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Sarah Kuttner
»Mama & Sam«»Mama & Sam« von Sarah Kuttner öffnet eine Tür in eine intime, erschütternde Welt. Eine Tochter betritt die Wohnung ihrer plötzlich verstorbenen Mutter und findet Chaos, einen überquellenden Briefkasten und eine Leerstelle, die sich erst allmählich erklärt. Die Mutter war verliebt in einen Mann, den es nie gab. Sam, ein Love Scammer, hat ihr Fürsorge und Nähe vorgetäuscht und sie emotional wie finanziell ausgebeutet. Zurück bleiben unzählige Chatverläufe, die die Tochter nun liest, fremde Worte voller Sehnsucht, die ein Leben lang verborgen lagen.
»Mama & Sam« von Sarah Kuttner öffnet eine Tür in eine intime, erschütternde Welt. Eine Tochter betritt die Wohnung ihrer plötzlich verstorbenen Mutter und findet Chaos, einen überquellenden Briefkasten und eine Leerstelle, die sich erst allmählich erklärt. Die Mutter war verliebt in einen Mann, den es nie gab. Sam, ein Love Scammer, hat ihr Fürsorge und Nähe vorgetäuscht und sie emotional wie finanziell ausgebeutet. Zurück bleiben unzählige Chatverläufe, die die Tochter nun liest, fremde Worte voller Sehnsucht, die ein Leben lang verborgen lagen.
Kuttner erzählt von der zerfransten, zärtlichen und oft schmerzhaften Bindung zwischen Mutter und Tochter, von Verletzungen aus der Kindheit und dem Versuch, nach dem Tod einer geliebten Person die eigenen Gefühle nicht aus den Händen fallen zu lassen. Dass die Autorin selbst kurz zuvor ihre Mutter an genau solchen Betrug verloren hat, verleiht dem Roman eine besondere Dringlichkeit. Man spürt die Atemlosigkeit der Monate, in denen Trauer, Recherche und Schreiben ineinanderflossen. So entsteht ein menschliches, berührendes Buch über Verlust und Verstehen und über die Sehnsucht nach Liebe, die uns alle verletzlich macht.
Im Geistesblüten Mag №25 entfaltet Sarah Kuttner in einem exklusiven Interview jene Wärme und Klarheit, die auch dieses Buch so besonders machen.
Rebecca F. Kuang
»Katabasis«Wenn es für dich in die Hölle geht, dann mit Rebecca F. Kuangs »Katabasis«. Alice Law ist brillante Doktorandin in Cambridge und hat nur ein Ziel: die Beste in Analytischer Magie zu werden. Als ihr Mentor bei einem mysteriösen Unfall stirbt und sie sich verantwortlich fühlt, wagt sie sich in die Unterwelt, um seine Seele zurückzuholen. Unverhofft begleitet wird sie von ihrem Erzfeind Peter Murdoch.
Wenn es für dich in die Hölle geht, dann mit Rebecca F. Kuangs »Katabasis«. Alice Law ist brillante Doktorandin in Cambridge und hat nur ein Ziel: die Beste in Analytischer Magie zu werden. Als ihr Mentor bei einem mysteriösen Unfall stirbt und sie sich verantwortlich fühlt, wagt sie sich in die Unterwelt, um seine Seele zurückzuholen. Unverhofft begleitet wird sie von ihrem Erzfeind Peter Murdoch.
In »Katabasis« pupst kein Einhorn Sonnenschein. Hier geht es um eine Mission mit hohem Einsatz, Minimum ein halbes Leben. Die Hölle ist kein Ort der Folklore, sondern ein gnadenloses Labyrinth aus Prüfungen, Paradoxien und Grausamkeit, das die Mechanik der akademischen Welt spiegelt. Magie, Mathematik und Mythologie verschmelzen zu einer Welt, die packt und zugleich fordert.
Alice und Peter sind keine Helden, sondern Menschen voller Widersprüche, Rivalität und unausgesprochener Gefühle. Ihre Reise durch die Hölle wird zu einem Kampf um Vertrauen, Macht und Selbstbehauptung.
»Katabasis« ist kein Feuerwerk aus Action, sondern ein Trip, der einen packt und nicht mehr loslässt. Wer Dark Academia, kluge Magie und Figuren sucht, die Ecken und Kanten haben, wird dieses Buch verschlingen. Kuang liefert ein intelligentes, spannendes Abenteuer, bei dem die Hölle faszinierend und erschreckend zugleich ist.
Béla Rothenbühler
»Polyphon Pervers«Wer glaubt, dass in einer Schweizer Kleinstadt nur Kühe muhen und Kirchenglocken läuten, der kennt Sabin und Schanti nicht. Kaum haben die zwei Power-Freundinnen ihren Verein »Polyphon Pervers« gegründet, wird das stille Idyll zum Brennpunkt der Kulturrevolution. Zwischen Weinflaschen, Theaterträumen und Subventionsgeldern erschaffen sie etwas, das man – laut Sabin – um Himmels willen nicht Kunst nennen darf. Nein, nein, es ist „Unterhaltung“. Und das ist hier wörtlich zu nehmen.
Wer glaubt, dass in einer Schweizer Kleinstadt nur Kühe muhen und Kirchenglocken läuten, der kennt Sabin und Schanti nicht. Kaum haben die zwei Power-Freundinnen ihren Verein »Polyphon Pervers« gegründet, wird das stille Idyll zum Brennpunkt der Kulturrevolution. Zwischen Weinflaschen, Theaterträumen und Subventionsgeldern erschaffen sie etwas, das man – laut Sabin – um Himmels willen nicht Kunst nennen darf. Nein, nein, es ist „Unterhaltung“. Und das ist hier wörtlich zu nehmen.
Béla Rothenbühler lässt seine Figuren mit so viel sprachlicher Wucht, Mundart-Charme und satirischem Witz aufeinander los, dass man sich wünscht, in Luzern gäbe es Eintrittskarten für dieses Chaos. Der Roman ist eine Schelmenkomödie der Gegenwart, ein Hochstaplerinnenstück mit feministischer Schlagseite, ein kulturpolitischer Schabernack mit dem besten Hang zum Übermut.
Sabin und Schanti sind die Bonnie und Clyde der Kulturszene, nur mit weniger Waffen, mehr Theaterförderung und einer erfrischend skrupellosen Freude am Erfolg. Ihr Verein wächst schneller als ein Hanffeld nach Sommerregen – kein Wunder, denn Jules und seine Hanfbauern sind gleich mit dabei. Um sie herum: eitler Regisseur Lucien, versoffener Ghostwriter Yves, DJ Milan mit Dauergrinsen und Schauspieldiva Chantal, die jeden Sonnenuntergang als Auftritt begreift.
Rothenbühler zieht alle Register: Dialekt, Slang, Satire, Hochstaplerinnen mit Charisma und Abgrund. Polyphon Pervers ist eine literarische Impro-Show, bei der sich Kultur, Geld, Macht und Freundschaft in einer Mischung aus Glanz und Abgrund verheddern. Und das mit einem Ton, der so schnoddrig wie liebevoll ist.
Lize Spit
»Autobiografie meines Körpers«Manche Lesungen bleiben im Gedächtnis, wie jener Abend mit Lize Spit und Stefanie Reinsperger, als sie gemeinsam aus »Ich bin nicht da« lasen. Diese besondere Verbindung aus Sprache, Stimme und Körper zog alle im Raum in den Bann. Wie Stefanie Reinsperger Lizes Sätze lebendig werden ließ, wie Nähe und Distanz, Liebe und Verzweiflung in jeder Zeile mitschwingen, es war, als würde man selbst Zeuge eines leisen Auseinanderdriftens, das trotzdem voller Zärtlichkeit bleibt. Lize Spit beobachtete mit wachem Blick, lachte manchmal, nickte, und man spürte, hier begegnen sich zwei Künstlerinnen, die einander verstehen. Eine Lesung, die nachhallt, weil sie zeigt, was Literatur kann: berühren, erschüttern, verbinden.
Manche Lesungen bleiben im Gedächtnis, wie jener Abend mit Lize Spit und Stefanie Reinsperger, als sie gemeinsam aus »Ich bin nicht da« lasen. Diese besondere Verbindung aus Sprache, Stimme und Körper zog alle im Raum in den Bann. Wie Stefanie Reinsperger Lizes Sätze lebendig werden ließ, wie Nähe und Distanz, Liebe und Verzweiflung in jeder Zeile mitschwingen, es war, als würde man selbst Zeuge eines leisen Auseinanderdriftens, das trotzdem voller Zärtlichkeit bleibt. Lize Spit beobachtete mit wachem Blick, lachte manchmal, nickte, und man spürte, hier begegnen sich zwei Künstlerinnen, die einander verstehen. Eine Lesung, die nachhallt, weil sie zeigt, was Literatur kann: berühren, erschüttern, verbinden.
Und jetzt dieses neue Buch. »Autobiografie meines Körpers« ist ein Werk von seltener Offenheit und Kraft. Lize Spit erzählt von einer Kindheit, die von Angst und Schweigen geprägt war, und von dem Versuch, als erwachsene Tochter endlich zu sprechen. Sie schreibt über ihren Körper als Erinnerungsort, über das Aufarbeiten einer Beziehung, die zugleich Liebe und Schmerz war. Dieses Buch ist kein Rückblick, sondern eine Selbstbegegnung. Es fragt, wie man lernt, sich selbst zu bewohnen, wenn man als Kind gelernt hat, sich unsichtbar zu machen. Lize Spit tut das mit einer Klarheit, die wehtut, und mit einer Zärtlichkeit, die heilt.
Ein Buch, das bleibt. Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern spürt.
Seán Hewitt
»Öffnet sich der Himmel«Seán Hewitts Romandebüt »Öffnet sich der Himmel«, sensibel ins Deutsche übertragen von Stephan Kleiner, ist kein klassischer Heimkehrerroman. Und doch geht es ums Zurückkehren. Nicht an einen Ort, sondern zu einem Gefühl, einem Bruch, einer Frage, die nie wirklich verschwunden ist: Was hätte sein können? Was blieb ungesagt?
