Wert des Geschenkgutscheins bestimmen Sie selbst (ab 10 Euro). Er gilt für alle Veranstaltungen der Stiftung Berliner Philharmoniker in der Philharmonie Berlin – für Kammermusikkonzerte, Klavierabende und natürlich für die Konzerte der Berliner Philharmoniker – und ist ab Kaufdatum 3 Jahre gültig. Der/die Beschenkte hat die freie Wahl!
Die Geschenkgutscheine gibt es zu Kassenöffnungszeiten in der Herbert-von-Karajan-Straße 1, sowie im Kartenbüro und auf der Website der Philharmonie.

Philharmonie Berlin

Albino Verlag

Schon von Dave Win gehört? Und wie Berührungen und unausgesprochene Gelüste ganze Lebenswege verändern?

Dave ist dreizehn, als er zum ersten Mal zu den Hadlows kommt, einer wohlhabenden Familie, die ihm das Stipendium fürs Internat ermöglicht. Plötzlich öffnet sich ein Fenster in eine Welt von Privilegien und Möglichkeiten, aber zugleich auch in eine Welt von subtilen Angriffen, Machtspielen und Eifersucht. Giles Hadlow, der gleichaltrige Sohn, ist charmant, neugierig und verletzend zugleich. Zwischen den beiden Jungen entsteht ein zartes, unterschwelliges Kräftemessen. Für Dave beginnt der Kampf gegen eine gläserne Decke. Reichtum, Herkunft und gesellschaftliche Erwartungen setzen Grenzen, die er nur mit Mut, Talent und einem guten Schuss Frechheit durchbrechen kann.

Der Roman begleitet Dave über ein halbes Jahrhundert, von der Schulzeit über erste sexuelle Abenteuer und intime Begegnungen bis zum turbulenten Leben als Schauspieler in London. Späte Liebe, erotische Lust und die Freude an künstlerischer Freiheit treffen hier auf Ablehnung, Vorurteile und die ständige Erinnerung daran, dass Außenseiter in dieser Gesellschaft doppelt kämpfen müssen. Parallel erzählt Hollinghurst von Daves Mutter Avril, die nach dem Auszug ihres Sohnes plötzlich auf ganz eigene, sehr verwegene Weise Lust und Begierde auslebt, ohne Tabus, hemmungslos und mit einer Leidenschaft, die ebenso überraschend wie ansteckend ist.

Albino Verlag

Bach-Chor Berlin

»Die Musik ist eine höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie«, wusste Johann Sebastian Bach. Samstag, 18 Uhr in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, alle vierzehn Tage öffnet sich hier ein Ort der Ruhe, Versöhnung und Inspiration für ein Musikereignis, das einzigartig ist: die liturgiegerechte, zyklische Aufführung des kompletten geistlichen Kantatenwerks Johann Sebastian Bachs. Nur wenige Orte auf der Welt bieten dieses Erlebnis.

Der Bach-Chor Berlin lässt diese Musik lebendig erklingen. Etwa 70 Sängerinnen und Sänger tauchen tief in Bachs Klangwelt ein und verwandeln jeden Gottesdienst in ein intensives, spürbares Erlebnis. Zwei weitere Konzerte im Jahr widmen sich Passionen, Oratorien und A-cappella-Werken von der Renaissance bis in die Gegenwart. Jedes Programm bringt den Klang der Musik in den Raum, öffnet Sinne und schafft eine besondere Atmosphäre.

Seit 2002 leitet Achim Zimmermann Chor und Collegium. Mit feinem Gespür für Ausdruck, Dynamik und Klangqualität gestaltet er jede Aufführung so, dass die Musik klar und unmittelbar erfahrbar wird. Tradition und zeitgenössische Interpretation stehen gleichwertig nebeneinander, sodass jede Aufführung die Zuhörer berührt und in Erinnerung bleibt.

