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Wir gratulieren herzlich! Als erste Deutsche ist Jenny Erpenbeck mit dem renommierten International Booker Prize ausgezeichnet worden. Ausgezeichnet wurde Schriftstellerin und Opern-Regisseurin für ihren Roman »Kairos« über eine Amour fou in den letzten Jahren der DDR. Das Preisgeld teilt sie sich mit Michael Hofmann, der den Roman ins Englische übersetzte.

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Die chilenische Journalistin und Schriftstellerin María José Ferrada hat uns bereits mit ihrem Debütroman »Kramp« begeistert, in dem ein Eisenwarenvertreter seine siebenjährige Tochter mit auf die Verkaufstour nimmt. Ihr Neuer, »Der Plakatwächter« heißt Ramón. Er ist Wachmann einer Gerüstbaufirma und beschließt eines Tages auf ein riesiges Coca-Cola-Plakat umzuziehen. In dieser Parabel auf das Leben im kapitalistischen Chile erzählt er seinem Neffen Miguel wie sich das Leben unten von oben anfühlt.

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Unterteilt in fünf Kapitel zeigen Holger Trülzsch und Vera Lehndorff, herausragend begleitet von der Künstlerin Dominique Auerbacher, auf fast 600 Seiten Fotografien, Filmstills, Dokumente ihrer Performances und kritische Texte. Als Künstlerduo haben sie immer gleichberechtigt gearbeitet; es lag eigentlich nahe, dass auch Holger Trülzsch performen und sich von Vera Lehndorff hätte bemalen lassen können. Aber das wäre ihren Interessen und Intentionen entgegengelaufen, wie beide sagen. Für ihre Werke war es ihnen sehr wichtig, dass es sich um einen weiblichen, ›ikonisierten‹ Körper handelte, als die perfekt kreierte Projektionsfläche. Auch darin zeigte sich eine politische Motivation. Als Fotomodell »Veruschka« ist Vera Lehndorff in Antonionis Thriller »Blow Up« von 1966 weltberühmt geworden. Wie ihre Leben fruchtbar zusammengingen (und auch furchtbar, so Holger Trülzsch), davon erzählen sie im großen Interview in den Geistesblüten No. 22 und zur Geistesblüten-Buchpremiere Ende Mai in Kooperation mit der Urania.

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Eine Frau und ein Mann sind glücklich miteinander, sie lieben sich. Auf einmal taucht eine andere Frau auf. Nicht er bemerkt die Fremde, sondern seine Frau fühlt sich zu ihr hingezogen. Daraus macht die Autorin Maggie Millner keine Ménage-à-trois, in der jede mit jedem und alles ist einfach. Nein, Miller zeigt die Entwicklung auf. Das An- und Aufsteigen von Begehren. Nicht nur körperlich, sondern auch sprachlich. Sie erzählt von einem Paar, das sich liebt. Von neuen Konstellationen und Chancen in Worten und Beziehung. Ungewöhnlich spielerisch und klug.

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In den 1970ern begann alles mit drei Gläsern Irish Coffee im Buena Vista in San Francisco. 2024 gibt es Grund zu feiern in der englischen Countryside. Endlich erscheinen Armistead Maupins »Landgeschichten«. Gastgeber sind Mona Ramsey, die verwitwete Besitzerin des herrlichen alten Landsitzes »Easley House« in den goldenen britischen Cotswolds, und ihr Adoptivsohn Wilfred. Mona hatte Lord Teddy Roughton geheiratet, damit er mit einem Visum in San Francisco bleiben und sich seine kühnsten Wünsche erfüllen konnte. Sie hätte sich nie träumen lassen, dass sie mit fast 50 einen romantischen Landsitz in Großbritannien besitzt, den sie zahlenden Gästen zur Verfügung stellen muss, damit die ihre Stromrechnung bezahlen und Wilfred für den ungeschickten Butler halten.

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In Frankreich kann sie kaum unbemerkt auf die Straße gehen, so gut sind ihre Bücher. In »Blein« nimmt uns die preisgekrönte Schriftstellerin Adeline Dieudonné mit in die französischen Alpen. Erwarten Sie alles, nur keine Postkartenidylle! Eine Frau und ihr Geliebter verbringen das Wochenende in einem Chalet. Auf einmal ist er tot. Sie ist wie gelähmt vor Trauer und Schmerz. Sie meldet sein Sterben nicht, sie ruft niemanden an, sondern bleibt mit seinem Körper allein. Tage lang weicht sie nicht von seiner Seite. Schläft bei ihm, spricht mit ihm, fährt mit ihm auf dem Rücksitz durch die Berge. Und sie beginnt, seiner Ehefrau zu schreiben. In den Briefen erzählt sie die Geschichte einer großen Liebe – und die Geschichte einer Frau, die lernt, selbstbestimmt zu leben.

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Wir erinnern uns gut daran, wie wir mit Toman Rachman seinen Roman »Die Gesichter« vorstellten. Jetzt gelingt ihm ein kleines Wunder. Andere sagen „ein doppelter Verwandlungstrick“, weil er sich in »Die Hochstapler« in eine 73jährige Frau versetzt, die ihre Wohnung nicht mehr verlässt, aber in ihrer Fantasie einmal um den ganzen Globus düst. In ihrem Alter will sie es nochmal so richtig wissen, krachen lassen und einen großen Roman schreiben. Dafür nimmt sie die Perspektiven von Menschen ein, die aus ihrem Leben verschwanden. Wie der verschollene Bruder, die entfremdete Tochter und einstige Liebhaber.