Seán Hewitts Romandebüt »Öffnet sich der Himmel«, sensibel ins Deutsche übertragen von Stephan Kleiner, ist kein klassischer Heimkehrerroman. Und doch geht es ums Zurückkehren. Nicht an einen Ort, sondern zu einem Gefühl, einem Bruch, einer Frage, die nie wirklich verschwunden ist: Was hätte sein können? Was blieb ungesagt?
James, sechzehn, wohnt im nordenglischen Thornmere, einem Ort, in dem das Gras zu langsam wächst und jeder Blick eine Geschichte trägt. Seine Welt ist eng: die Milchrunde am Morgen, der kranke kleine Bruder, die Erwartungen der Eltern, das Schweigen der Kirche, die feindselige Gleichgültigkeit der Mitschüler. Aber James will mehr. Nicht unbedingt Großstadt, nicht Ruhm nur etwas Echtes. Und dann trifft er Luke. Blonder Schopf, ruppiger Charme, aus der Stadt strafversetzt, randvoll mit Geheimnissen. Was zwischen ihnen wächst, passiert langsam und überrollt ihn dennoch mit voller Wucht.
Was Hewitt erzählt, ist keine klassische Coming-of-Age-Geschichte. Es ist ein Aufbruch, der in der Sprache selbst vibriert. Die Prosa ist poetisch und klar, verletzlich und aufrichtig. Man spürt in jeder Zeile, dass hier ein Dichter schreibt. Einer, der nicht erklärt, sondern öffnet. Einer, der nicht moralisieren will, sondern teilhaben lässt: am Begehren, an der Verwirrung, am Mut, sich zu zeigen.
»Öffnet sich der Himmel« ist ein Buch über Jugend, aber mehr noch über die Anfänge des Verstehens. Über das, was in einem aufbricht, wenn plötzlich ein anderer Mensch den eigenen Blick erwidert. Es geht um Liebe, nicht als großes Gefühl, sondern als zarte, gefährliche Möglichkeit. Um den Schmerz, der bleibt, wenn man sich nicht traut. Und um das Leuchten, das einen trotzdem nicht verlässt. Ein Roman für alle, die sich erinnern, wie es war, jung zu sein und für alle, die wissen, dass es Mut braucht, sich selbst zu begegnen. Hewitt erzählt mit großer Zärtlichkeit und formaler Schönheit von der Fragilität des Begehrens.
Oyinkan Braithwaite
»Der Fluch der Falodun Frauen«Mit »Der Fluch der Falodun Frauen« kehrt Oyinkan Braithwaite, die Autorin von »Meine Schwester, die Serienmörderin«, eindrucksvoll zurück. Ihr neuer Roman entfaltet eine magisch-realistische Familiengeschichte über Generationen von Frauen, die vom Verlust ihrer Männer und einem uralten Fluch heimgesucht werden.
Mit »Der Fluch der Falodun Frauen« kehrt Oyinkan Braithwaite, die Autorin von »Meine Schwester, die Serienmörderin«, eindrucksvoll zurück. Ihr neuer Roman entfaltet eine magisch-realistische Familiengeschichte über Generationen von Frauen, die vom Verlust ihrer Männer und einem uralten Fluch heimgesucht werden.
Eniiyi wird am Tag von Monifes Beerdigung geboren und sieht ihrer verstorbenen Tante zum Verwechseln ähnlich. Bald glaubt die Familie, Monife sei in ihr wiedergeboren. Doch das Unglück der Falodun-Frauen scheint sich zu wiederholen. Zwischen Lagos und der spirituellen Welt verwebt Braithwaite das Schicksal dreier Frauen zu einer Geschichte über Liebe, Schmerz und die Macht unerlöster Vergangenheit.
Mit feinem Humor, scharfer Beobachtung und hypnotischer Intensität erzählt Braithwaite von weiblicher Stärke und den Geistern, die Familien über Generationen begleiten. »Der Fluch der Falodun Frauen« ist eindringlich, geheimnisvoll und schlicht unwiderstehlich.
Al Pacino
»Sonny Boy«Einen wie Al Pacino gibt es nur einmal. Für die Weltöffentlichkeit tauchte er wie eine Supernova am Himmel auf. Seine erste Hauptrolle spielte er 1971 in »Panik im Needle Park«. Bis 1975 kamen vier Filme dazu: »Der Pate« und »Der Pate Teil II«, »Serpico« und »Hundstage«, die nicht nur Erfolge, sondern auch Meilensteine der Filmgeschichte waren. Diese Rollen machten Al Pacino zur Legende und veränderten sein Leben für immer, denn seit Marlon Brando und James Dean hatte kein Schauspieler mehr für solches Aufsehen gesorgt. Damals whatte er mit Mitte dreißig schon viele Leben gelebt. In »Sonny Boy« gibt er zum ersten Mal Einblick in seine mitreißende Vergangenheit. Es sind die Memoiren eines Mannes, der nichts mehr zu fürchten und nichts mehr zu verbergen hat.
Einen wie Al Pacino gibt es nur einmal. Für die Weltöffentlichkeit tauchte er wie eine Supernova am Himmel auf. Seine erste Hauptrolle spielte er 1971 in »Panik im Needle Park«. Bis 1975 kamen vier Filme dazu: »Der Pate« und »Der Pate Teil II«, »Serpico« und »Hundstage«, die nicht nur Erfolge, sondern auch Meilensteine der Filmgeschichte waren. Diese Rollen machten Al Pacino zur Legende und veränderten sein Leben für immer, denn seit Marlon Brando und James Dean hatte kein Schauspieler mehr für solches Aufsehen gesorgt. Damals whatte er mit Mitte dreißig schon viele Leben gelebt. In »Sonny Boy« gibt er zum ersten Mal Einblick in seine mitreißende Vergangenheit. Es sind die Memoiren eines Mannes, der nichts mehr zu fürchten und nichts mehr zu verbergen hat.
Selber sagt er: »Ich habe dieses Buch geschrieben, um zu erzählen, was ich in meinem Leben gesehen und durchgemacht habe.Mein ganzes Leben war wie ein Raketenflug zum Mond, und ich bin ein ziemlicher Glückspilz gewesen.«
Gillian Anderson
»Want«»Extrem sexy … ‚Want‘ ist das geile Manifest, für das dir deine To be Read-Liste danken wird« Cosmopolitan
»Extrem sexy … ‚Want‘ ist das geile Manifest, für das dir deine To be Read-Liste danken wird« Cosmopolitan
Was wollen Sie, wenn niemand zuschaut?
An wen denken Sie, wenn sich ein schönes Gefühl breit macht und das Licht aus ist?
Was wollen Sie wirklich, wenn Sie an Sex denken?
»Wenn wir über Sex reden, reden wir über Weiblichkeit und Mutterschaft, Untreue und Ausbeutung, Zustimmung und Respekt, Fairness und Gleichberechtigung, Liebe und Hass, Lust und Schmerz. Und doch sprechen so viele von uns überhaupt nicht darüber«, sagt Schauspielerin Gillian Anderson. Für dieses prickelnde Buch sammelte sie die anonymen sexuellen Fantasien von Frauen aus aller Welt ein. Sie kommentiert ihre Träume nicht. Sie kuratiert sie. Ihre liebevollen Vorworten spickt sie mit ihren eigenen Fantasien. Die ihr erzählten Sehnsüchte bersten vor Begehren, Angst, Intimität, Scham, Befriedigung und letztlich auch vor Befreiung. Über einige Träume sprachen die Frauen lang nicht, weil sie dachten, das wäre tabu. Wie der Wunsch mit mehreren gleichzeitig Sex haben zu wollen, der Gedanke, eine andere Frau zu küssen. Manchen träumen von sanftem, zärtlichem bis hin zu leidenschaftlichem, verspieltem Sex. Andere erzählen ganz frei, dass sie schon so viel Sex hatten, dass sie sich nicht mehr an jede Einzelheit erinnern können.
Nicolas Mathieu
»Jede Sekunde«Verboten, vergänglich – und verdammt lebendig:
Nicolas Mathieus »Jede Sekunde« ist kein Buch über eine Affäre. Es ist eine Affäre. Eine literarische, eine körperliche, eine, die sich zwischen den Seiten ausbreitet wie warme Haut auf einem frisch zerwühlten Hotelbett. Wer sich darauf einlässt, liest nicht nur – er erinnert, begehrt, vermisst.
Verboten, vergänglich – und verdammt lebendig:
Nicolas Mathieus »Jede Sekunde« ist kein Buch über eine Affäre. Es ist eine Affäre. Eine literarische, eine körperliche, eine, die sich zwischen den Seiten ausbreitet wie warme Haut auf einem frisch zerwühlten Hotelbett. Wer sich darauf einlässt, liest nicht nur – er erinnert, begehrt, vermisst.
Ein Mann, eine Frau, beide haben ihre Erfahrungen mit Routinen, Ehe, Job, Kalendersex. Und dann passiert das, wovon man nur noch selten spricht: Sie sehen einander. Und nichts, wirklich nichts, bleibt wie vorher. Ab diesem Moment zählt jede Sekunde.
Mathieu schreibt mit der Zartheit eines Liebhabers und der Schonungslosigkeit eines Beichtstuhls. Jeder Satz riecht nach Haut, nach Kaffee, nach Sehnsucht. Kein billiger Kitsch, kein Seidenhemd-Schmalz – sondern eine Sprache, die Begehren ernst nimmt: in all seiner Körperlichkeit, seiner Gewalt, seiner Melancholie.
Dieses Buch ist wie ein Blick aufs Handy, wenn man es nicht darf.
Anne Sauer
»Im Leben nebenan«Was wäre, wenn du in einem anderen Leben aufwachst?
Was wäre, wenn du in einem anderen Leben aufwachst?
Antonia wird in einem Zimmer wach, das sie nicht kennt. In einem Leben, das eigentlich nicht ihres ist. Auf ihrer Brust liegt ein Baby, das sie nie bekommen hat. Neben ihr ein Mann, den sie einst liebte und dann verließ. Willkommen im Leben nebenan.Anne Sauer erzählt in ihrem Debütroman von zwei möglichen Existenzen einer Frau. Antonia, die in der Großstadt lebt, mit einem unerfüllten Kinderwunsch. Und Toni, die Mutter eines Neugeborenen ist, Ehefrau, zurückgekehrt ins Dorf ihrer Kindheit. Zwei Wege, gleichberechtigt nebeneinander, beide voller Wärme, Enge, Fragen und Chancen.