Bach-Chor Berlin

Diaphanes Verlag

Nach 25 Jahren fast noch krasser!
Was macht es mit dir, mit deinen Freundschaften und deinem Sex, wenn alles immer finsterer wird und jeder nur noch seinen Impulsen folgt?

Oberhalb von Cannes hat sich eine globale Wirtschaftselite angesiedelt, die von Sicherheitsdiensten geschützt und von einer Heerschar an Privatärzten und Psychiatern umhegt wird. Weil seine Frau Jane dort eine Stelle als Kinderärztin annimmt, verschlägt es auch den Journalisten Paul an diesen Ort, der ihm ein Paradies zu sein verspricht. Doch schnell wird klar, dass unter der blendend-gläsernen Oberfläche einiges faul ist. Warum etwa leiden die Geschäftsleute unter latentem Stress und permanenter Schlaflosigkeit? Warum tötete Janes Vorgänger, der beliebte David Greenwood unvermittelt Freunde und Kollegen, bevor er sich selbst erschoss? Paul entdeckt eine dunkle Unterwelt, in der der leitende Psychiater Wilder Penrose seinen Patienten äußerst ungewöhnliche Therapieangebote macht, denn »keine Droge der Welt ist so stark wie die kranke Psyche selbst«.

Diaphanes Verlag

Till Brönner

Manchmal schreibt das Leben die schönsten Duette: Paolo Conte läuft im Radio – und plötzlich steht Till Brönner mit Trompete in der Tür. Zufall? Oder einfach die Magie eines Musikers, der Eleganz und Leichtigkeit im Blut hat.

Mit seinem neuen Album »Italia« (2025) entführt er uns nach Rom, Bari und in die sonnendurchtränkten Klangwelten Italiens. Paolo Conte, Ennio Morricone, Lucio Battisti – Klassiker, Jazz, Bossa Nova, Clubbeats, dazu Gäste wie Chiara Civello und Mario Biondi. Und ja, Brönner singt erstmals auf Italienisch! Ein musikalischer Sonnenaufgang, warm, charmant, voller Grandezza.

Passend dazu sein Kochbuch »Ciao Roma« – Erinnerungen an Pizzaöfen, frische Pasta und Dolci seiner Kindheit in der Ewigen Stadt. Musik und Küche verbinden sich hier zu einem persönlichen Liebesbrief an Italien.

Für uns Geistesblüten ist klar: Ohren auf für »Italia«, Gabeln bereit für »Ciao Roma« – und ein Hoch auf Till Brönner, der Herz und Sinne gleichsam verführt.

Till Brönner

Rowohlt Verlag

Siri und Paul waren 43 Jahre verheiratet. In »Ghost Stories« erzählt Siri Hustvedt auf eindringliche und persönliche Weise von diesen gemeinsamen Jahrzehnten, von ihrer Liebe, ihren Gesprächen, dem Schreiben nebeneinander und dem unermesslichen Verlust nach Paul Austers Tod. Er wird in ihren Erinnerungen allgegenwärtig – in seiner Jacke, in Zigarrenrauch, in den Büchern, die sie erneut liest. Gleichzeitig lässt sie ihn durch Briefe und sein letztes unvollendetes Werk »Letters to Miles« noch einmal zu Wort kommen.

Siri verbindet Memoir, Liebesgeschichte und philosophische Reflexion zu einem klaren und intensiven Porträt von Nähe, Verlust und der Fortdauer von Liebe in Texten und Erinnerungen. Sie öffnet Kisten voller Fotos, Zettel und Briefe, schildert kleine Alltagsmomente und zeigt, wie sehr zwei Leben ineinander verwoben sein können, über Jahrzehnte hinweg.

»Ghost Stories« ist ein aufrichtiges, eindringliches Buch, das nicht nur die Beziehung von Hustvedt und Auster nachzeichnet, sondern auch darüber nachdenken lässt, wie Liebe, Erinnerung und Kreativität ein Leben prägen.