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Gaea Schoeters Roman »Trophäe« ist der Schuss, der die Stille zerreißt und die Bubble zum Platzen bringt, in der wir unser Werteverständnis und die Moral auf Kissen gebettet haben. In den Niederlanden sorgt der Roman bereits für großes Aufsehen. Der millionenschwere Amerikaner Hunter ist passionierter Jäger. Er hatte schon einiges vor der Flinte. Aber für die Big Five müsste er ein Nashorn schießen. Sein Kumpel Van Heeren hat eine folgendschwere Idee… aber der Triumph in Afrika wird von Wilderern durchkreuzt. Hunter könnte ausrasten! Da schlägt Van Heeren ihm die Big Six vor. Lisa Mensing hat diesen gewaltigen Roman ins Deutsche übersetzt. Ein Interview mit Gaea Schoeters erscheint im Geistesblüten Magazin No. 22, in dem sie auch über den grausamen Reiz des eigentlich Undenkbaren spricht.

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1940 ist das dramatischste Jahr der deutschen Literaturgeschichte. In Nizza lauscht Heinrich Mann bei Bombenalarm den Nachrichten von Radio London. Anna Seghers flieht mit ihren Kindern zu Fuß aus Paris. Lion Feuchtwanger sitzt in einem französischen Internierungslager gefangen, während die SS-Einheiten näherrücken. Sie alle geraten schließlich nach Marseille, um von dort einen Weg in die Freiheit zu suchen. Hier übergibt Walter Benjamin seinen letzten Essay an Hannah Arendt, bevor er mit Lisa Fittko zur Flucht über die Pyrenäen aufbricht. Hier kreuzen sich die Wege zahlreicher deutscher und österreichischer Schriftsteller, Intellektueller, Künstler. Und hier riskieren Varian Fry und seine Mitstreiter Leib und Leben, um die Verfolgten außer Landes zu schmuggeln. Szenisch dicht und feinfühlig erzählt Uwe Wittstock von unfassbarem Mut und größter Verzweiflung, von trotziger Hoffnung und Mitmenschlichkeit in düsterer Zeit.

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Charles Moriarty wurde mit seinen Fotos von Amy Winehouse weltweit bekannt. Als enger Freund ist er ihr besonders nahegekommen. In den Geistesblüten stellt Moriarty zum ersten Mal überhaupt einen umfangreichen Ausschnitt seines Gesamtwerks aus Porträtfotografie, Akt, Stillleben und Arbeiten für Performance-Künstler:innen vor. Charles Moriarty wurde in Dublin geboren und lebt heute in London. Seine Fotografien sind fester Bestandteil der Sammlung der National Portrait Gallery. Für die Geistesblüten No. 21 hat er das Stillleben »The Day After The Night Before« fotografiert. Alle Fotografien sind bei uns in einer Edition in drei Größen erhältlich.

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Kennen Sie Pirkko Saisio? In Finnland kann sie nicht unerkannt über die Straße gehen. Sie ist Schauspielerin, Regisseurin, Autorin und zog mit ihrer Frau eine Tochter groß, die auch eine erfolgreiche Schauspielerin wurde. In ihrem autobiografischen Roman »Das rote Buch der Abschiede« ist , übersetzt von Elina Kritzokat, erinnnert sich Pirkko Saisio, wie es war, als sie ans Theater wollte, denken wollte, frei lieben wollte. Wie sie sich freistrampelte und stückweit zu sich selbst fand. In »Gegenlicht« zieht die neunzehnjährige Protagonistin 1968 in die Schweiz, weil sie denkt, so könnte sie der Enge ihres Elternhauses entkommen, um dann festzustellen, dass zwischen den Bergen nicht umbedingt freier gedacht wird. Dabei möchte sie doch nur angenommen werden, wie sie ist.

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Familie »Schönwald« begeistert wegen ihrer Spleens, ihrer Ängste, ihrer Sehnsüchte und natürlich wegen der vielen Geheimnisse. Philipp Oehmke haucht Ohmachtsthemen unserer Gesellschaft ordentlich Puls ein. Denn…

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Köln in den 1980er und 90er Jahren. Die Eltern von Iris Sayram haben wenig, aber sie haben sich, eine Menge Lebenslust und vor allem ihre kleine Tochter. Hauptsache lieben, alles andere findet sich. Manchmal leider ganz unten, da wo keiner anpacken will.
»Klofrau war nicht der dreckigste Job, den Du gemacht hast. Jeden Tag. Ob krank oder gesund. Du hattest nichts, schliefst sogar auf der Straße und immer wieder gab es Ärger mit der Polizei. Am Ende konntest Du nur noch das verkaufen, was Dir keiner nehmen kann: Deinen Körper. Viele Narben und Wunden hast Du davongetragen, bist krank geworden. Beklagt hast Du Dich nie. Selbst Deinen Humor hast Du nicht verloren. Wie hast Du das all die Jahre geschafft? »Für euch« hast Du immer gesagt. Aber ich habe lange nicht verstanden, wie wörtlich Du das gemeint hast und was Du alles für mich geopfert hast. Bis zu diesem Wochenende.«

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Hat man mit Eltern wie August Drach sie hat überhaupt eine (Überlebens-)Chance? Der Vater schlägt ihn. Kaum ist der Erzeuger – viel mehr hat er für seinen Sohn nie gemacht – von der Bildfläche verschwunden, macht ihn seine Mutter krank. Heimlich mischt sie ihm Medikamente ins Essen. Sie will ihn bestimmen, besitzen, nicht freigeben. Und noch schlimmer; sie will für ihre Pflege bewundert werden. Das ändert sich erst, als ein Arzt August da rausholt. Er kann ihm körperlich auf die Beine helfen. Was ein freies Leben und Liebe meinen, muss August selbst herausfinden.