Was wäre, wenn du dich nicht für Kinder entscheidest. Oder wenn sie plötzlich einfach da sind. Wenn dein Körper dein Leben nicht so mitspielt, wie du geplant hast.
Was wäre, wenn du an einer Weggabelung anders abgebogen wärst. Mit feinfühligem Humor, klarem Stil und schonungsloser Ehrlichkeit entfaltet Anne Sauer eine Geschichte, die dich nicht mehr loslässt. Weil sie sich leise in dich hineinschreibt und dort bleibt. Für alle, die sich fragen: Führe ich das richtige Leben oder wäre ich besser abgebogen?
John Giorno
»Große Dämonenkönige«Endlich gibt es John Giornos Autobiografie auf Deutsch. Aus dem Amerikanischen übersetzt und mit einem Nachwort von Urs Engler. John Giorgio war ein Teil von New York. Mehr noch, der Tausendsassa war viele Teile. Poesie, Kunst und Musik durchströmten ihn. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte John Giornio, der bereits in einer intensiven Liebesbeziehung mit Andy Warhol lebte, in Warhols berühmtem ersten Film »Sleep«. Er datete Robert Rauschenberg und Jasper Johns. Er war auf du und du mit Allen Ginsberg, William S. Burroughs, Brion Gysin, Jane und Paul Bowles, John Cage, Bob Moog, Patti Smith, Robert Mapplethorpe, Keith Haring. Mit ebenso großer Leidenschaft war Giorno Aktivist. Verklemmt sein kam für ihn nicht in Frage. Schon in den 1960ern schrieb er sehr eindeutige Gedichte, die einem seine Homosexualität ins Gesicht hielt. Mit seinen Performances tourte er um die Welt. Er malte Textplakate. Freunde und Kollegen ließ er nicht fallen. Er war für sie da, verschwieg sie nicht und organsierte die Betreuung für die, die sich mit HIV infizierten und Aids bekamen, als andere lieber Weihrauch schwenkten.
Endlich gibt es John Giornos Autobiografie auf Deutsch. Aus dem Amerikanischen übersetzt und mit einem Nachwort von Urs Engler. John Giorgio war ein Teil von New York. Mehr noch, der Tausendsassa war viele Teile. Poesie, Kunst und Musik durchströmten ihn. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte John Giornio, der bereits in einer intensiven Liebesbeziehung mit Andy Warhol lebte, in Warhols berühmtem ersten Film »Sleep«. Er datete Robert Rauschenberg und Jasper Johns. Er war auf du und du mit Allen Ginsberg, William S. Burroughs, Brion Gysin, Jane und Paul Bowles, John Cage, Bob Moog, Patti Smith, Robert Mapplethorpe, Keith Haring. Mit ebenso großer Leidenschaft war Giorno Aktivist. Verklemmt sein kam für ihn nicht in Frage. Schon in den 1960ern schrieb er sehr eindeutige Gedichte, die einem seine Homosexualität ins Gesicht hielt. Mit seinen Performances tourte er um die Welt. Er malte Textplakate. Freunde und Kollegen ließ er nicht fallen. Er war für sie da, verschwieg sie nicht und organsierte die Betreuung für die, die sich mit HIV infizierten und Aids bekamen, als andere lieber Weihrauch schwenkten.
Paul Ruban
»Der Duft des Wals«Wer »White Lotus« liebt – diese absurde Mischung aus Sonnenschein, Paartherapie, Konsumkritik und emotionaler Kernschmelze im Paradies – der sollte sich schleunigst Paul Rubans »Der Duft des Wals« schnappen. Denn wer denkt, ein All-inclusive-Urlaub sei der perfekte Ort zur Selbsterkenntnis, wird hier augfeweckt und bestens unterhalten.
Wer »White Lotus« liebt – diese absurde Mischung aus Sonnenschein, Paartherapie, Konsumkritik und emotionaler Kernschmelze im Paradies – der sollte sich schleunigst Paul Rubans »Der Duft des Wals« schnappen. Denn wer denkt, ein All-inclusive-Urlaub sei der perfekte Ort zur Selbsterkenntnis, wird hier augfeweckt und bestens unterhalten.
Und das mitten in einem Resort in Mexiko und einer Ehe, die auf dem Zahnfleisch kriecht. Dabei wollten, dass ihre Tochter dabei ist, die sich in ihre Zeichnungen flüchtet. Und dann ist da noch: ein riesiger toter Wal, der am Strand verwest und alles mit seinem Gestank erfüllt – als wollte er der Welt höchstpersönlich sagen: Ihr habt’s nicht verstanden.
Rubans Roman ist keine schlichte Beziehungsstory, sondern ein elegant-schräger Spagat zwischen Urlaubslektüre und Weltuntergangsstimmung. Während Judith und Hugo verzweifelt versuchen, ihre Ehe zwischen Poolbar und Paar-Yoga zu retten, zerfällt nicht nur ihr Zusammenleben – sondern auch die Illusion vom tropischen Idyll. Als hätte sich die Natur zurückmeldet – um sämtliche Mechanismen unserer Wohlfühlkultur zu entlarven.
Kat Eryn Rubik
»Furye«Kat Eryn Rubik ist zurück. Neu und zum Glück die Alte! Wer meint, schon alles gelesen zu haben, was der literarische Sommer an Verhängnis, Furor und Gefühl zu bieten hat, sollte »Furye« zur Hand nehmen. Das Buch brodelt und betört.
Kat Eryn Rubik ist zurück. Neu und zum Glück die Alte! Wer meint, schon alles gelesen zu haben, was der literarische Sommer an Verhängnis, Furor und Gefühl zu bieten hat, sollte »Furye« zur Hand nehmen. Das Buch brodelt und betört.
Kat Eryn Rubik erzählt von Alec. Sie ist Musikmanagerin, Vogue-Coverstar, tough, smart, unnahbar. Eine Frau, die es geschafft hat, sich hochgezogen aus einem Leben, das wenig verziehen und kaum etwas geschenkt hat. Und doch steht sie auf der Kippe und nicht unten. Ein Anruf katapultiert sie zurück in die Stadt am Meer, in den Sommer vor zwanzig Jahren, zu den Furien, wie sie sich damals nannten. Drei Mädchen, so wild wie hungrig, so voller Zorn, Begehren und Bruchkanten, dass einem beim Lesen schwindlig wird.
»Furye« ist ein Roman über die Abgründe, in die wir sehenden Auges hineinlaufen. Über Freundschaft, die an ihre Grenzen geht. Über das Erinnern, das sich wie eine offene Wunde anfühlt. Rubik schreibt so pointiert, so lakonisch scharf, dass man sich oft wünscht, ihr ein Glas Chablis rüberzuschieben und zu sagen: »Verdammt, ja. Genauso.«
Die Spannung schraubt sich nicht durch billige Twists, sondern durch eine psychologische Dichte, die einem langsam das Licht dimmt. Immer tiefer geht’s hinein in das, was nie ausgesprochen wurde. Und wenn du denkst, du hast begriffen, worauf es hinausläuft, zieht Rubik dir die elegante Bodenfliese unter den Füßen weg. Dieser Roman hat Stil. Und Zähne.
Was Rubik so besonders macht? Sie traut sich, dort zu graben, wo andere abblenden. Sie schreibt über Klasse, Körper, weibliches Begehren, über Herkunft, Verlust, Selbstermächtigung und über die Leere zwischen all dem. Sie hat Humor, Haltung, Tiefgang und Tempo. Eine Autorin, die nicht gefallen will. Die weiß, dass Schmerz keine Pointe braucht. Nur Wahrheit.
»Furye« ist ein wuchtiger, glühender, rotzfrecher Roman, der mit Grandezza erzählt, aber nie den Halt verliert. Für alle, die wissen, dass ein gutes Buch keine Sonnenliege braucht, sondern Mut.
Andrev Walden
»Scheißkerle«Ein Kind, sieben Väter, unzählige Wahrheiten. Weihnachten 1983, irgendwo in den verschneiten Wäldern Schwedens. Drinnen fliegen die Fetzen, draußen fällt der Schnee. Ein siebenjähriger Junge hört, dass sein Vater gar nicht sein Vater ist. Und aus dieser einen Enthüllung wächst eine Geschichte, die alles enthält, was Kindheit ausmacht: Sehnsucht, Schmerz, Humor, Liebe.
Noch mehr packt Andrev Walden im Interview in den Geistesblüten №25 aus.
Ein Kind, sieben Väter, unzählige Wahrheiten. Weihnachten 1983, irgendwo in den verschneiten Wäldern Schwedens. Drinnen fliegen die Fetzen, draußen fällt der Schnee. Ein siebenjähriger Junge hört, dass sein Vater gar nicht sein Vater ist. Und aus dieser einen Enthüllung wächst eine Geschichte, die alles enthält, was Kindheit ausmacht: Sehnsucht, Schmerz, Humor, Liebe.
Noch mehr packt Andrev Walden im Interview in den Geistesblüten №25 aus.
Jil Sander und Ingeborg Harms
»Hundesohn«»Hundesohn« ist ein wilder, zarter, poetischer Rausch über Liebe und Begehren, Herkunft und Glauben, über das, was Sprache verschweigt und was sie zu sagen wagt. Zeko, die Hauptfigur, taumelt zwischen Berlin und Adana, zwischen Grindr-Dates, Gebeten und Erinnerungen an Hassan, den sein Großvater nur »Hundesohn« nennt. Keskinkılıç schreibt von Körpern, die sich sehnen, und von Worten, die gleichzeitig heilen und verletzen. Ein queeres, migrantisches, hochmusikalisches Buch über Identität, Scham, Begehren und die Freiheit, alles gleichzeitig zu sein. Mehr über die süße und scharfe Sprache seiner Mutter, die Liebe zu Hassan und das Suchen nach Zuhause erzählt Ozan im exklusiven Interview im @geistesbluetenmag № 25, jetzt bestellbar auf geistesblueten.com.