 

Rowohlt Verlag

Hanser Verlag

Roberto Saviano wirft einen völlig neuen Blick auf die Mafia – und erzählt die bisher unbekannte Geschichte der FrauenErstmals ein Buch über die Rolle der Frauen in der Mafia – Roberto Saviano zeigt, wie die Strukturen und Werte des organisierten Verbrechens das Liebes- und Familienleben bestimmen. Packend erzählt „Treue“ von realen Frauen in der Mafia: beispielsweise von Maria Grazia Conte, deren heimlicher Sohn mit einem Mafiaboss ihr zum Verhängnis wird. Von Vincenzina Marchese, durch deren erzwungene Heirat der Frieden zwischen zwei rivalisierenden Mafiafamilien besiegelt werden soll. Und von Anna Carrino, die die Geschäfte ihres Mannes übernimmt, während er im Gefängnis sitzt – bis sie von seiner heimlichen Geliebten erfährt und auspackt. Saviano gibt einmalige Einblicke in weibliche Schicksale in der männlich dominierten Welt der Mafia.

Hanser Verlag

DuMont Buchverlag

Kat Eryn Rubik ist zurück – neu, und zum Glück ganz die Alte! Wer glaubt, den literarischen Sommer bereits ausgeschöpft zu haben, sollte »Furye« unbedingt zur Hand nehmen. Dieser Roman brodelt vor Furor, Gefühl und gefährlicher Schönheit. Rubik erzählt die Geschichte von Alec – Musikmanagerin, Vogue-Coverstar, kompromisslos klug und unnahbar. Eine Frau, die sich aus widrigen Umständen befreit hat, aber auf dem schmalen Grat zwischen Kontrolle und Kontrollverlust tanzt. Ein Anruf, eine Rückkehr, eine Erinnerung – zurück zu den Furien, zurück in eine Stadt am Meer, in einen Sommer voller Zorn, Begehren und schmerzender Freundschaft.
»Furye« ist eine literarische Wucht. Kein billiger Twist, sondern tiefenpsychologische Spannung, die sich langsam unter die Haut schiebt. Rubik schreibt mit Haltung, Tempo und einem Witz, der schneidet. Sie taucht hinab in weibliches Begehren, soziale Herkunft, Verlust und das, was zwischen all dem leer bleibt – und das mit einer Stimme, die weder gefallen noch glätten will.

DuMont Buchverlag

Assouline

Nach Hause kommen. Müdigkeit auf den Schultern. Sie zünden eine Kerze an und schon liegt Leder, Nelke, Tabak im Raum. Warm, geheimnisvoll, wie ein Raum voller Geschichten. Die Cigar Kerze verströmt Amber und Rauch. Tief, sinnlich, fast wie ein Flüstern. Die Culture Lounge Kerze sprüht Zitrus, Rum, Sandelholz. Frisch, lebendig, überraschend.

Die Library Collection ist mehr als Duft.
Sie ist ein Augenblick, in dem man innehält, den Atem anhält und merkt, alles andere warten kann.

Bis wir uns wiedersehen am Walter-Benjamin-Platz oder auf geistesblueten.com.

Assouline

Villa Grisebach

In der Berliner Fasanenstraße agiert das Auktionshaus Grisebach mit einer Mischung aus Marktpräzision und kunsthistorischem Feingefühl. Die Villa wird vor den Auktionen zum temporären Museum, in dem Werke des 19. bis 21. Jahrhunderts, Photographie und ausgewählte Objekte in konzentrierten Dialog treten. Sammler schätzen die Verbindung aus Expertise, persönlicher Beratung und internationaler Reichweite.

Die Sommerauktionen 2026 versprechen erneut ein Panorama zwischen Klassischer Moderne und Gegenwart. Liveauktionen und digitale Formate greifen ineinander, wodurch sich lokale Atmosphäre und globale Bietdynamik produktiv ergänzen. Über 250.000 Interessierte weltweit verfolgen jährlich die Präsentation der Werke online wie offline.