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Wie wichtig Kleinigkeiten sind und welche Wucht schmale Bücher haben können, zeigt Claire Keegan in dieser Erzählung aufs Beste. Alles scheint wie immer. Das Wetter, die Arbeit, der Bürokaffee, die Fahrt nach Hause mit Bus. Aber damit mit der so gut kochenden, liebevollen und etwas schielenden Sabine alles so hätte werden können, hätte Cathal ein anderer Mann sein müssen.

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»Anfang Januar 2003 fand meine Mutter zwischen den üblichen Neujahrswünschen in ihrem Briefkasten eine Postkarte. Auf ihr standen lediglich vier Namen: Ephraïm, Emma, Noémie und Jacques, sonst nichts. Meine Mutter Lélia hatte sofort eine Verbindung zu den vier Genannten. So hießen ihre Großeltern, ihr Onkel und ihre Tante, die alle 1942 in Auschwitz umgekommen waren. Auf den Punkt gebracht: Diese Menschen waren ermordet worden, weil sie Juden waren, und sechzig Jahre später schickte uns jemand eine Postkarte, auf der nur ihre Vornamen standen, ohne weitere Erklärung. Wer verschickt solch kryptische Nachrichten? Und warum ohne Absender? Das Ganze war ziemlich beängstigend. Und weil es so merkwürdig war, landete die Postkarte in einer Schublade und wir sprachen nie wieder darüber.
Es muss ungefähr fünfzehn Jahre später gewesen sein, als meine älteste Tochter – sie war damals erst 6 – meiner Mutter aufgeregt erzählte, was ihr in der Schule passiert war. Auf dem Schulhof hatte ein anderes Kind zu ihr gesagt: ›In meiner Familie mögen wir keine Juden.‹« …

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Sie ist eine TikTok-Sensation. Als @PeytonCorinneAuthor mischt sie Instagram auf und für ihren ersten Roman »Unsteady«  regnet es 5-Sterne-Rezensionen. Eishockey-Kapitän Rhys Koteskiy hat nach einem heftigen Schlag auf den Kopf schon Panik, wenn er sich die Schlittschuhe anzieht. Sadie Brown kämpft hoch verschuldet um das Sorgerecht für ihren jüngeren Bruder und will das Eislauftraining nicht schleifen lassen. Selbst den Kopf voll, bekommt sie eine von Thys´ Panikattacken mit. Irgendwas klickt zwischen den beiden oder bricht da das Eis?

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»Friday Black« katapultierte Nana Kwame Adjei-Brenyah New York-Times-Bestsellerliste. Mit seinem Roman »Chain Gang All-Stars« über die USA in naher Zukunft, in der zu lebenslanger Haft verurteilte Verbrecher in Gladiatorenkämpfen in dem Glauben auf Freiheit gegeneinander antreten, bringt Leserinnen und Leser ins Schwitzen. Denn die Eigentümer der Gefängnisanlage Cape setzen alles daran, dass ihre »besten Insassen« das letzte bisschen Menschlichkeit verlieren.

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»Viel Leidenschaft, Notwendigkeit, Sehnsucht, Glück, Neugierde und immer wieder Leidenschaft. Für das, was man tut, was man sucht. Erzählen von Geschichten im Stillstand. Im besten Fall genau den Moment erwischen, den man sich erhofft hat und oft hat auch kommen sieht. Ich glaube, dass geht allen Standfotografen so. Für mich sind diese Momente wie ein aufziehendes Gewitter. Man hört das Grollen und fiebert dem Moment entgegen, in dem der Blitz einschlägt. Man beobachtet und dann ist es da. Ein Wimpernschlag des Schauspielers, eine leichte Drehung des Kopfes, 2 Schritte mehr, um in einem guten Winkel oder im perfekten Licht zu stehen. Ich liebe das. Vor allem, wenn unsere Suche, das Warten, die Ausdauer und die manchmal sehr verkrampfte, bewegungslose Körperhaltung, bei der man oft versucht, nicht zu atmen, belohnt wird. Man stand an der richtigen Stelle und blieb fast oder gar unbemerkt. Wie ein Ninja. Aber dennoch Teil des Prozesses und des Ganzen. Das muss nicht gleich beim allerersten Take sein. Darum ist es wichtig alles mitzunehmen. Jeder Take ist anders und hat seine eigene Berechtigung fotografiert zu werden. Ich glaube an das Erkennen von Rhythmen, Inhalten und Räumen zugleich, die sich in einer wiederholenden Situation, einer Filmszene oder auch bei einem Portrait so darstellen lassen, dass man Alternativen ausschließen mag und das Gefühl hat, ja, genau das ist es. Es ist wichtig, dass Szenen nicht nachgestellt werden, sondern man die volle Energie, Dynamik und Emotion der Schauspieler, die sie in einer Szene rausholen, zeitgleich einfängt. Man muss jedes Mal aufs neue eine fotografische Balance zwischen seinem eigenen Stil und dem noch Fremden finden. Man muss sich unterordnen—und seine Arbeit an das jeweilige Set angleichen können.«

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Was passiert, wenn die Natur zurückbeißt? T. C. Boyle hat (mögliche) Antworten.