»Hundesohn« ist ein wilder, zarter, poetischer Rausch über Liebe und Begehren, Herkunft und Glauben, über das, was Sprache verschweigt und was sie zu sagen wagt. Zeko, die Hauptfigur, taumelt zwischen Berlin und Adana, zwischen Grindr-Dates, Gebeten und Erinnerungen an Hassan, den sein Großvater nur »Hundesohn« nennt. Keskinkılıç schreibt von Körpern, die sich sehnen, und von Worten, die gleichzeitig heilen und verletzen. Ein queeres, migrantisches, hochmusikalisches Buch über Identität, Scham, Begehren und die Freiheit, alles gleichzeitig zu sein. Mehr über die süße und scharfe Sprache seiner Mutter, die Liebe zu Hassan und das Suchen nach Zuhause erzählt Ozan im exklusiven Interview im @geistesbluetenmag № 25, jetzt bestellbar auf geistesblueten.com.
Bret Anthony Johnston
»We Burn Daylight«Texas, 1993. Die Sonne steht bleiern über dem Land, und in der Luft liegt mehr als nur Hitze – es ist der Geruch von Fanatismus, Angst und bevorstehender Katastrophe. Inmitten dieser Welt, in der die Erwachsenen nur noch Untergang und Unheil sehen, wollen sich zwei Teenager ins Leben und in die Liebe stürzen. Roy, Sohn des örtlichen Sheriffs, trifft auf die kluge und wild entschlossene Jaye. Was er nicht weiß: Sie lebt in einer abgeschotteten Glaubensgemeinschaft, angeführt von einem Mann, der sich selbst »Lamb« nennt und mit Waffen und Bibelversen den Weltuntergang vorbereitet.
»We Burn Daylight« ist ein fesselnder, fiktiver Roman, der sich tief in die Ereignisse rund um die echte Sekte der »Branch Davidians« eingräbt. Bret Anthony Johnston schafft es, historische Realität und emotionale Wucht miteinander zu verweben. Was entsteht, ist ein Roman über Macht und Manipulation, über Eltern, die ihren Kindern nicht mehr zuhören, und über zwei junge Menschen, die nicht bereit sind, ihre Zukunft dem Wahnsinn zu opfern.
Roy und Jaye sind 14. Sie wissen nicht alles, aber sie wissen genug: dass ihre Verbindung echt ist und gefährlich. Während draußen Behörden aufrüsten und Reporter auf Sendezeit warten, wird drinnen gepredigt, gezweifelt, gehungert und gehofft. Die Spannung zwischen ihnen, zwischen drinnen und draußen, zwischen Glauben und Freiheit baut sich auf wie ein Gewitter.
Johnstons Sprache ist präzise, atmosphärisch, eindringlich. Kein Wort zu viel. Keine Szene zu flach. Jeder Satz wirbelt Staub auf. Sein literarisches Können zeigt sich in der Feinheit der Beobachtung, im Wechsel der Perspektiven und durchdachten Struktur. »We Burn Daylight« ist ein Pageturner, eine Lovestory, ein Drama, ein Abgrund. Eine Geschichte, die so wahr wirkt, weil sie emotional genau da hinzielt, wo es weh tut. Und wo es Hoffnung gibt.
Texas, 1993. Die Sonne steht bleiern über dem Land, und in der Luft liegt mehr als nur Hitze – es ist der Geruch von Fanatismus, Angst und bevorstehender Katastrophe. Inmitten dieser Welt, in der die Erwachsenen nur noch Untergang und Unheil sehen, wollen sich zwei Teenager ins Leben und in die Liebe stürzen. Roy, Sohn des örtlichen Sheriffs, trifft auf die kluge und wild entschlossene Jaye. Was er nicht weiß: Sie lebt in einer abgeschotteten Glaubensgemeinschaft, angeführt von einem Mann, der sich selbst »Lamb« nennt und mit Waffen und Bibelversen den Weltuntergang vorbereitet.
»We Burn Daylight« ist ein fesselnder, fiktiver Roman, der sich tief in die Ereignisse rund um die echte Sekte der »Branch Davidians« eingräbt. Bret Anthony Johnston schafft es, historische Realität und emotionale Wucht miteinander zu verweben. Was entsteht, ist ein Roman über Macht und Manipulation, über Eltern, die ihren Kindern nicht mehr zuhören, und über zwei junge Menschen, die nicht bereit sind, ihre Zukunft dem Wahnsinn zu opfern.
Roy und Jaye sind 14. Sie wissen nicht alles, aber sie wissen genug: dass ihre Verbindung echt ist und gefährlich. Während draußen Behörden aufrüsten und Reporter auf Sendezeit warten, wird drinnen gepredigt, gezweifelt, gehungert und gehofft. Die Spannung zwischen ihnen, zwischen drinnen und draußen, zwischen Glauben und Freiheit baut sich auf wie ein Gewitter.
Johnstons Sprache ist präzise, atmosphärisch, eindringlich. Kein Wort zu viel. Keine Szene zu flach. Jeder Satz wirbelt Staub auf. Sein literarisches Können zeigt sich in der Feinheit der Beobachtung, im Wechsel der Perspektiven und durchdachten Struktur. »We Burn Daylight« ist ein Pageturner, eine Lovestory, ein Drama, ein Abgrund. Eine Geschichte, die so wahr wirkt, weil sie emotional genau da hinzielt, wo es weh tut. Und wo es Hoffnung gibt.
Katerina Poladjan
»Goldstrand«»Ein Ort, der nach goldenem Glanz klingt, nach Hoffnung auf Glück und Reichtum« – so beschreibt Katerina Poladjan den Goldstrand, jenen real existierenden Ferienort an der bulgarischen Schwarzmeerküste, der ihrem neuen Roman seinen Titel gibt. Doch wer glaubt, hier handele es sich um eine Sommergeschichte, irrt. »Goldstrand« ist ein schillerndes Mosaik aus Erinnerung, Ideologie und Illusion, eine Erkundung dessen, was von den großen Versprechen Europas geblieben ist.
Zwischen Odessa, Warna, Rom und Istanbul entfaltet Poladjan eine filmische Erzählung über Flucht, Familie und Fiktion. Ihr Protagonist Eli, Regisseur, Sohn, Suchender, liegt auf der Couch seiner römischen Analytikerin und versucht, die Fragmente einer Familiengeschichte zusammenzufügen, die zugleich seine eigene ist. Die Grenzen zwischen Traum und Realität, Geschichte und Projektion verschwimmen in dieser Prosa, die leichtfüßig erzählt und doch von Schwere weiß.
»Ein Ort, der nach goldenem Glanz klingt, nach Hoffnung auf Glück und Reichtum« – so beschreibt Katerina Poladjan den Goldstrand, jenen real existierenden Ferienort an der bulgarischen Schwarzmeerküste, der ihrem neuen Roman seinen Titel gibt. Doch wer glaubt, hier handele es sich um eine Sommergeschichte, irrt. »Goldstrand« ist ein schillerndes Mosaik aus Erinnerung, Ideologie und Illusion, eine Erkundung dessen, was von den großen Versprechen Europas geblieben ist.
Zwischen Odessa, Warna, Rom und Istanbul entfaltet Poladjan eine filmische Erzählung über Flucht, Familie und Fiktion. Ihr Protagonist Eli, Regisseur, Sohn, Suchender, liegt auf der Couch seiner römischen Analytikerin und versucht, die Fragmente einer Familiengeschichte zusammenzufügen, die zugleich seine eigene ist. Die Grenzen zwischen Traum und Realität, Geschichte und Projektion verschwimmen in dieser Prosa, die leichtfüßig erzählt und doch von Schwere weiß.
Mattia Insolia
»Brennende Himmel«Winter 2019 – Niccolò ist Teenager, er trinkt, gibt sich unnahbar und handelt rücksichtslos. Ein adoleszenter Panzer gegen die süditalienische Hoffnungslosigkeit und seinen ausgelaugten, gescheiterten Vater Riccardo. Als der ihn zu einem gemeinsamen Roadtrip überredet, wird Niccolò mit der Vergangenheit seiner Eltern konfrontiert. Sommer 2000 – Teresa macht mit ihren Eltern Ferien in Camporotondo. Sie hat Träume, ist neugierig und gleichzeitig verunsichert von der Welt um sie herum. Während des Urlaubs in Sizilien lernt sie Riccardo kennen. Er ist schön und verwegen, sie verliebt sich. Aber Niccolò und sein Vater verstehen sich nicht. Reißt der eine den anderen mit in den Abgrund?
Winter 2019 – Niccolò ist Teenager, er trinkt, gibt sich unnahbar und handelt rücksichtslos. Ein adoleszenter Panzer gegen die süditalienische Hoffnungslosigkeit und seinen ausgelaugten, gescheiterten Vater Riccardo. Als der ihn zu einem gemeinsamen Roadtrip überredet, wird Niccolò mit der Vergangenheit seiner Eltern konfrontiert. Sommer 2000 – Teresa macht mit ihren Eltern Ferien in Camporotondo. Sie hat Träume, ist neugierig und gleichzeitig verunsichert von der Welt um sie herum. Während des Urlaubs in Sizilien lernt sie Riccardo kennen. Er ist schön und verwegen, sie verliebt sich. Aber Niccolò und sein Vater verstehen sich nicht. Reißt der eine den anderen mit in den Abgrund?
Geistesblüten AUTOREN BÜCHER KÜNSTLER
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Dorothee Elmiger
»Die Holländerinnen«»Welcome to the Jungle« — Dorothee Elmiger hat den Deutschen Buchpreis 2025 gewonnen.
Mit »Die Holländerinnen« verwandelt sie ein reales Verschwinden in eine literarische Expedition. Eine Schriftstellerin begleitet ein Theaterprojekt im Dschungel, zwischen Wirklichkeit und Wahn, zwischen Adorno und tropischem Fieber, zwischen Sprache und Schweigen. Elmiger lässt den Satz selbst schwitzen und lauscht dem Atem der Fiktion. Was bleibt? Ein Roman wie ein feuchter Windstoß aus Erinnerung, Gefahr und Schönheit. Eine literarische Spurensuche, die nicht erklärt, sondern verführt.
Ein Sieg für das radikale Erzählen, für das Zweifelnde, Suchende, Mutige. Und ein Abend, an dem der Dschungel in der Literatur zum Leben erwacht.
»Welcome to the Jungle« — Dorothee Elmiger hat den Deutschen Buchpreis 2025 gewonnen.