Jüngste Ergebnisse mit Positionen von Paula Modersohn-Becker, Günther Uecker, Andy Warhol und Neo Rauch zeigen, wie selbstverständlich historische Autorität und zeitgenössische Relevanz verzahnt werden. Individuelle Betreuung, diskrete Ankäufe und fundierte Provenienzforschung bilden dabei das Vertrauensfundament, auf dem sich Einlieferer und Käufer gleichermaßen bewegen.

Villa Grisebach

Lenbachhaus

Kann eine Ausstellung einer deutschen Fotografin Haiti zeigen, ohne in Stereotype zu fallen? Mit „Out of Focus. Leonore Mau und Haiti“ zeigt das Lenbachhaus ab 4. November eine Ausstellung des Künstlerinnenkollektivs U5, die das fotografische Werk von Leonore Mau (1916–2013) in ein multimediales, sinnliches Environment überführt.

In den 1970er-Jahren reiste Mau während der Diktatur von Jean-Claude »Baby Doc« Duvalier durch Haiti – gemeinsam mit dem Schriftsteller Hubert Fichte. Ihre Fotografien dokumentieren alltägliches Leben, Spiritualität, Tourismus, Gemeinschaft und politische Machtstrukturen. Viele Aufnahmen blieben bislang unveröffentlicht und befinden sich im Nachlass der Fotografin in der bpk-Bildagentur in Berlin. Beim Betrachten der Bilder stellen sich auch Fragen nach Ethik, Repräsentation, Exotismus und Extraktivismus: Wie können wir sie betrachten, ohne Machtverhältnisse zu reproduzieren? Es geht um einen Umgang mit derartigen Fotografien, der Ambivalenz zulässt, in dem Kritik und Schönheit kein Widerspruch sind.

Das öffentliche Begleitprogramm eröffnet vielfältige Perspektiven auf die Fotografien. Im Format „Relational Viewing“ stehen gemeinsames Betrachten und Zeigen der Bilder im Mittelpunkt.

Zur Ausstellung erscheint eine viersprachige Publikation im Verlag Hatje Cantz, erhältlich auch in unserem Onlineshop.

Lenbachhaus

Diogenes Verlag

Im Interview fürs Geistesblüten Magazin erzählte uns Shelly über »Isidor«: »Auf seine Geschichte aufmerksam wurde ich, als ich vor einigen Jahren eine internationale Tagung zum Thema NS-Raubkunst und Provenienzforschung moderierte. Während der Tagung kam mir plötzlich der Gedanke, dass ich doch einen Urgroßonkel in Wien hatte, der angeblich steinreich gewesen war und in einem Palais wohnte. In einem Palais muss doch Kunst gehangen haben, dachte ich mir – und fing zunächst eine rein private kleine Recherche an, die schnell offenbarte: Ja, es gab ihn: Isidor. Und er lebte in einem Palais in Wien, und er besaß auch Kunst. Sehr schnell hat mich während dieser ersten Rechercheergebnisse interessiert, wie es dazu kam, dass dieser Mann, aus der absoluten Armut kommend, so reich wurde und überhaupt: Wie sein Leben verlief. Woher dieser unbedingte Aufstiegswille? Wie hat er es geschafft, in kürzester Zeit, aus dem ›Nichts‹ kommend, ein so einflussreicher Mann zu werden? Und was geschah mit seinem kostbaren Besitz und Vermögen? Ich wurde in diversen Archiven fündig und begann, sein Leben Schritt für Schritt zu rekonstruieren.« …. Im Frühjahr 2026 bringt Philipp Stölzl den Roman auf die Bühne des Wiener Akadedmie Theaters.

In ihrem neuen Roman »Stunden wie Tage« erzählt Shelly Kupferberg von Martha. Wer ist die Frau, die durch Berlin stromert und jeder zu kennen glaubt?

