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Charles Moriarty wurde mit seinen Fotos von Amy Winehouse weltweit bekannt. Als enger Freund ist er ihr besonders nahegekommen. In den Geistesblüten stellt Moriarty zum ersten Mal überhaupt einen umfangreichen Ausschnitt seines Gesamtwerks aus Porträtfotografie, Akt, Stillleben und Arbeiten für Performance-Künstler:innen vor. Charles Moriarty wurde in Dublin geboren und lebt heute in London. Seine Fotografien sind fester Bestandteil der Sammlung der National Portrait Gallery. Für die Geistesblüten No. 21 hat er das Stillleben »The Day After The Night Before« fotografiert. Alle Fotografien sind bei uns in einer Edition in drei Größen erhältlich.

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Endlich können wir Pirkko Saisios autobiografischen Roman »Das rote Buch der Abschiede« auch auf Deutsch lesen. Elina Kritzokat hat ihn übersetzt. 2003 erschien das finnische Original »Punainen erokirja«. Die Frau in dem Roman spürt in den 1970ern in Helsinki nicht nur den drängenden Wunsch Schriftstellerin werden zu wollen. Nein, sie möchte sich sexuell befreien, frei lieben dürfen. Möglicherweise eine ihrer Kommilitoninnen. 50 bzw. 20 Jahre später scheinen Finnland und viele anderer Länder vielfältiger. Verschiedene Lebensentwürfe, Paar- und Poly-Beziehungen sind sichtbarer in der Öffentlichkeit. Aber Sichtbarkeit ist nur ein Indikator. Aber sie ist weder ein Indiz noch sonst ein unumstößlicher Beweis für mehr Offenheit und Toleranz. Obwohl jede Beziehung einzigartig ist, sind da doch wiederkehrende Codes, die Pirkko Saisio in ihrem Roman seziert. Die meisten eigenen Beziehungen waren Quelle ihrer Inspiration. In Finnland ist sie ein Superstar. Ob als Autorin, Schauspielerin oder Regisseurin. Mit dem Schauspieler Harri Hyttinen hat sie eine Tochter. Elsa, die auch Schauspielerin geworden ist. Mit ihrer Lebenspartnerin, der Filmregisseurin Pirjo Honkasalo, arbeitet Pirkko Saisio gerade an einem Film unter dem Titel »Orenda«. Das Drama über Schuld und Gnade fußt auf ihrer Liebesbeziehung und künstlerischen Zusammenarbeit. Saisio schrieb das Originaldrehbuch und wird eine der Hauptfiguren spielen. In ihrem preisgekrönten Roman »Das rote Buch der Abschiede« kämpft ihre Protagonistin um Selbstbestimmung und einen Platz in Helsinkis Kunstszene. Die eigene Mutter würde die Protagonistin für ihre Liebe am liebsten zum Arzt schicken. Als eine Kommilitonin zu ihr sagt: »Es gibt auch Frauen, die Frauen lieben«. Auf ihrem Weg zur sexuellen und künstlerischen Befreiung muss die Protagonistin immer wieder Abschied nehmen. Vom Elternhaus, von den Jugendfreunden und von den Frauen, die sie liebt.

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Familie »Schönwald« begeistert wegen ihrer Spleens, ihrer Ängste, ihrer Sehnsüchte und natürlich wegen der vielen Geheimnisse. Philipp Oehmke haucht Ohmachtsthemen unserer Gesellschaft ordentlich Puls ein. Denn…

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Köln in den 1980er und 90er Jahren. Die Eltern von Iris Sayram haben wenig, aber sie haben sich, eine Menge Lebenslust und vor allem ihre kleine Tochter. Hauptsache lieben, alles andere findet sich. Manchmal leider ganz unten, da wo keiner anpacken will.
»Klofrau war nicht der dreckigste Job, den Du gemacht hast. Jeden Tag. Ob krank oder gesund. Du hattest nichts, schliefst sogar auf der Straße und immer wieder gab es Ärger mit der Polizei. Am Ende konntest Du nur noch das verkaufen, was Dir keiner nehmen kann: Deinen Körper. Viele Narben und Wunden hast Du davongetragen, bist krank geworden. Beklagt hast Du Dich nie. Selbst Deinen Humor hast Du nicht verloren. Wie hast Du das all die Jahre geschafft? »Für euch« hast Du immer gesagt. Aber ich habe lange nicht verstanden, wie wörtlich Du das gemeint hast und was Du alles für mich geopfert hast. Bis zu diesem Wochenende.«