Mit »Die Holländerinnen« verwandelt sie ein reales Verschwinden in eine literarische Expedition. Eine Schriftstellerin begleitet ein Theaterprojekt im Dschungel, zwischen Wirklichkeit und Wahn, zwischen Adorno und tropischem Fieber, zwischen Sprache und Schweigen. Elmiger lässt den Satz selbst schwitzen und lauscht dem Atem der Fiktion. Was bleibt? Ein Roman wie ein feuchter Windstoß aus Erinnerung, Gefahr und Schönheit. Eine literarische Spurensuche, die nicht erklärt, sondern verführt.
Ein Sieg für das radikale Erzählen, für das Zweifelnde, Suchende, Mutige. Und ein Abend, an dem der Dschungel in der Literatur zum Leben erwacht.
Khashayar J. Khabushani
»Kein Licht wie die Sonne«Khashayar J. Khabushani wuchs in LA auf. Als Junge wunderte er sich wie unbeschwert fröhlich seine Freunde mit ihren Vätern umgingen. Er konnte sich schwer vorstellen, dass das echt sein sollte. Wenn die Nachbarsfamilien miteinander spielten. Wenn sie zusammen lachten oder sich alles Mögliche erklärten. Im Rückblick kommen Khabushani seine Mutter und die Brüder wie Fremde vor, mit denen er unter einem Dach lebte. Seine eigenen Erfahrungen bringt Khabushani in seinen Roman ein. Hauptfigur K. will von seinem Vater verstanden und geliebt werden, aber egal, wie sehr er sich anstrengt und verbiegt, seine Erwartungen er füllt er nie. Alles, was die USA versprachen, scheint in die Ferne gerückt. Wie es ihnen geht, kann nicht der amerikanische Traum sein. Für seinen besten Freund Johnny entwickelt K. Gefühle. Die heimliche Liebesaffäre bleibt flüchtig. K. fühlt sich ohnehin wehrlos, mitten in der Nacht reißt ihn der Vater aus dem Schlaf und entführt ihn und seine Brüder in den Iran.
Khashayar J. Khabushani wuchs in LA auf. Als Junge wunderte er sich wie unbeschwert fröhlich seine Freunde mit ihren Vätern umgingen. Er konnte sich schwer vorstellen, dass das echt sein sollte. Wenn die Nachbarsfamilien miteinander spielten. Wenn sie zusammen lachten oder sich alles Mögliche erklärten. Im Rückblick kommen Khabushani seine Mutter und die Brüder wie Fremde vor, mit denen er unter einem Dach lebte. Seine eigenen Erfahrungen bringt Khabushani in seinen Roman ein. Hauptfigur K. will von seinem Vater verstanden und geliebt werden, aber egal, wie sehr er sich anstrengt und verbiegt, seine Erwartungen er füllt er nie. Alles, was die USA versprachen, scheint in die Ferne gerückt. Wie es ihnen geht, kann nicht der amerikanische Traum sein. Für seinen besten Freund Johnny entwickelt K. Gefühle. Die heimliche Liebesaffäre bleibt flüchtig. K. fühlt sich ohnehin wehrlos, mitten in der Nacht reißt ihn der Vater aus dem Schlaf und entführt ihn und seine Brüder in den Iran.
Rumaan Alam
»Entitlement«Spätestens seit der Netflix-Verfilmung seines packenden Romans »Inmitten der Nacht« Julia Roberts, Ethan Hawke und Mahershala Ali haben Leser mit seinem Namen einen Googlealarm verknüpft. Rumaan Alam ist eine der packensten neuen literarischen Stimmen der USA.
Spätestens seit der Netflix-Verfilmung seines packenden Romans »Inmitten der Nacht« Julia Roberts, Ethan Hawke und Mahershala Ali haben Leser mit seinem Namen einen Googlealarm verknüpft. Rumaan Alam ist eine der packensten neuen literarischen Stimmen der USA.
Sein neuer Roman über Geld und Moral heißt »Entitlement«. Eigentlich fehlt Brooke nichts. Ihr geht es gut, trotzdem hat sie Wünsche. Vor allem soll ihr Sein einen Sinn haben. Sie möchte etwas in der Welt bewirken, ihre Mutter beeindrucken, Zeit mit Freunden verbringen und sich ihre Unabhängigkeit sichern. Ihr Job als Assistentin eines achtzigjährigen Milliardärs könnte ihr bei der Verwirklichung helfen. Der Mann möchte ein riesiges Vermögen verschenken will. Was aber, wenn plötzlicher Reichtum alles bisherige auf den Kopf stellt und die Sehnsüchte gelich mit? Ist Geld eine eigene Religion? Eine Art gruppendynamischer Glauben? Bei Alam ist Brooke eine ehrgeizige junge Afroamerikanker, der reiche Amerikaner ist weiß. Er fühlt sich von ihrer Intelligenz angezogen, von ihrer Weigerung, respektvoll zu sein, vielleicht auch von ihrer Hautfarbe. Seine Macht und sein Geld machen ihn für sie attraktiv. Genau wie seine offensichtliche Bereitschaft, beides mit ihr zu teilen.
Wer von ihr geht weit genug, um zu bekommen, was sie und er glaubt, zu verdienen?
Victor Schefé
Zwei, drei blaue Augen«Berlin, 1985. Zwischen grauen Wänden, Neonlicht und der ständigen Angst, beobachtet zu werden, wagt Tassilo das Ungeheuerliche: Er liebt – offen, zärtlich, schwul. Victor Schefé erzählt in »Zwei, drei blaue Augen« eine Geschichte, die zugleich persönlich und politisch ist: ein Roman über Mut, Freiheit und den Preis, den man zahlt, wenn man sich selbst treu bleibt. Briefe, Stasiakten, Popmusik und erste große Lieben verweben sich zu einem Soundtrack des Aufbegehrens – irgendwo zwischen Rostock, Prag und einem Kuss im Družba-Warenhaus. Schefé, Schauspieler, Freigeist, Legende in Arbeit, blickt zurück – ohne Nostalgie, aber mit glühender Klarheit. Und ja, er weiß, dass Wut auch Energie ist. Dass Schreiben manchmal die lauteste Form von Überleben ist. In GEISTESBLÜTEN № 25 spricht Victor Schefé exklusiv über den jungen Mann, der er war, über die Sehnsucht, frei zu atmen, und darüber, warum Popmusik und queere Liebe Revolutionen anzetteln können.
Ein Buch wie ein Herzschlag.
Berlin, 1985. Zwischen grauen Wänden, Neonlicht und der ständigen Angst, beobachtet zu werden, wagt Tassilo das Ungeheuerliche: Er liebt – offen, zärtlich, schwul. Victor Schefé erzählt in »Zwei, drei blaue Augen« eine Geschichte, die zugleich persönlich und politisch ist: ein Roman über Mut, Freiheit und den Preis, den man zahlt, wenn man sich selbst treu bleibt. Briefe, Stasiakten, Popmusik und erste große Lieben verweben sich zu einem Soundtrack des Aufbegehrens – irgendwo zwischen Rostock, Prag und einem Kuss im Družba-Warenhaus. Schefé, Schauspieler, Freigeist, Legende in Arbeit, blickt zurück – ohne Nostalgie, aber mit glühender Klarheit. Und ja, er weiß, dass Wut auch Energie ist. Dass Schreiben manchmal die lauteste Form von Überleben ist. In GEISTESBLÜTEN № 25 spricht Victor Schefé exklusiv über den jungen Mann, der er war, über die Sehnsucht, frei zu atmen, und darüber, warum Popmusik und queere Liebe Revolutionen anzetteln können.
Ein Buch wie ein Herzschlag.
Dale Grant
»Face: the Berlin Art Scene«Was passiert mit einer Kunstszene, wenn Räume knapp werden, Förderungen schwinden und die kreative Energie trotzdem brodelt? Dale Grant hat sich dieser Frage gestellt mit der Kamera, seinem Blick und seiner unbestechlichen Neugier. In »Face: the Berlin Art Scene« porträtiert er über 200 Künstler:innen beim Malen, Hämmern, Schweißen, Denken oder einfach beim Tee. Ein Kaleidoskop Berlins, bekannte Namen, experimentierfreudige Newcomer, leise Stimmen, entschlossene Individualisten.
Grant pendelt zwischen Berlin und Rotterdam, zwei Städte mit je eigener künstlerischer Sprache, eigenem Rhythmus und sehr unterschiedlichen Bedingungen für Kulturschaffende. Sein Buch, mit Vorworten von Elke Buhr und Larissa Kikol, zeigt: Hier mag es Posen geben, aber keine Effekthascherei. Es geht um Haltung, Überleben, Atemraum, um die Frage, wie Kunst und Freiheit in einer Stadt bestehen, die beides immer enger zieht. Für @geistesbluetenmag № 25 haben wir mit Dale Grant über seine Erfahrungen in der Berliner Kunstszene gesprochen, über die kleinen Momente vor der Kamera, die großen Fragen hinter der Kunst, warum Selbstporträts manchmal mehr sagen als tausend Worte und seinen absolut begnadeten Buchdesigner.
Was passiert mit einer Kunstszene, wenn Räume knapp werden, Förderungen schwinden und die kreative Energie trotzdem brodelt? Dale Grant hat sich dieser Frage gestellt mit der Kamera, seinem Blick und seiner unbestechlichen Neugier. In »Face: the Berlin Art Scene« porträtiert er über 200 Künstler:innen beim Malen, Hämmern, Schweißen, Denken oder einfach beim Tee. Ein Kaleidoskop Berlins, bekannte Namen, experimentierfreudige Newcomer, leise Stimmen, entschlossene Individualisten.
Grant pendelt zwischen Berlin und Rotterdam, zwei Städte mit je eigener künstlerischer Sprache, eigenem Rhythmus und sehr unterschiedlichen Bedingungen für Kulturschaffende. Sein Buch, mit Vorworten von Elke Buhr und Larissa Kikol, zeigt: Hier mag es Posen geben, aber keine Effekthascherei. Es geht um Haltung, Überleben, Atemraum, um die Frage, wie Kunst und Freiheit in einer Stadt bestehen, die beides immer enger zieht. Für @geistesbluetenmag № 25 haben wir mit Dale Grant über seine Erfahrungen in der Berliner Kunstszene gesprochen, über die kleinen Momente vor der Kamera, die großen Fragen hinter der Kunst, warum Selbstporträts manchmal mehr sagen als tausend Worte und seinen absolut begnadeten Buchdesigner.