Diogenes Verlag

C.H.Beck

Wir denken, wir wären nicht fähig, ein Verbrechen zu begehen, bis wir es tun

Stürmisch und jenseits aller Konventionen erzählt Ariana Harwicz von einer Leidenschaft, die sich selbst verzehrt. „kopflos“ ist die Geschichte einer Entführung ? ein Roman, wie man ihn über Mutterschaft noch nie gelesen hat, sprachlich sensationell, emotional kaum zu fassen.

Menschen glauben zu wissen, wozu sie fähig sind. Sie denken, dass sie unter keinen Umständen ihre Eltern umbringen oder einem Kind etwas antun könnten. Sie denken, sie wären nicht fähig, ein Verbrechen zu begehen, bis sie es tun.
Ein Supermarkt in Frankreich. Lisa hofft, einen Blick auf ihre fünfjährigen Zwillinge werfen zu können, die mit ihrem Vater einkaufen sind. In einem Sorgerechtsprozess hat sie das Umgangsrecht mit den Söhnen verloren und darf sich dem Haus der Familie nicht mehr nähern. Ihre Kinder sieht sie nur noch einmal im Monat unter Aufsicht. Der Schmerz, das Heranwachsen ihrer Söhne nicht mehr Tag für Tag mitzubekommen, ist so überbordend wie ihre Emotionen. Ihre Pflichtverteidigerin verzweifelt an Lisa, die sich selbst zur größten Gefahr wird, während sie das Leben ihrer eigenen Familie observiert. Doch das Beobachten, das immer mehr zur Obsession wird, reicht irgendwann nicht mehr aus …

C.H.Beck

Klett Cotta Verlag

Jacqueline Harpman aus Etterbeek zählt zu den großen Stimmen der französischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts, die wir jetzt wiederentdecken können. Ihre eigene Geschichte – Flucht vor den Nationalsozialisten nach Casablanca, Krankheit, das Studium der Psychoanalyse – prägt das feinfühlige Gespür für menschliche Abgründe in ihren Texten.
In ihrem Roman »Ich, die ich Männer nicht kannte« sitzen neununddreißig Frauen tief unter der Erde gefangen, abgeschottet von der Welt, ohne Erinnerung, ohne Zeitgefühl, unter der Aufsicht schweigsamer Männer. Dann ertönt ein Alarm, die Türen stehen offen. Ausgerechnet die vierzigste Gefangene, die niemals etwas anderes kannte, wagt den ersten Schritt. Doch die ersehnte Freiheit entpuppt sich als eine fremde und herausfordernde Welt, in der Überleben, Selbstbestimmung und Gemeinschaft neu erlernt werden müssen. Und schon pochen Fragen wie: Was bedeutet Freiheit? Wie entkommt man sich selbst? Und kann es, darf es Glück geben, jetzt, wo alles aus den Fugen geraten ist?
Harpmans Roman gibt es jetzt in neuer deutscher Übersetzung von Luca Homburg! Und wer meint, alle guten modernen Klassiker sind drei, liest gleich noch Marlen Haushofers »Die Wand« und Margaret Atwoods »Der Report der Magd«.

Klett Cotta Verlag

Rowohlt Verlag

Von der ersten Seite an zieht er einen in seinen Bann: Nelio Biedermann, gerade einmal 22 Jahre alt, präsentiert mit «Lázár» einen Roman, der den Atem der Geschichte spürbar macht und die Deutschschweizer Literatur bereichert. Daniel Kehlmann urteilt: «Ein wirklich grosser Schriftsteller betritt die Bühne, im Vollbesitz seiner Fähigkeiten». Drei knappe Sätze, die den Kern treffen.

Die Geschichte beginnt mit Lajos von Lázár, dem blonden Kind mit den wasserblauen Augen. Sein Vater misstraut ihm von Anfang an, als ahnte er ein Geheimnis, das sich durch die Generationen zieht. Mit Lajos’ Geburt bricht das 20. Jahrhundert über die Familie herein und verändert ihr Waldschloss, ihre Traditionen und ihr Schicksal. Biedermann erzählt die Geschichte einer Familie, die gegen die Strudel der Geschichte bestehen muss, mit einer Präzision, die bei einem Autor dieses Alters selten ist.