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Charles Moriarty hat das Cover unserer Ausgabe No. 21 fotografiert. Er hat uns ein nachdenkliches Essay geschrieben, über seine Freundin Amy Winehouse, ihre Bedeutung für seine Fotokunst und am Ende über das Leben selbst, in dem er sich die Freiheit als schwuler Mann erst erkämpfen musste. Der irische Fotograf lebt heute in London. Seine Arbeiten werden von der National Portrait Gallery gesammelt. Die Arbeiten, die ihm am meisten bedeuten, zeigt er 2024 im Galerieraum der Geistesblüten und einige jetzt schon im Magazin.

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Claude war die Liebe ihres Lebens. Vor bald 25 Jahren verlor Brigitte Giraud ihren Mann bei einem Motorradunfall. Ein Unfall, dessen Hergang ungeklärt bleiben sollte, alle Fragen offen. Sie hatten gerade ein Haus gekauft, in dem sie mit ihrem kleinen Sohn eine Familie sein wollten. Zwanzig Jahre später muss sie es verkaufen. Der Schmerz überwältigt sie. Es bleibt das Gefühl, sie habe Claudes Seele, all die Erinnerungen und Versprechen gleich mitverkauft.
Brigitte Giraud bleibt nur die Flucht nach vorn. Sie muss sich der Vergangenheit stellen. Die wirft existentielle Fragen auf, über das Schicksal, über Schuld und Gedanken an Sühne. Vor allem aber sind da die leer gebliebenen Seiten einer besonderen Liebesgeschichte. All das steckt in ihrem Roman »schnell Leben«, für den sie mit dem Prix Goncourt 2022 ausgezeichnet wurde. Für die Geistesblüten No. 21 traut Brigitte Giraud sich noch einmal einen intimen Blick zurück auf ihren Mann und das Leben an sich. Sie erinnert sich an den Moment, in dem ihr bewusstwird, dass sie die Zukunft, von der sie vor einem Wimpernschlag noch gemeinsam geträumt hatten, in der Gegenwart ein ›allein überleben müssen‹ wird, um eine andere, eine neue Zukunft zu haben.

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Er sieht nicht nur nach zehn von zehn Punkten aus, Jörg Hartmann schreibt auch so. »Der Lärm des Lebens« nennt er seine mitreißenden Erinnerungen in Prosa, die bei Rowohlt Berlin erschienen. Er könnte auf dicke Hose machen, macht er aber nicht.
Wir sprachen mit ihm über Kindheit, seine Eltern und Großeltern und über die Kondition, die es braucht, wenn man Schauspieler:in werden möchte. Irgendwann wird er vielleicht den Bulettenrekord seines Vaters toppen. Ganz sicher sitzt der Ex-Handballdtrainer jetzt auf einer Wolke und jubelt seinem Sohn zu. Zurecht! Im Geistesblüten Magazin No.22 verrät Jörg Hartmann, wen er auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Der Mann ist ein Fuchs!

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»Alle glücklichen Familien sind gleich, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.« schreibt Tolstoi in Anna Karenina.
»Endstation Malma« ist ein Roman, der die Traumata mehrerer Generationen abfährt. In gewisser Weise mit dem Zug in Richtung Malma. In diese Familie lädt uns Harriet ein. Das heißt sie schubst uns, dann setzt sie sich hin, meistens auf eine abgelegene Bank auf einem Bahnhof, damit wir wieder und wieder hingucken. Auf ihr Leben, auf Fotos, die ihr Vater machte, auf Erinnerungen. Wir lernen sie als Mädchen kennen. Mehr erfahren wir über sie als junge Frau, als Oscars Ehefrau, als Yanas Mutter. Für ihr Sein, ihr Denken, ihr Fühlen muss es eine Ursache geben. Vielleicht hat aber auch eine Kette von Ereignissen sie so werden lassen. Der Roman »Endstation Malma««ist auch ein Puzzle, das sich nach und nach zusammensetzt. Zu Beginn der Geschichte belauscht Harriet ein Gespräch ihrer Eltern, das ihr Leben für immer verändert. Alex Schulman ging es ähnlich, wie er in unserem Filminterview verrät.

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Die BBC feiert John Brownlow schon länger als begnadeten Drehbuchautor. Bei Rowohlt erscheinen seine Actionthriller über einen Auftragskiller. Er wird Seventeen genannt, soll die 16 umbringen und weiß genau, dass ihm schon bald Eightteen auf den Fersen ist. Ein Wunder, dass sich noch kein Streamingdienst den packenden Plot unter den Nagel riss. Also Readers first.

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Paul Auster und sein Schwiegersohn Spencer Ostrander haben sich noch tatkräftig an unserer Magazinausgabe No. 22 beteiligt. Spencer Ostrander schrieb für uns ein exklusives Essay über das gemeinsame Buch »Bloodbath Nation«, Paul Auster redigierte und steuerte seine Erzählung »1970« bei. Eine große Geste, die wir den beiden sicher nicht vergessen werden.