Gaea Schoeters
»Trophäe«Gaea Schoeters Roman »Trophäe« ist der Schuss, der die Stille zerreißt und die Bubble zum Platzen bringt, in der wir unser Werteverständnis und die Moral auf Kissen gebettet haben. In den Niederlanden sorgt der Roman bereits für großes Aufsehen. Der millionenschwere Amerikaner Hunter ist passionierter Jäger. Er hatte schon einiges vor der Flinte. Aber für die Big Five müsste er ein Nashorn schießen. Sein Kumpel Van Heeren hat eine folgendschwere Idee… aber der Triumph in Afrika wird von Wilderern durchkreuzt. Hunter könnte ausrasten! Da schlägt Van Heeren ihm die Big Six vor. Lisa Mensing hat diesen gewaltigen Roman ins Deutsche übersetzt. Ein Interview mit Gaea Schoeters erscheint im Geistesblüten Magazin No. 22, in dem sie auch über den grausamen Reiz des eigentlich Undenkbaren spricht.
Gaea Schoeters Roman »Trophäe« ist der Schuss, der die Stille zerreißt und die Bubble zum Platzen bringt, in der wir unser Werteverständnis und die Moral auf Kissen gebettet haben. In den Niederlanden sorgt der Roman bereits für großes Aufsehen. Der millionenschwere Amerikaner Hunter ist passionierter Jäger. Er hatte schon einiges vor der Flinte. Aber für die Big Five müsste er ein Nashorn schießen. Sein Kumpel Van Heeren hat eine folgendschwere Idee… aber der Triumph in Afrika wird von Wilderern durchkreuzt. Hunter könnte ausrasten! Da schlägt Van Heeren ihm die Big Six vor. Lisa Mensing hat diesen gewaltigen Roman ins Deutsche übersetzt. Ein Interview mit Gaea Schoeters erscheint im Geistesblüten Magazin No. 22, in dem sie auch über den grausamen Reiz des eigentlich Undenkbaren spricht.
László Krasznahorkai
LiteraturnobelpreisHerzlichen Glückwunsch an László Krasznahorkai zum Literaturnobelpreis 2025!
Herzlichen Glückwunsch an László Krasznahorkai zum Literaturnobelpreis 2025!
Der ungarische Schriftsteller und Drehbuchautor, geboren 1954 in Gyula, ist bekannt für seine anspruchsvollen Romane mit dystopischen und melancholischen Themen. Werke wie »Satantango« (1985) und »Die Melancholie des Widerstands« (1989) wurden mehrfach für das Kino adaptiert, unter anderem von Béla Tarr. 2015 erhielt Krasznahorkai den Man Booker International Prize – heute ist er der zweite ungarische Literaturnobelpreisträger nach Imre Kertész (2002).
Krasznahorkai sagt: »Jedes meiner Bücher soll die literarische Landkarte verschieben.« Seine internationalen Erfolge spiegeln sich in zahlreichen Preisen wider: SWR-Bestenliste-Preis (1993), Brücke-Berlin-Preis und Literaturpreis Leuk (2010), National Book Award for Translated Literature (2019), Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur (2021) und Prix Formentor (2024).
Angela Steidele
»Ins Dunkel«Autor:innen lesen Geistesblüten. Wie Angela Steidele.
Im @geistesbluetenmag № 25 nimmt sie uns mit »Ins Dunkel«.
Wir sitzen im Kino.
Auf der Leinwand: Greta Garbo und Erika Mann, 1969, irgendwo in den Schweizer Alpen. Zwei Frauen, die das 20. Jahrhundert gelebt, geliebt, überlebt haben. Sie erinnern sich – an die Roaring Twenties, an Berliner Nächte, an den Moment, als der Ton den Stummfilm ablöste und die Welt zu flackern begann.
Angela Steidele erzählt diese Geschichte, als würde sie sie projizieren. Ihr Roman »Ins Dunkel« ist kein Buch, das man nur liest – er läuft, atmet, schneidet, überblendet. Ein Film auf Papier. Mit Special Effects aus Sprache, Rhythmus und Recherche. Sie inszeniert nicht nur, sie komponiert. Ihre Genauigkeit ist filmisch, ihr Wissen enzyklopädisch, ihr Stil unverwechselbar.
Garbo, Dietrich, Mann – drei Ikonen, drei Rollen im Spiel zwischen Begehren, Erinnerung und Macht. Und Steidele? Die Regisseurin im Hintergrund, die weiß, dass jede Szene politisch ist. Denn sie schreibt nicht über Glamour, sondern über Verantwortung. Über Kunst, die leuchtet, während die Welt ins Dunkel glitt – und wieder gleitet.
»Ins Dunkel« ist eine Hommage an das Kino, an die queere Kulturgeschichte und an die Kunst, sich nicht zum Schweigen bringen zu lassen.
Autor:innen lesen Geistesblüten. Wie Angela Steidele.
Im @geistesbluetenmag № 25 nimmt sie uns mit »Ins Dunkel«.
Wir sitzen im Kino.
Auf der Leinwand: Greta Garbo und Erika Mann, 1969, irgendwo in den Schweizer Alpen. Zwei Frauen, die das 20. Jahrhundert gelebt, geliebt, überlebt haben. Sie erinnern sich – an die Roaring Twenties, an Berliner Nächte, an den Moment, als der Ton den Stummfilm ablöste und die Welt zu flackern begann.
Angela Steidele erzählt diese Geschichte, als würde sie sie projizieren. Ihr Roman »Ins Dunkel« ist kein Buch, das man nur liest – er läuft, atmet, schneidet, überblendet. Ein Film auf Papier. Mit Special Effects aus Sprache, Rhythmus und Recherche. Sie inszeniert nicht nur, sie komponiert. Ihre Genauigkeit ist filmisch, ihr Wissen enzyklopädisch, ihr Stil unverwechselbar.
Garbo, Dietrich, Mann – drei Ikonen, drei Rollen im Spiel zwischen Begehren, Erinnerung und Macht. Und Steidele? Die Regisseurin im Hintergrund, die weiß, dass jede Szene politisch ist. Denn sie schreibt nicht über Glamour, sondern über Verantwortung. Über Kunst, die leuchtet, während die Welt ins Dunkel glitt – und wieder gleitet.
»Ins Dunkel« ist eine Hommage an das Kino, an die queere Kulturgeschichte und an die Kunst, sich nicht zum Schweigen bringen zu lassen.
Martina Clavadetscher
»Die Schrecken der anderen«Wie zeigt man etwas, das längst alle sehen? Wie benennt man das Unheimliche, wenn es längst Nachbar geworden ist? Martina Clavadetscher, Schweizer Buchpreisträgerin und eine der bedeutendsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, stellt in ihrem neuen Roman eine unbequeme, fast unerträgliche Frage: Was geschieht, wenn die Vergangenheit nie vergangen ist?
Wie zeigt man etwas, das längst alle sehen? Wie benennt man das Unheimliche, wenn es längst Nachbar geworden ist? Martina Clavadetscher, Schweizer Buchpreisträgerin und eine der bedeutendsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, stellt in ihrem neuen Roman eine unbequeme, fast unerträgliche Frage: Was geschieht, wenn die Vergangenheit nie vergangen ist?
Ein Junge findet eine Leiche im Eis. Die Polizei hat keine Zeit. Der Polizeiarchivar Schibig wird geschickt. Und Rosa, eine rätselhafte Frau im Wohnwagen, erkennt sofort, dass hier mehr verborgen liegt als ein toter Körper. Was folgt, ist keine klassische Spurensuche, kein Whodunit, keine Erlösung im letzten Kapitel. Denn »Die Schrecken der anderen« ist kein Kriminalroman, sondern eine gespenstische Allegorie auf das, was unter der Oberfläche brodelt, wenn man Geschichte vergräbt statt verarbeitet.
Clavadetscher lässt ein Dorf in der Zentralschweiz sprechen, schweigen, erinnern und leugnen. Der Ort heißt Ödwil, aber er könnte überall liegen, wo sich alte Ideologien in neuen Kleidern versammeln. Wo sich reiche Erben in Herrenzimmern mit Zylinderträgern treffen, um eine bessere Vergangenheit herbeizuphantasieren. Wo Mütter aus ihren Betten heraus das Familiengedächtnis diktieren. Wo die Polizei bei der Aufklärung von »Leichen im Keller« nicht dieselbe Gründlichkeit zeigt wie bei einer »Leiche unter Eis«.
Der Roman ist kein Krimi! Er tarnt sich nur als solcher. Das Opfer heißt McGuffin, ein Name, der nicht nur Eingeweihten ein unmissverständliches Augenzwinkern schickt. Wer also einen gemütlichen Sonntagabendthriller erwartet, wird sich wundern, wie tief dieses Buch bohrt. Denn die wahre Spannung entsteht nicht durch das Warten auf die Auflösung, sondern durch das stetige Einsickern der Erkenntnis, dass die Vergangenheit nicht vergangen ist, sondern nur andere Namen trägt. »Die Schrecken der anderen« fragt, wessen Geschichte erzählt wird – und wessen nicht. Und warum das so bleibt. Clavadetscher erzählt bildstark, mit einem Gespür für Atmosphäre, das an gotische Schauerromane erinnert, ohne ins Genrehafte zu kippen. Vielmehr schafft sie einen literarischen Raum, in dem Fantastisches, Politisches und Historisches ineinandergreifen. Jeder Satz trägt Gewicht, jede Figur ist mehr als nur ein Platzhalter im Plot.
Tash Aw
»Fremde am Pier«Tash Aw wurde als Kind malaysischer Eltern 1971 in Taiwan geboren und wuchs in Kuala Lumpur auf. Er studierte Jura in Großbritannien, veröffentlichte mehrere Romane. Er wurde zweimal für den Man Booker Prize nominiert. In »Fremde am Pier« (übersetzt von Pociao und Roberto de Hollanda) erzählt er mit Blick auf seine malaysisch-chinesische Familie eine zutiefst persönliche Geschichte des modernen Asiens. Vielleicht beginnt alles an der Universität in England. Da sitzt er beim Lunch inmitten von Kommilitonen, die ihren Stammbaum Generation um Generation herunterbeten können. Und er? Weiß nicht einmal genau, wo seine Großmutter aufgewachsen ist. Tash Aw macht sich auf die Suche, und was er findet, ist nichts weniger als der Kontinent, den er in sich trägt. Von einer Taxifahrt durch das heutige Bangkok über die Besuche bei Kentucky Fried Chicken im Kuala Lumpur seiner Kindheit bis zu den gefährlichen Bootsüberfahrten von China nach Malaysia, die seine Großväter in den Zwanzigerjahren antraten.