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Mit der israelischen Schriftstellerin Lizzie Doron verbindet uns viel, wir sind mit ihr und der ganzen Familie eng befreundet. Inspiriert von unserem Coverboy, den die Berliner Fotografin Anno Wilms 1973 am Hilton Beach ›erwischte‹, ging Lizzie Doron für unsere Ausgabe No. 20 (Frühjahr 2023) in ihrem Leben 50 Jahre zurück und schrieb ein Essay über ihre Zeit als junge Soldatin im Jom-Kippur-Krieg auf den Golanhöhen. Dass nur wenige Monate später ihr schlimmster Alptraum wahrwerden würde, tut auch uns sehr weh. Gerade weil sie sich so aktiv für Frieden und die Aussöhnung mit den palästinensischen Nachbarn einsetzt und daraus Freundschaften und gute Beziehungen entstanden sind.

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Eine Suche

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»Anfang Januar 2003 fand meine Mutter zwischen den üblichen Neujahrswünschen in ihrem Briefkasten eine Postkarte. Auf ihr standen lediglich vier Namen: Ephraïm, Emma, Noémie und Jacques, sonst nichts. Meine Mutter Lélia hatte sofort eine Verbindung zu den vier Genannten. So hießen ihre Großeltern, ihr Onkel und ihre Tante, die alle 1942 in Auschwitz umgekommen waren. Auf den Punkt gebracht: Diese Menschen waren ermordet worden, weil sie Juden waren, und sechzig Jahre später schickte uns jemand eine Postkarte, auf der nur ihre Vornamen standen, ohne weitere Erklärung. Wer verschickt solch kryptische Nachrichten? Und warum ohne Absender? Das Ganze war ziemlich beängstigend. Und weil es so merkwürdig war, landete die Postkarte in einer Schublade und wir sprachen nie wieder darüber.
Es muss ungefähr fünfzehn Jahre später gewesen sein, als meine älteste Tochter – sie war damals erst 6 – meiner Mutter aufgeregt erzählte, was ihr in der Schule passiert war. Auf dem Schulhof hatte ein anderes Kind zu ihr gesagt: ›In meiner Familie mögen wir keine Juden.‹« …

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Der junge Autor Kip Starling hat sich mit einer Pistole und einem Langzeitvorrat Mineralwasser im Keller seines Hauses in Brooklyn verbarrikadiert, um ungestört zu arbeiten. In nur drei Wochen soll Kip seinen ersten Roman abliefern – ein ambitioniertes Werk über das Schicksal des jungen Ägypters Mohammed el Adl, der von 1917 bis 1922 der Liebhaber der britischen Schriftstellerlegende E.M. Forster war. Mohammed erscheint Kip gleichzeitig rätselhaft und seltsam vertraut. Sie sind beide schwarz und queer, sie führen beide prägende Beziehungen zu weißen Männern, sie sind jeder auf seine Weise mit Vorurteilen, Rassismus und Homophobie konfrontiert. Während Kip sich wie im Rausch in die Arbeit stürzt, beginnen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit, Literatur und Leben, Gestern und Heute zu verschwimmen.

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Der Diebstahl eines Mobiltelefons, der sinnlose Tod eines jungen Mannes, die absichtlich missverstandene Geste einer bis dahin unbescholtenen jungen Polizistin (mit Migrationsgeschichte) und ein verwackeltes Video, das auf Twitter viral geht… Paris ist »Die Arena«, in der die absurdesten Realitäten hart aufeinanderprallen. In einer kraftraubenden Gewaltspirale steigern sie sich ins Chaos. Wenn sie sich erst einmal dreht, setzt sie wie aus dem Nichts unaufhaltsam alle Bereiche des ›Mikrokosmos Metropole‹ in Brand. In der »Hauptstadt der Liebe« kristallisieren sich die Herausforderungen unserer Zeit: Geflüchtete, die verzweifelt in ihrem Herzen umherirren, der bandenorganisierte Handel mit harten Drogen, die Frage, wo die Härte des Gesetzes angebracht und wo sie willkürlich ist, die Ineffizienz der Politik, die Einsamkeit der Menschen.