«Lázár» ist ein Panorama voller Liebe, Sehnsucht, Verrat und Verlust in einer Sprache, die zugleich leicht und tiefgründig ist. Historisches und Märchenhaftes verbinden sich zu einem Teppich aus Erinnerung und Fantasie. Noch vor der Veröffentlichung sorgten Auktionen und internationales Interesse für Aufsehen. Biedermann selbst wirkt gelassen und trägt die einzigartige Stimme des Romans. Schon der erste Satz sitzt: «Am Rand des dunklen Waldes lag noch der Schnee des verendeten Jahrhunderts, als Lajos von Lázár, das durchsichtige Kind mit den wasserblauen Augen, zum ersten Mal den Mann erblickt, den es bis über seinen Tod hinaus für seinen Vater halten wird.»

Rowohlt Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Er betritt keine Bühne – er entfacht sie. Daniel Donskoy ist einer dieser seltenen Künstler, die nicht nur spielen, sondern leben, was sie erzählen. Schauspieler, Musiker, Autor, Verführer – ein Multitalent, das lieber riskiert als wiederholt. In der neuen Ausgabe des Geistesblüten Magazin № 25 spricht er exklusiv über Selbstfindung, Nacktheit und die Lust, sich selbst immer wieder neu zu erfinden.
In seinem Debütroman « Brennen » schreibt Donskoy über einen Mann, der sich verliert, um sich zu finden – roh, sinnlich, ungeschminkt. Ein Künstler, der keine Angst hat, Haut zu zeigen, weder körperlich noch seelisch. Der lieber verbrennt, als lau zu bleiben.
»Solange man brennt, lebt man«, sagt er. Und man glaubt ihm jedes Wort.

 

Kiepenheuer & Witsch

Auf Partnersuche? Geistesblüten App!

Geben Sie’s zu! Ohne Handy oder Tablet gehen Sie fast nie aus dem Haus. Nehmen Sie uns doch mit! Denn was sucht man, wenn man sich nach einem Partner fürs Leben umschaut? Schöne Erlebnisse! Wir helfen gern und vertreiben Ihnen am Flughafen oder in Bus und Bahn die Zeit, und auch sonst sind wir mit der Geistesblüten App gern Ihr ständiger Begleiter. Einer hakt sich rechts ein, einer links und schon beflügeln wir mit dem Geistesblüten Infotainment und Onlineshop Ihre wertvolle Freizeit.

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Kunsthaus Dahlem

Ästhetik als politische Strategie – Werke aus dem Nationalmuseum für Moderne Kunst Zagreb 1945–1960

Das Kunsthaus Dahlem lädt ein, eine faszinierende Epoche der jugoslawischen Kunst neu zu entdecken. Die Ausstellung zeigt, wie sich zwischen 1945 und 1960 aus den politischen Umbrüchen in Jugoslawien eine eigenständige künstlerische Sprache entwickelte. Anhand bedeutender Werke aus dem Nationalmuseum für Moderne Kunst in Zagreb wird der Wandel vom Sozialistischen Realismus hin zu Abstraktion und experimenteller Figuration sichtbar.

Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierte zunächst die heroische Darstellung von Partisanen, Wiederaufbau und führenden Politiker:innen, vor allem Tito. Doch nach dem Bruch mit Stalin 1948 öffnete sich Jugoslawien zunehmend nach Westen. Abstrakte Malerei, freie Formen und existenzielle Figuration entstanden, Kunst wurde ein Mittel der Kulturdiplomatie und machte Zagreb zu einem Zentrum der internationalen Moderne.

Die Ausstellung zeigt nicht nur die ästhetische Entwicklung, sondern auch die Spannungen, die damit verbunden waren: die künstlerische Freiheit wuchs in einem Umfeld von politischer Kontrolle, Repression und der brutalen Verfolgung von Gegner:innen. So erzählen die Werke von Hoffnung, Widerstand und Aufbruch und spiegeln zugleich die komplexe politische Realität ihrer Zeit.