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Schon mit ihrem ersten Buch »Der Verdacht« hatte uns Ashley Audrain auf ihrer Seite. Wir sprachen mit ihr über den Ozean hinweg über (Klein-)Kinder, die zu Tätern werden und deren Eltern es nicht wahrhaben wollen. In ihrem neuen Buch »Das Geflüster« fangen die Nachbarn mit dem Tuscheln an, weil einer Mutter auf der Gartenparty die Hand ausrutscht. Nur wenige Wochen später stürzt ihr neunjähriger Sohn Xavier aus dem Fenster. Sofort macht sich die Nachbarschaft einen Reim drauf. Vorne weg die allzu perfekten Mütter, dabei hat sich gerade unter deren Teppichen eine Menge gestapelt.

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»Eine Liebe in Pjöngjang« ist für uns eine der schönsten Liebesgeschichte der vergangenen Jahre. Wir waren beim Titel »Loreley« etwas nervös, Andreas Stichmann würde in seinen neuen Erzählungen mit sagenumwobenen Gestalten an Bord an romantischen Weltbildern vorbeikuttern wollen. Aber genau das macht er nicht. Sein Titel entpuppt sich als großer Traum, den eine Frau neben einer Autobahn wahrwerden lässt. Ein Typ düst für die große Tour um die ganze Welt, während Jugendliche an den falschen Dealer geraten. Stichmanns verschroben, lebensnahe Geschichten über die vielen Neuanfänger sind herrlich gaga und ironisch.

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»Der Wald« ist mehr als ein Ökothriller. Die Idee dazu kam Eleanor Catton 2016. In dem Jahr, in dem eine Mehrheit für den Brexit stimmte und eine andere Donald Trump wählte, beschäftigte sie sich mit Shakespeare. Niemand in ihrem Neuseelandroman hät sich selbst für einen bösen Menschen, aber jeder von ihnn könnte ein moderner Macbeth mit einer Lady Macbeth-Figur an seiner Seite sein.
Die Geschichte beginnt mit einem Erdrutsch, der eine Stadt auf der neuseeländischen Südinsel abschneidet und dazu führt, dass der örtliche Geschäftsmann Sir Owen Darvish und seine Frau Jill ihre nahe gelegene Farm vom Immobilienmarkt zurückziehen. Das weckt das Interesse von Mira Bunting, der Gründerin eines Guerilla-Gartenkollektivs namens Birnam Wood, die sich auf den Weg macht, um das Land als potenzielle Anbaufläche zu erkunden. Dort wird sie von dem rätselhaften Tech-Milliardär Robert Lemoine aufgegriffen, der behauptet, das Grundstück heimlich gekauft zu haben, und anbietet, Birnam Wood zu unterstützen. Fast zu selben Zeit beginnt Journalist Tony Gallo herumzuschnüffeln, weil er weiß, irgendwas stinkt hier.

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Kunst ist crazy: Dalí ging mit einem Ameisenbären Gassi. Da Vincis größtes Werk wurde eine Zielscheibe für Bogenschützen. Frida Kahlos Kunst bekommt im Flugzeug einen eigenen Sitzplatz. Martin Kippenberger verarbeitete in den 1980ern ein Bild von Gerhard Richter als Tischplatte in seiner eigenen Skulptur. Mit Sachverstand und überspringendem Humor erzählt der Kunstexperte Jakob Schwerdtfeger ungewöhnliche Background Stories zu großen Werken und Bildern, die vor allem von Insidern geschätzt werden. Er kann historisch einordnen, kennt die Biografien der Kunstschaffenden und hat in seinem Leben schon so viele Reaktionen von Besucher:innen live erlebt, dass seiner Karriere als Matchmaker nichts mehr im Wege stünde.

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Kennen Sie das? Jean Roscoff versteht die Welt nicht mehr. Eigentlich wollte er mit seinem Buch Der Seher von Étampes eine Hommage auf einen unbekannten afroamerikanischen Dichter schreiben, stattdessen hat er den größten Literaturskandal in der jüngeren Geschichte Frankreichs ausgelöst. Im Internet wütet ein heftiger Shitstorm, Presse und Rundfunk machen dem pensionierten Akademiker mit Hang zu Alkohol, Nostalgie und Fettnäpfchen öffentlich den Prozess. Der Vorwurf: kulturelle Aneignung. Denn seit Roscoff in den 1980er-Jahren als löwenmähniger Postpunk auf die Straße ging, haben sich die ideologischen Koordinaten des linken Antirassismus verschoben. Was einst progressiv war, gilt heute als reaktionär.

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Von Alex werden wir dagegen nie erfahren, wie sie einmal als Erwachsene über sich denken wird. In Emma Clines »Einladung« gibt es kein Früher und kein Später. Alex ist 22. Diesen August gibt es nur Entweder Oder, jede Menge Wünsche und Sugar Daddys, damit sie wahr werden. Bei der impulsgetriebenen Alex erfahren wir nichts über die Kindheit, frühe Freunde oder die erste Liebe. Ihre Entscheidungen erleben wir ungefiltert, fast wie in Echtzeit. Es gibt kaum Details zu ihrem früheren Umfeld oder der Familie, mit denen wir ihre Lebensentscheidungen abgleichen können. Sie liefert Geschichten, um andere mit einer Vision von sich selbst in den Bann zu ziehen. Nur eins ist sicher, sie kann nicht zurück nach New York. Wegen angesammelter Mietschulden wurde sie aus der WG rausgeworfen. Alex weiß, die Lösung aus ihrer vertrackten Situation sitzt auf einem Barhocker in den Hamptons, wo reiche New Yorker ihre Sommerhäuser haben. Irgendeiner von ihnen soll für ihre Wünsche zahlen, aber auf keinen Fall in ihrer Vergangenheit bohren.