Tash Aw wurde als Kind malaysischer Eltern 1971 in Taiwan geboren und wuchs in Kuala Lumpur auf. Er studierte Jura in Großbritannien, veröffentlichte mehrere Romane. Er wurde zweimal für den Man Booker Prize nominiert. In »Fremde am Pier« (übersetzt von Pociao und Roberto de Hollanda) erzählt er mit Blick auf seine malaysisch-chinesische Familie eine zutiefst persönliche Geschichte des modernen Asiens. Vielleicht beginnt alles an der Universität in England. Da sitzt er beim Lunch inmitten von Kommilitonen, die ihren Stammbaum Generation um Generation herunterbeten können. Und er? Weiß nicht einmal genau, wo seine Großmutter aufgewachsen ist. Tash Aw macht sich auf die Suche, und was er findet, ist nichts weniger als der Kontinent, den er in sich trägt. Von einer Taxifahrt durch das heutige Bangkok über die Besuche bei Kentucky Fried Chicken im Kuala Lumpur seiner Kindheit bis zu den gefährlichen Bootsüberfahrten von China nach Malaysia, die seine Großväter in den Zwanzigerjahren antraten.
Meron Mendel, Saba-Nur Cheema und Sasha Marianna Salzmann
Drei, die was zu sagen habenNicht das erste Mal zieht dieses besondere Trio die Blicke auf sich. Meron Mendel und Saba-Nur Cheema blättern konzentriert im @geistesbluetenmag №25, Sasha Marianna Salzmann studiert aufmerksam die Seiten. Jedem von ihnen fällt sofort etwas ins Auge: Das zweisprachige Kulturmagazin bietet dichte, vielschichtige Einblicke in Identität, Zugehörigkeit und künstlerische Reflexion.
Die gemeinsame Auseinandersetzung macht den Moment spürbar. Mendels analytische Präzision, Cheemas klare, pointierte Perspektive und Salzmanns kreative Sensibilität verschränken sich zu einem harmonischen Ganzen. Für alle drei ist es eine Art doppeltes Wiedersehen: Sie mögen und schätzen sich sehr und haben alle in früheren Geistesblüten Einblicke in ihre Gedanken gegeben. Danke für diesen besonderen Moment.
Nicht das erste Mal zieht dieses besondere Trio die Blicke auf sich. Meron Mendel und Saba-Nur Cheema blättern konzentriert im @geistesbluetenmag №25, Sasha Marianna Salzmann studiert aufmerksam die Seiten. Jedem von ihnen fällt sofort etwas ins Auge: Das zweisprachige Kulturmagazin bietet dichte, vielschichtige Einblicke in Identität, Zugehörigkeit und künstlerische Reflexion.
Die gemeinsame Auseinandersetzung macht den Moment spürbar. Mendels analytische Präzision, Cheemas klare, pointierte Perspektive und Salzmanns kreative Sensibilität verschränken sich zu einem harmonischen Ganzen. Für alle drei ist es eine Art doppeltes Wiedersehen: Sie mögen und schätzen sich sehr und haben alle in früheren Geistesblüten Einblicke in ihre Gedanken gegeben. Danke für diesen besonderen Moment.
Thomas Pynchon
»Schattennummer«Schon der erste Satz sitzt: Wenn Ärger in die Stadt kommt, nimmt er meist die North-Shore-Linie. Damit ist der Ton gesetzt – rau, filmisch, abgründig komisch. In »Schattennummer« schickt Thomas Pynchon seinen Detektiv Hicks McTaggart durch das Jahr 1932: von Chicago nach Milwaukee, von Schmugglerkneipen über Swingclubs bis ins faschistisch aufgeladene Europa.
Schon der erste Satz sitzt: Wenn Ärger in die Stadt kommt, nimmt er meist die North-Shore-Linie. Damit ist der Ton gesetzt – rau, filmisch, abgründig komisch. In »Schattennummer« schickt Thomas Pynchon seinen Detektiv Hicks McTaggart durch das Jahr 1932: von Chicago nach Milwaukee, von Schmugglerkneipen über Swingclubs bis ins faschistisch aufgeladene Europa.
Was als klassische Detektivgeschichte beginnt – die Suche nach der verschwundenen Tochter eines Käsebarons – explodiert bald in ein paranoides, aber funkelndes Chaos aus Spionage, U-Booten, Paraphysik und Jazz. Pynchon bleibt der Meister der Unübersichtlichkeit, ein Chronist der Entropie, der inmitten des Irrsinns die Gegenwart spiegelt: eine Welt, in der Macht offen agiert und Wahrheit keine Tiefe mehr hat.
Die Übersetzung von Stingl und van Gunsteren hält das irrwitzige Tempo glänzend durch. »Schattennummer« ist Pynchons zugänglichstes Buch seit Jahren – wild, klug, bitterkomisch.
Fazit: Eine Spionagegeschichte als Spiegel unserer Zeit. Lesen. Unbedingt.
Julia Terjung
»still photography«»Viel Leidenschaft, Notwendigkeit, Sehnsucht, Glück, Neugierde und immer wieder Leidenschaft. Für das, was man tut, was man sucht. Erzählen von Geschichten im Stillstand. Im besten Fall genau den Moment erwischen, den man sich erhofft hat und oft hat auch kommen sieht. Ich glaube, dass geht allen Standfotografen so. Für mich sind diese Momente wie ein aufziehendes Gewitter. Man hört das Grollen und fiebert dem Moment entgegen, in dem der Blitz einschlägt. Man beobachtet und dann ist es da. Ein Wimpernschlag des Schauspielers, eine leichte Drehung des Kopfes, 2 Schritte mehr, um in einem guten Winkel oder im perfekten Licht zu stehen. Ich liebe das. Vor allem, wenn unsere Suche, das Warten, die Ausdauer und die manchmal sehr verkrampfte, bewegungslose Körperhaltung, bei der man oft versucht, nicht zu atmen, belohnt wird. Man stand an der richtigen Stelle und blieb fast oder gar unbemerkt. Wie ein Ninja. Aber dennoch Teil des Prozesses und des Ganzen. Das muss nicht gleich beim allerersten Take sein. Darum ist es wichtig alles mitzunehmen. Jeder Take ist anders und hat seine eigene Berechtigung fotografiert zu werden. Ich glaube an das Erkennen von Rhythmen, Inhalten und Räumen zugleich, die sich in einer wiederholenden Situation, einer Filmszene oder auch bei einem Portrait so darstellen lassen, dass man Alternativen ausschließen mag und das Gefühl hat, ja, genau das ist es. Es ist wichtig, dass Szenen nicht nachgestellt werden, sondern man die volle Energie, Dynamik und Emotion der Schauspieler, die sie in einer Szene rausholen, zeitgleich einfängt. Man muss jedes Mal aufs neue eine fotografische Balance zwischen seinem eigenen Stil und dem noch Fremden finden. Man muss sich unterordnen—und seine Arbeit an das jeweilige Set angleichen können.«
»Viel Leidenschaft, Notwendigkeit, Sehnsucht, Glück, Neugierde und immer wieder Leidenschaft. Für das, was man tut, was man sucht. Erzählen von Geschichten im Stillstand. Im besten Fall genau den Moment erwischen, den man sich erhofft hat und oft hat auch kommen sieht. Ich glaube, dass geht allen Standfotografen so. Für mich sind diese Momente wie ein aufziehendes Gewitter. Man hört das Grollen und fiebert dem Moment entgegen, in dem der Blitz einschlägt. Man beobachtet und dann ist es da. Ein Wimpernschlag des Schauspielers, eine leichte Drehung des Kopfes, 2 Schritte mehr, um in einem guten Winkel oder im perfekten Licht zu stehen. Ich liebe das. Vor allem, wenn unsere Suche, das Warten, die Ausdauer und die manchmal sehr verkrampfte, bewegungslose Körperhaltung, bei der man oft versucht, nicht zu atmen, belohnt wird. Man stand an der richtigen Stelle und blieb fast oder gar unbemerkt. Wie ein Ninja. Aber dennoch Teil des Prozesses und des Ganzen. Das muss nicht gleich beim allerersten Take sein. Darum ist es wichtig alles mitzunehmen. Jeder Take ist anders und hat seine eigene Berechtigung fotografiert zu werden. Ich glaube an das Erkennen von Rhythmen, Inhalten und Räumen zugleich, die sich in einer wiederholenden Situation, einer Filmszene oder auch bei einem Portrait so darstellen lassen, dass man Alternativen ausschließen mag und das Gefühl hat, ja, genau das ist es. Es ist wichtig, dass Szenen nicht nachgestellt werden, sondern man die volle Energie, Dynamik und Emotion der Schauspieler, die sie in einer Szene rausholen, zeitgleich einfängt. Man muss jedes Mal aufs neue eine fotografische Balance zwischen seinem eigenen Stil und dem noch Fremden finden. Man muss sich unterordnen—und seine Arbeit an das jeweilige Set angleichen können.«
Julia Terjung für »still photography« in der Edition Geistesblüten
2022 wurde Julia Terjung in die renommierte Hollywoodorganisation Society of Motion Pictures Still Photographers berufen.
Anja Kampmann
»Die Wut ist ein heller Stern«Anja Kampmanns »Die Wut ist ein heller Stern« (Hanser) entführt in das Hamburg der 1930er-Jahre, in das raue Hafenviertel von St. Pauli. Im Mittelpunkt steht Hedda, eine junge Seiltänzerin im Varieté »Alkazar«, die zwischen Armut, Gefahr und der drohenden Macht der Nazis ihren Weg sucht. Hedda kämpft um Freiheit, trotzt vorgegebenen Rollen und sorgt für ihren kleinen Bruder Pauli, während Freunde und Familie zunehmend unter Druck geraten.