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»Viel Leidenschaft, Notwendigkeit, Sehnsucht, Glück, Neugierde und immer wieder Leidenschaft. Für das, was man tut, was man sucht. Erzählen von Geschichten im Stillstand. Im besten Fall genau den Moment erwischen, den man sich erhofft hat und oft hat auch kommen sieht. Ich glaube, dass geht allen Standfotografen so. Für mich sind diese Momente wie ein aufziehendes Gewitter. Man hört das Grollen und fiebert dem Moment entgegen, in dem der Blitz einschlägt. Man beobachtet und dann ist es da. Ein Wimpernschlag des Schauspielers, eine leichte Drehung des Kopfes, 2 Schritte mehr, um in einem guten Winkel oder im perfekten Licht zu stehen. Ich liebe das. Vor allem, wenn unsere Suche, das Warten, die Ausdauer und die manchmal sehr verkrampfte, bewegungslose Körperhaltung, bei der man oft versucht, nicht zu atmen, belohnt wird. Man stand an der richtigen Stelle und blieb fast oder gar unbemerkt. Wie ein Ninja. Aber dennoch Teil des Prozesses und des Ganzen. Das muss nicht gleich beim allerersten Take sein. Darum ist es wichtig alles mitzunehmen. Jeder Take ist anders und hat seine eigene Berechtigung fotografiert zu werden. Ich glaube an das Erkennen von Rhythmen, Inhalten und Räumen zugleich, die sich in einer wiederholenden Situation, einer Filmszene oder auch bei einem Portrait so darstellen lassen, dass man Alternativen ausschließen mag und das Gefühl hat, ja, genau das ist es. Es ist wichtig, dass Szenen nicht nachgestellt werden, sondern man die volle Energie, Dynamik und Emotion der Schauspieler, die sie in einer Szene rausholen, zeitgleich einfängt. Man muss jedes Mal aufs neue eine fotografische Balance zwischen seinem eigenen Stil und dem noch Fremden finden. Man muss sich unterordnen—und seine Arbeit an das jeweilige Set angleichen können.«

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Was passiert, wenn die Natur zurückbeißt? T. C. Boyle hat (mögliche) Antworten.

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Charles Moriarty hat das Cover unserer Ausgabe No. 21 fotografiert. Er hat uns ein nachdenkliches Essay geschrieben, über seine Freundin Amy Winehouse, ihre Bedeutung für seine Fotokunst und am Ende über das Leben selbst, in dem er sich die Freiheit als schwuler Mann erst erkämpfen musste. Der irische Fotograf lebt heute in London. Seine Arbeiten werden von der National Portrait Gallery gesammelt. Die Arbeiten, die ihm am meisten bedeuten, zeigt er 2024 im Galerieraum der Geistesblüten und einige jetzt schon im Magazin.

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Claude war die Liebe ihres Lebens. Vor bald 25 Jahren verlor Brigitte Giraud ihren Mann bei einem Motorradunfall. Ein Unfall, dessen Hergang ungeklärt bleiben sollte, alle Fragen offen. Sie hatten gerade ein Haus gekauft, in dem sie mit ihrem kleinen Sohn eine Familie sein wollten. Zwanzig Jahre später muss sie es verkaufen. Der Schmerz überwältigt sie. Es bleibt das Gefühl, sie habe Claudes Seele, all die Erinnerungen und Versprechen gleich mitverkauft.
Brigitte Giraud bleibt nur die Flucht nach vorn. Sie muss sich der Vergangenheit stellen. Die wirft existentielle Fragen auf, über das Schicksal, über Schuld und Gedanken an Sühne. Vor allem aber sind da die leer gebliebenen Seiten einer besonderen Liebesgeschichte. All das steckt in ihrem Roman »schnell Leben«, für den sie mit dem Prix Goncourt 2022 ausgezeichnet wurde. Für die Geistesblüten No. 21 traut Brigitte Giraud sich noch einmal einen intimen Blick zurück auf ihren Mann und das Leben an sich. Sie erinnert sich an den Moment, in dem ihr bewusstwird, dass sie die Zukunft, von der sie vor einem Wimpernschlag noch gemeinsam geträumt hatten, in der Gegenwart ein ›allein überleben müssen‹ wird, um eine andere, eine neue Zukunft zu haben.