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Drei Generationen unter einem Dach im Dresdner Vorort Gittersee. Es ist 1976. Alles scheint an der 16jährigen Karin hängenzubleiben. Die renitente Großmutter im Haushalt spricht von früher, als hätte es damals nur richtig oder falsch gegeben. Karins Vater verzweifelt am Stillstand, weil sich nichts im Familienleben ändert und er auf Bauteile für seinen Škoda kaum zu hoffen braucht. Seine Frau möchte nur noch raus aus der tristen Ehe und endlich in intellektuellen Kreisen leben. Sie hat Tränen im Auge, aber jammert nicht. Stattdessen wirft sie der Tochter vor, dass sie eigentlich immer eine ganz andere war. Dann knallt die Tür. Karin möchte das alles irgendwie packen. Sie will funktionieren, aber nicht zermahlen werden. Nur mit Marie kann sie darüber reden, dem einzigen Mädchen in der Klasse, das später nicht etwas machen, sondern etwas werden will. Weit weg von allem, als erste Frau auf dem Mond. Und Karin ist verliebt: in Paul. Von einem Kletterausflug kommt er nicht mehr zurück. Dann stehen eines Nachts zwei Männer vor Karins Tür und fordern sie auf, ins Auto zu steigen.

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»Tasmanien« erzählt die Geschichte eines Mannes, der die Kontrolle über die Welt verloren hat und nun auf der Suche nach seiner, nach unserer Zukunft ist. Paolo ist Anfang vierzig und italienischer Journalist und Romancier. Seine Ehe hat einen kritischen Punkt erreicht, als seine Frau beschließt, die Versuche der künstlichen Befruchtung einzustellen, und die beiden sich vom Lebenstraum eines gemeinsamen Kindes verabschieden müssen. Um seiner eigenen Krise zu entkommen, bricht Paolo zur Klimakonferenz nach Paris auf, tauscht sich mit einem Wolkenforscher über klimatische Phänomene aus, mit einer Kriegsreporterin über internationalen Terrorismus – er reist in zahlreiche Städte und Länder, nur um nicht zu Hause zu sein.

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Ein Sommer, eine Familie verteilt auf drei Länder. Die fünfzehnjährige Margarita verbringt die Ferien bei den Eltern ihrer Mutter in Chicago. Sie war noch im Kindergartenalter, als Mutter Marsha sie in Berlin beim Vater zurückließ. Weil sie es nicht mehr aushielt in Deutschland. Sie wollte nur noch weg, Inhalten hinterherjagen. Sie ist Linguistin. Margaritas Vater Avi leitet in einer Synagoge die Gebete. Ein Kinderleben später sollen sich Mutter und Tochter in Israel besser kennenlernen. Dort lebt die Selbstverwirklicherin seit kurzem. Avi wuchs in dem Land auf. Seine Tochter kann seinetwegen Hebräisch. Aber gleich bei der Ankunft in Tel Aviv geht etwas schief. Während Mutter und Tochter durchs Heilige Land reisen, bekommt der Vater weder Anrufe noch SMS. Wieder einmal sind alle Drei jeweils in ihrer Welt und mit der eigenen Wahrnehmung beschäftigt.
Die Berlinerin Dana Vowinckel studierte Linguistik und Literaturwissenschaft in Berlin, Toulouse und Cambridge. Auf Einladung der Kritikerin Mara Delius las 2021 beim Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis ein Kapitel aus ihrem Debüt »Gewässer im Ziplock« und wurde dafür mit dem Deutschlandfunk-Preis ausgezeichnet. Für ihre Erzählung »In my Jewish Bag« erhielt sie beim Wettbewerb »L’Chaim: Schreib zum jüdischen Leben in Deutschland!« den ersten Preis.

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Miranda July ist eine der aufregendsten Künstlerinnen unserer Zeit. Ihre Kinofilme, Kunstaktionen und ihre Bücher werden weltweit gefeiert und sehnsüchtig erwartet. In ihrem neuen Roman »Auf allen vieren« buchen sich eine Künstlerin und ein Mann in ein Motel. Aber er ist nicht ihr Mann, denn der ist Musikproduzent und mit ihrem gemeinsamen nonbinären Kind zuhause in New York. Den Typ im Bett neben ihr hat sie an einer Tankstelle aufgerissen. Davey heißt er. Davey putzte so gekonnt ihre Windschutzscheibe, sie konnte nicht anders. Schließlich hängt Freundin Jordi ihr schon ewig in den Ohren, sie sollte endlich ihr Leben rumreißen, bevor ihr Östrogenspiegel auf dem Boden zerschmettert. Auf keinen Fall will sie wie ihre Großmutter enden, die aus dem Fenster sprang, kurz nachdem sie die ersten grauen Haare an sich bemerkte. Lieber will die Ausreißerin alles ändern und alles riskieren, also engagiert sie Raumausstatterin Claire, damit sie ihr Motelzimmer in ein Zimmer ganz für sich allein verwandelt. Und schon ist da noch eine Künstlerin. Daveys Frau.