Anja Kampmanns »Die Wut ist ein heller Stern« (Hanser) entführt in das Hamburg der 1930er-Jahre, in das raue Hafenviertel von St. Pauli. Im Mittelpunkt steht Hedda, eine junge Seiltänzerin im Varieté »Alkazar«, die zwischen Armut, Gefahr und der drohenden Macht der Nazis ihren Weg sucht. Hedda kämpft um Freiheit, trotzt vorgegebenen Rollen und sorgt für ihren kleinen Bruder Pauli, während Freunde und Familie zunehmend unter Druck geraten.
Kampmann erzählt aus Heddas Sicht – nah, subjektiv und poetisch. Kleine Momente von Wut, Zuneigung und Angst werden spürbar, ohne dass alles erklärt werden muss. Die poetische Sprache und eindringliche Metaphorik machen das Hamburg der 1930er-Jahre lebendig: Ein Ort, an dem Bühne und Leben, Hoffnung und Bedrohung gefährlich nahe beieinanderliegen.
Mit »Die Wut ist ein heller Stern« gelingt Kampmann ein außergewöhnliches Leseerlebnis, das Mut, Überlebenswillen und den sozialen Abgrund einer aufziehenden Diktatur eindrucksvoll spürbar macht – zu Recht mit dem Hans-Fallada-Preis 2026 ausgezeichnet.
Jörg Hartmann
»Der Lärm des Lebens«Er sieht nicht nur nach zehn von zehn Punkten aus, Jörg Hartmann schreibt auch so. »Der Lärm des Lebens« nennt er seine mitreißenden Erinnerungen in Prosa, die bei Rowohlt Berlin erschienen. Er könnte auf dicke Hose machen, macht er aber nicht.
Wir sprachen mit ihm über Kindheit, seine Eltern und Großeltern und über die Kondition, die es braucht, wenn man Schauspieler:in werden möchte. Irgendwann wird er vielleicht den Bulettenrekord seines Vaters toppen. Ganz sicher sitzt der Ex-Handballdtrainer jetzt auf einer Wolke und jubelt seinem Sohn zu. Zurecht! Im Geistesblüten Magazin No.22 verrät Jörg Hartmann, wen er auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Der Mann ist ein Fuchs!
Er sieht nicht nur nach zehn von zehn Punkten aus, Jörg Hartmann schreibt auch so. »Der Lärm des Lebens« nennt er seine mitreißenden Erinnerungen in Prosa, die bei Rowohlt Berlin erschienen. Er könnte auf dicke Hose machen, macht er aber nicht.
Wir sprachen mit ihm über Kindheit, seine Eltern und Großeltern und über die Kondition, die es braucht, wenn man Schauspieler:in werden möchte. Irgendwann wird er vielleicht den Bulettenrekord seines Vaters toppen. Ganz sicher sitzt der Ex-Handballdtrainer jetzt auf einer Wolke und jubelt seinem Sohn zu. Zurecht! Im Geistesblüten Magazin No.22 verrät Jörg Hartmann, wen er auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Der Mann ist ein Fuchs!
Pascal Garnier
»Zu nah am Abgrund«Pascal Garnier erhöht von Seite zu Seite die Temperatur. Komplex wie Patricia Highsmith, knackig wie Georges Simenon. Seine Noir-Novellen spielen in kleinen Küstenstädten und in der Landschaft der Ardeche. HIer genießt Éliette ihre Rente, allerdings nicht ohne Bitterkeit. Ihr Ehemann ist tot, die Kinder leben weit entfernt. Keine Freunde weit und breit. Und noch dazu kein Sex. Eines Tages, als über dem Dorf ein Gewitter niedergeht, gewährt sie einem attraktiven Vierzigjährigen, der sich auf dem Land verfahren hat, bei sich Unterschlupf. Doch kaum hat der Kleinganove Éliettes Haus betreten, explodiert ihre Welt geradezu: Der Sohn der Nachbarn kommt bei einem Autounfall ums Leben, eine durchgedrehte junge Frau nistet sich bei ihr ein und auf einmal tauchen zwei Kilo Kokain auf.Achtung vor dem Alter, das nur scheinbar schläft …… in diesem Alter schreit man nicht mehr, man stöhnt nicht mehr, man vögelt ganz leise, damit einen der Tod nicht hört.
Pascal Garnier erhöht von Seite zu Seite die Temperatur. Komplex wie Patricia Highsmith, knackig wie Georges Simenon. Seine Noir-Novellen spielen in kleinen Küstenstädten und in der Landschaft der Ardeche. HIer genießt Éliette ihre Rente, allerdings nicht ohne Bitterkeit. Ihr Ehemann ist tot, die Kinder leben weit entfernt. Keine Freunde weit und breit. Und noch dazu kein Sex. Eines Tages, als über dem Dorf ein Gewitter niedergeht, gewährt sie einem attraktiven Vierzigjährigen, der sich auf dem Land verfahren hat, bei sich Unterschlupf. Doch kaum hat der Kleinganove Éliettes Haus betreten, explodiert ihre Welt geradezu: Der Sohn der Nachbarn kommt bei einem Autounfall ums Leben, eine durchgedrehte junge Frau nistet sich bei ihr ein und auf einmal tauchen zwei Kilo Kokain auf.Achtung vor dem Alter, das nur scheinbar schläft …… in diesem Alter schreit man nicht mehr, man stöhnt nicht mehr, man vögelt ganz leise, damit einen der Tod nicht hört.
Paul Auster und Spencer Ostrander
»Bloodbath Nation«Paul Auster und sein Schwiegersohn Spencer Ostrander haben sich noch tatkräftig an unserer Magazinausgabe No. 22 beteiligt. Spencer Ostrander schrieb für uns ein exklusives Essay über das gemeinsame Buch »Bloodbath Nation«, Paul Auster redigierte und steuerte seine Erzählung »1970« bei. Eine große Geste, die wir den beiden sicher nicht vergessen werden.
Paul Auster und sein Schwiegersohn Spencer Ostrander haben sich noch tatkräftig an unserer Magazinausgabe No. 22 beteiligt. Spencer Ostrander schrieb für uns ein exklusives Essay über das gemeinsame Buch »Bloodbath Nation«, Paul Auster redigierte und steuerte seine Erzählung »1970« bei. Eine große Geste, die wir den beiden sicher nicht vergessen werden.
Der Fotograf Spencer Ostrander konnte mit Paul Auster über alles reden. Dabei konnte es auch richtig hitzig zugehen, wie an dem folgenreichen Abend als Spencer sich bei einem Besuch bei seinem Schwiegervater so richtig Luft machte, weil ihm in der Nacht zuvor der Kragen geplatzt war. Zum x-ten Mal hatte er über eine brutale Schießerei in seinem Heimatland gelesen. Danach konnte er nicht mehr schlafen. Weil jedes Jahr in den USA viele tausend Menschen im Kugelhagel eines »mass shootings« sterben, empfand es Spencer als Bürgerpflicht und Auftrag als Künstler dagegen etwas zu tun. Also reiste er durchs Land und dokumentierte die Orte aller Massaker der letzten zwei Jahrzehnte. Zweieinhalb Jahre war der Künstler unterwegs, in denen er Fotos von fast 40 Orten machte. Als er sie den Eltern seiner Frau Sophie, Siri Hustvedt und Paul Auster, zeigte, ermutigte Paul ihn zu einem Buch, zu dem er gern sehr persönliche Texte schreiben würde. Jetzt ist da, und gleichzeitig nicht nur literarisches Vermächtnis.
Christina Caprez
»Queer Kids« und »Die illegale Pfarrerin«Sie schrieb über die erste Schweizer Pfarrerin, deren Wahl durch die Gemeinde einen Skandal auslöste. Jetzt sprach sie mit viel Wärme und gaz ohne Pathos mit 15 »Queer Kids« über Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung und Selbstausdruck. Sie alle wünschen sich eine Zukunft, in der jeder Mensch sich selbst sein kann.
Sie schrieb über die erste Schweizer Pfarrerin, deren Wahl durch die Gemeinde einen Skandal auslöste. Jetzt sprach sie mit viel Wärme und gaz ohne Pathos mit 15 »Queer Kids« über Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung und Selbstausdruck. Sie alle wünschen sich eine Zukunft, in der jeder Mensch sich selbst sein kann.
Leon Engler
»Botanik des Wahnsinns«Wien, 2025: Im Kaffeehaus duftet der Melange, der Schmäh sitzt, und irgendwo erzählt ein junger Psychologe seine Geschichte. Oder eine, die seine sein könnte. In »Botanik des Wahnsinns« führt Leon Engler in die feinen Risse zwischen Normalität und Wahnsinn, zwischen Erbe und Eigenwille.
Wien, 2025: Im Kaffeehaus duftet der Melange, der Schmäh sitzt, und irgendwo erzählt ein junger Psychologe seine Geschichte. Oder eine, die seine sein könnte. In »Botanik des Wahnsinns« führt Leon Engler in die feinen Risse zwischen Normalität und Wahnsinn, zwischen Erbe und Eigenwille.
Es beginnt mit einer Zwangsräumung und endet in der Psychiatrie, nicht als Patient, sondern als Psychologe. Dazwischen entfaltet sich ein Leben voller Fragen: Was prägt uns? Wo hört Familie auf, wo fängt Krankheit an? Engler, selbst Psychologe, schreibt mit Klarheit, Witz und Empathie. Seine Sprache ist schlicht, der Humor schwarz, die Beobachtung präzise.
Er zeigt, dass psychische Erkrankungen kein Randphänomen sind, sondern Teil des Menschseins. Der Wahnsinn wird zum Spiegel unserer Sehnsucht nach Ordnung und Zugehörigkeit. Und irgendwo zwischen Klinikflur und Naschmarkt blitzt die Liebe auf, zart und ungewiss.
»Botanik des Wahnsinns« ist ein kluges, berührendes Debüt über Familie, Sprache und die Kunst, mit sich selbst im Reinen zu sein. Im GeistesblütenMag №25 spricht Leon Engler über das Erfinden der eigenen Vergangenheit, die Grenzen der Normalität und darüber, warum es gar nicht so verrückt ist, verrückt zu sein. Siri Hustvedt nennt seinen Roman „unwiderstehlich“. Sie hat recht.
»I love Geistesblüten. It´s just so beautiful. It´s incredible lovely being here. You´re my favourite German bookshop.«
Philippe Sands, Autor von »Rückkehr nach Lemberg«, »Die Rattenlinie« und »Die letzte Kolonie«