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Erinnern Sie sich an »Die Optimisten«? Für unsere Geistesblüten No. 14 gab uns die New York Times- Bestsellerautorin Rebecca Makkai ein sehr persönliches Interview.In ihrem neuem Roman »Ich hätte da ein paar Fragen an Sie« bleibt Bodie Kane keine andere Wahl. Sie muss sich mit der Vergangenheit konfrontieren. Viele Jahre verdrängte die Medienwissenschaftlerin, was ihr in einem Internat in New Hampshire angetan wurde. Genau wie den Mord an ihrer Mitbewohnerin Thalia Keith 1995. Dabei waren Thalias Tod und die schnelle Verurteilung des Sporttrainers Omar Evans überall in der Presse. Dann war lange Ruhe. Bis jetzt. Ausgerechnet in der Zeit, in der Bodie als Gastdozentin zurück an die Granby School kommt, um Studierenden beizubringen, was ein guter Podcast braucht, taucht im Internet das Video einer Schulaufführung auf, in dem Fiona merkwürdige Gesten macht, als hätte sie jemand ein Zeichen geben. Wenige Stunden später lag sie tot in der Schwimmhalle und hatte einen Badeanzug an, der ihr nicht gehörte.

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»Alle glücklichen Familien sind gleich, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.« schreibt Tolstoi in Anna Karenina.
»Endstation Malma« ist ein Roman, der die Traumata mehrerer Generationen abfährt. In gewisser Weise mit dem Zug in Richtung Malma. In diese Familie lädt uns Harriet ein. Das heißt sie schubst uns, dann setzt sie sich hin, meistens auf eine abgelegene Bank auf einem Bahnhof, damit wir wieder und wieder hingucken. Auf ihr Leben, auf Fotos, die ihr Vater machte, auf Erinnerungen. Wir lernen sie als Mädchen kennen. Mehr erfahren wir über sie als junge Frau, als Oscars Ehefrau, als Yanas Mutter. Für ihr Sein, ihr Denken, ihr Fühlen muss es eine Ursache geben. Vielleicht hat aber auch eine Kette von Ereignissen sie so werden lassen. Der Roman »Endstation Malma««ist auch ein Puzzle, das sich nach und nach zusammensetzt. Zu Beginn der Geschichte belauscht Harriet ein Gespräch ihrer Eltern, das ihr Leben für immer verändert. Alex Schulman ging es ähnlich, wie er in unserem Filminterview verrät.

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Ein extremes Leben hatten alle ihre Eltern bereits hinter sich: als Kämpfer bei den Internationalen Brigaden in Spanien, in der Résistance und in den Armeen der Alliierten, als Überlebende in einem KZ oder in Sibirien. Andere standen auf Schindlers Liste. Sie waren jüdisch oder kommunistisch oder beides. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Welt eine andere, das stand für sie fest, als sie in Wien neu anfingen. Ihre Kinder gingen vom Rand der Gesellschaft in ihre Mitte. Viele zählen heute zur kulturellen und politischen Avantgarde. Die Historikerin Helene Maimann ist eine von ihnen. Sie erzählt von ihrer Prägung, aber auch von den Konfrontationen mit der Welt der Eltern, sie erzählt von Hoffnungen und vom Scheitern und von den Freunden Elizabeth T. Spira, Robert Schindel, André Glucksmann u.a..
Schon mal von Sophie Tucker, der »Red Hot Mama« gehört. Über die Sängerin schrieb Helene Maimann ein exklusives Essay für die Geistesblüten No. 21.