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Sie schrieb über die erste Schweizer Pfarrerin, deren Wahl durch die Gemeinde einen Skandal auslöste. Jetzt sprach sie mit viel Wärme und gaz ohne Pathos mit 15 »Queer Kids« über Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung und Selbstausdruck. Sie alle wünschen sich eine Zukunft, in der jeder Mensch sich selbst sein kann.

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»Wenn du achtsam bist, gelingt dir alles! Und alles ist erlaubt!« Therapie ist der neue Rennwagen. Die perfekte Anmache, der Trumpf, mit dem du aufreißt oder aufschlitzt. Ohnen seinen Therapeuten Joschka Breitner hätte der Jurist Björn Diemel nie seine Mitte gefunden. Jetzt hat sich genau da jede Menge angesammelt. Er geht aus den Leim, japst. Seine Kondi geht föten. Um ein Haar wäre Diemels kleine Tochter entführt worden. Und schon wird Breitner als Ernährungscoach gebraucht. Aber Achtung: Fasten macht empfindlich und Diemel gefährlich.

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Sollten Sie suchtgefährdet sein, lesen Sie dieses Buch bitte nicht. In Großbritannien bekennen immer Leser, dass sie es nicht mehr aus der Hand legen konnten. Autorinnen wie Emma Stonex (»Die Leuchtturmwärter«) und Jennifer Saint  (»Atlanta«) sprechen von einem seltenen Juwel, das sie unbedingt haben wollen. Sie lieben es, wie die Frauen einen in ihr Netz aus Intrigen ziehen, im Jahre 1905 in »Mayfair House«. Es ist, als würden die »Ocean’s 8« auf »Downton Abbey« treffen.
Nachdem die Haushälterin Mrs King unfair und nicht ladylike von der jungen Mrs de Fries gekündigt wurde, weiß die Housekeeprin genau, wen sie für ihre Rache anheuern muss: Eine Schwarzmarktkönigin, die ihre Rechnungen begleichen will. Eine Schauspielerin, die verzweifelt nach einer großen Rolle sucht. Eine Näherin, die von einem besseren Leben träumt. Und die Kingsche Vorgängerin, die schon viel zu lange die dunklen Geheimnisse der Park Lane hütet.
Ein Interview mit Alex Hay erscheint in unseren Geistesblüten No. 22.

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YES!!! Von Auge zu Auge…das ist Fran Lebowitz! In New York erkennt sie jeder. Zu Halloween wollen Mädels und immer mehr Jungs wie sie sein. Wie sie aussehen. Durch Martin Scorseses Netflix-Serie »Pretend It’s a City« wurde sie weltweit bekannt. Ihr Kolumnenband »New York und der Rest der Welt« war in den USA ein Bestseller, wurde jüngst in zehn Sprachen übersetzt und ist auch in Deutschland ein großer Erfolg. Das erste Mal auf Deutsch lässt sie jetzt ihre Pandas los. Mr. Chas und Lisa Sue können es kaum glauben, als sie in ihrem New Yorker Apartmenthaus die Bären durch den Flur flitzen sehen. Natürlich darf das keiner wissen. Um das Haus zu verlassen, müssen die Pandas als Hunde verkleidet werden. Ralf König hat sich für die „Bärennummer“ ein liebevolles Cover ausgedacht.

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Erinnern Sie sich an die »Hillbilly Elegy« von J.D. Vance und darauf basierende Netflix-Serie mit Amy Adams,Glenn Close und Gabriel Basso? Es ist gut möglich, dass Glenn in Telefonnähe bleibt, sollte sich Barbara Kingsolver bei ihr melden. Auch wenn es hier bei der »Mutterfigur« »nur« um eine entscheidende Nebenrolle ginge, aber hätte sie ihren Demon Copperhead nicht im hintersten Nirwana der USA in einem Trailer zur Welt gebracht, würde auf der Welt ganz schön was fehlen. Keine Ahnung, ob Dickens je einen Joint geraucht, aber diesen Pageturner hätte er sicher gern durchgezogen.

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Dani Shapiro ist eine Entdeckung! Mit ihrem Podcast »Family Secrets« begeistert sie Millionen. In ihrem Roman »Leuchtfeuer« verändert ein Geheimnis das Leben einer Familie und ihrer Nachbarn für immer. Anfangs wollen Jugendliche nur mal eine Runde mit dem Buick drehen. Weil die 17jährige Sarah etwas getrunken hat, wirft sie ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder Theo die Schlüssel hin. Der hat keinen Führerschein, kennt sich aber aus. Vor allem möchte er Misty beeindrucken. Die schmachtet ihn unangeschnallt vom Beifahrersitz an. Klar, dass Theo auf dicke Hose macht. Etwas ungeschickt mit der Kippe hantierend fällt ihm der Anzünder in sein Shirt. Das gibt eine Brandnarbe. Er schreit, verreißt das Lenkrad und knallt mit voller Wucht gegen die alte Eiche vor ihrem Haus. Die Geschwister können aus dem Auto klettern. Das Nachbarmädchen liegt seltsam verbogen, ohnmächtig und blutend in dem Auto. Kein Ton, sie rührt sich nicht. Und schon rennt Ben aus dem Haus. Er ist Arzt. Er will Misty retten und seinen beiden Kindern nicht das Leben versauen. Also treffen die drei eine folgenschwere Entschdeidung.