Kuratiert von Branko Franceschi und Marta Radman aus Zagreb, eröffnet die Ausstellung die Möglichkeit, die Kraft und Vielschichtigkeit der Kunst jener Jahre zu erleben und nachzuspüren, wie ästhetische Strategien politische und gesellschaftliche Räume formen können.

Kunsthaus Dahlem

Unserem Freund und »Ehrenmitglied«

Rosa von Praunheim lebt nicht mehr. Und doch fühlt es sich an, als würde er uns gleich in den Geistesblüten besuchen. Mehrmals in der Woche kam er angeradelt, parkte seinen Chopper zwischen zwei Säulen und schloss nie ab. Vertrauenssache. Bücher verschlang er und wollte sofort darüber reden. Zeit verschwenden durfte niemand, obwohl er für andere immer reichlich davon übrig hatte. Ohne Vorrede stellte er Fragen, einige auf den Unterleib, die meisten auf den Kopf.
Geboren als Holger Radtke in Riga, wählte er den Namen Rosa von Praunheim als Erinnerung an den Rosa Winkel und seine Kindheit in Frankfurt. Sein Leben und Werk waren geprägt von Neugier, Provokation und dem Mut, gesellschaftliche Konventionen zu hinterfragen. Mit »Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt« veränderte er 1971 die deutsche Öffentlichkeit und wurde zur Leitfigur der Schwulenbewegung. In den 1980er Jahren kämpfte er mit Filmen wie »Schweigen = Tod« gegen die Aids-Krise. Sein Werk umfasst über 150 Filme, dazu Bücher, Hörspiele, Theaterstücke, Zeichnungen und Gemälde wie »Die Bettwurst«, »Hitlers Ziege und die Hämorrhoiden des Königs« oder »Die Insel der Perversen«. Er porträtierte Menschen am Rand und machte sie zu Heldinnen und Helden des Alltags. Rosa liebte New York, die Subkulturen, die Kunst und das Risiko. Er inszenierte seinen eigenen Tod, sprach vom Sex nach dem Tod und wusste, dass Humor und Provokation Kraft schenken. Er lehrte uns, direkt zu sein, neugierig zu bleiben und keine Zeit zu verschwenden. Sein Fahrrad steht noch zwischen den Säulen.

Unserem Freund und »Ehrenmitglied«

Kunstmuseum Bonn

Mit Gregory Crewdson präsentiert das Kunstmuseum Bonn einen der international bedeutendsten Vertreter der narrativen Fotografie. Seine aufwendig bis ins Detail arrangierten Aufnahmen bezeichnet er als »Single Frame Movies«. Angelehnt an die Bildsprache des Kinos, scheinen sie die Handlung eines ganzen Films in einem Moment zu verdichten. Das gezeigte Geschehen bleibt jedoch unerklärlich, der Ausgang unbekannt. Auch der monatelange Produktionsprozess ist dem von großen Hollywoodfilmen vergleichbar. Die Fotografien entstehen unter Mitwirkung von teils über hundert Personen für Casting, Kostüm- und Setdesign, Beleuchtung und Technik.

Die umfassende Retrospektive stellt alle wichtigen Fotoserien des Künstlers von den 1980er Jahren bis zur jüngsten Gegenwart in Auszügen vor. Über 70 Werke geben Einblick in seine faszinierende Bildwelt, vom künstlerischen Frühwerk über seine ikonischen Serien »Twilight und Beneath the Roses« bis hin zu vielbeachteten neueren Arbeiten, die um den Niedergang der amerikanischen Gesellschaft abseits der großen Metropolen kreisen. Crewdsons unheimliche Motive sind zeitlos und zugleich von beklemmender Aktualität angesichts wirtschaftlicher und sozialer Krisen – nicht nur in den USA. Für den Ausstellungskatalog klicken Sie hier.

 

 

Kunstmuseum Bonn