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Yaniv Iczkovits ist Mitte Vierzig. Er hat drei Töchter, er war vier Jahre beim Militär. Zuletzt als Leutnant einer Fallschirmjägereinheit im Elitekommando Maglan. Während der zweiten Intifada war er als Reservist in Gaza. 2002 unterzeichnete er einen Sammelbrief gegen den Truppeneinsatz in den besetzten Gebieten. Für die Unterzeichner hat  der Siedlungsbau nichts mit der Verteidigung des Staates Israel zu tun. Wegen seiner Unterschrift kam er einen Monat ins Militärgefängnis.
Sein Roman handelt von einem Mann oder einer Frau, die im russischen Kaiserreich aus falsch verstandenem Egoismus die Familie verlassen, weil sie etwas richtig machen wollen. Zvi-Meir weiß, was er mit seinem Alleingang seiner im Schtetl zurückgelassenen Frau und den Kindern antut. Seine Schägerin will ihn mit einen Schlachtermesser zurückholen. Weil er lang mitansehen musste, was Männer an der Spitze entscheiden, überlässt Yaniv Iczkovits einer Frau die Führung. Sie ist anders als die Männer. Wenn Fanny gewalttätig handelt, dann nur, weil sie keine andere Wahl hat. Doch ein Schlamassel jagt das nächste, Fannys schlichter Plan wächst sich zu einer mittelgroßen Katastrophe aus und bringt bald die Grundfesten des Russischen Reiches ins Wanken.

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Man merkt sofort, Lene Albrecht hat hier keine Postkarten oder Inhalte von Museumsvitrinen studiert. Für ihren neuen Roman »Weiße Flecken« machte sie sich auf den Weg. Nach Togo. Genau wie ihre Hauptfigur, die vor Ort erfahren möchte, in welcher Weise heutige Fluchtbewegungen mit der Geschichte deutscher Kolonialherrschaft verwoben sind. Die Menschen erzählen  ihr, wie sehr die deutsch-afrikanischen Beziehungen ihr Leben prägt. Je mehr sie sich mit den fremden Erfahrungen beschäftigt, umso mehr gräbt sie in ihrer Familiengeschichte. Warum ging ein Onkel nach Nigeria und wurde dort vermögend? Warum brachte ihr Ur-Urgroßvater nur eines seiner drei Kinder aus Panama nach Deutschland? Warum weiß sie so wenig über ihre Urgroßmutter Benedetta?

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Daria Shualy ist in Israel als Tochter englischsprachiger Eltern geboren und aufgewachsen, diente in der Air Force Intelligence und studierte Philosophie und Gender Studies an der Universität Tel Aviv. Sie engagierte sich als Freiwillige für benachteiligte Jugendliche, kümmert sich heute um Frauen in der Prostitution und ist nach eigener Aussage eine miese Köchin. Schwamm drüber, denn sie ist eine ausgezeichnete Beobachterin, die sie nicht wegduckt. Genau wie die Privatdedektivin Masal „Masi“ Morris. Im heißestem Sommer seit fünfzig Jahren macht sich in Tel Avivcauf die Suche nach Jasmin Schechter – die Tochter einer der reichsten Familien des Landes und die Frau von Masis bestem Jugendfreund. Als bekennende Nymphomanin flog Masi aus einer Sondereinheit der Polizei. Aber jetzt ist sie zwischen One-Night-Stands und Chili-Kebabs auf einer brenzligen Spur.

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Alana S. Portero! Ein Name, den man laut singen möchte. In 13 Sprachen wird ihr Roman »Die schlechte Gewohnheit« übersetzt. Die Erzählerin wächst im Körper eines Jungen auf. Die einzigen kurzen Momente gestohlenen Glücks fühlt sie hinter verschlossenen Türen mit Rouge und Lippenstift ihrer Mutter. Bis sie sich verliebt. In einen Heroinjunkie in der Nähe des Madrider Flughafens im Arbeiterviertel San Blas-Canillejas. Pedro Almodóvar ist ein großer Fan ihres Romans und empfiehlt: »Lesen Sie unbedingt dieses Buch und Sie werden besser verstehen, welche Widrigkeiten, Schmerzen und Gefahren heranwachsende Transsexuelle ertragen müssen.«
Über ihre Romane und das Leben kommen Alana S. Portero und Lauren John Joseph, die Autorin  von »Wo wir uns berühren« in den Geistesblüten No. 22. in Gespräch.

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Der Sommer ist gerettet. Für alle Leser:innen, die sich gern über die beiden Paare bei Cécile Tlili amüsieren. Vielleicht hätte Ex-Physiotherapeutin Claudia allen beim Abendessen besser nur Löffel hingelegt. Sie hatte sich für die langjährigen Freunde Rémi und Johar ihres Manns Étienne ein köstliches Menü einfallen lassen. Wie hätte sie auch ahnen sollen, dass Ihr Anwaltsgatte die gute  Johar nur aus Kalkül eingeladen hat, weil sie demnächst zur CEO ihrer Tech-Firma ernannt werden soll, der „Rising Star“ aber ganz andere Pläne hat. Während Rémi nur daran denken kann, wann und wo er seine junge Geliebte flachlegen möchte. Zum Essen kommt hier keiner.

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