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Professor Sydney T. Baumgartner, unter Freunden Sy, ist ein über siebzigjähriger emeritierter Phänomenologie aus Princeton, der sich dem Schreiben philosophischer Bücher und, zunehmend, seinen Jugendreminiszenzen widmet: seiner kleinbürgerlichen Herkunft aus Newark; der schwierigen Ehe der Eltern, dem Collegebesuch und einem Studienaufenthalt in Paris; schließlich der wie ein Blitz einschlagenden Liebe zur Übersetzerin und Dichterin Anna, mit der er die glücklichsten Jahre verbrachte, bevor sie vor zehn Jahren einem Badeunfall zum Opfer fiel. Annas Tod hat ein tiefes Loch in seinem Leben hinterlassen, das aller Pragmatismus, alle Selbstironie nicht füllen kann. Denn Anna war wirklich das, was man seine bessere Hälfte nennt. Eines Tages, um sich zu trösten, wagt sich Sy endlich in ihr Arbeitszimmer, das er seit ihrem Tod nicht betreten hat. …

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Zadie Smiths Roman »Betrug« basiert auf realen historischen Ereignissen und beginnt 1873. Dreißig Jahre lebt die Schottin Mrs. Eliza Touchet mit dem früher sehr berühmten Schriftsteller William Ainsworth zusammen. Sie ist nicht nur seine Haushälterin, sondern auch seine angeheiratete Cousine mit einem großen Faible für Literatur und einem starken Gerechtigkeitsempfinden. Sie ist für die Abschaffung der Sklaverei und Klassenunterschiede. Sie glaubt ans jetzt, aber auch an die Chance auf ein neues anderes Leben. Trotz der ihr gegebenen Zuversicht ist sie skeptisch, dass es ihr Cousin mit seinem mickrigen Talent noch weit bringt. Seinen erfolgreichen Freund, Mr. Charles Dickens, hält sie für einen Tyrann und Moralist und England für die Wohnstätte von Blendern, wo nichts ist, wie es scheint. Zur gleichen Zeit schuftet sich Andrew Bogle als Sklave auf einer Plantage in Jamaika wund. Er weiß, wer in Wirklichkeit den echten Preis für jedes Stückchen Zucker zahlt. Dass die Reichen die Armen betrügen. Und dass die Menschen leichter zu manipulieren sind, als sie glauben. Im »Tichborne-Prozess«, einem berühmten Betrugsfall in London, soll Bogle als Hauptzeuge vernommen werden wohl wissend, dass auch seine eigene Zukunft an der richtigen Version der Geschichte hängt. Mrs. Touchet und ganz England wollen wissen, was dran ist an der Behauptung eines australischen Metzgers aus der Unterschicht, er sei der rechtmäßige Erbe eines großen Anwesens und des damit verbundenen Titels. Ist Sir Roger Tichborne wirklich der, der er vorgibt zu sein? Oder ist er ein Hochstapler? Eliza will es wissen.

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Bei den Erinnyen steht Mathilda im Mittelpunkt, obwohl sie das selbst nie angestrebt hätte. Sie möchte nicht auffallen. Lieber gibt sie sich mittelmäßig als anderen zu zeigen, was sie alles kann. So war die nüchterne Mathematik- und Musiklehrerin schon als Kind. Wäre da nicht ihre außergewöhnliche Gabe. Ihr erscheinen Menschen. Kurz darauf schauen sie dann wirklich bei ihr vorbei. Vielleicht hat sie die Fähigkeit von ihrer Mutter Roswitha. Allerdings drehten sich deren Visionen immer nur um die Toten. Aber dann verschwindet Mathildas Mann. Ohne ein Wort, weit weg, an ihr vorbei, als zählte sie nicht. Etwa zur gleichen Zeit übt Mathildas ansonsten sonst so zurückhaltende Mutter Roswitha eine geheimnisvolle Macht auf ihre Tochter aus. Freundin Birte aus Kindertagen taucht auf und Olivia, die wegen ihrer Familie ansonsten kaum Zeit hat, lädt sie in eine entlegene Hütte ein. Dann brennt ringsum der Wald und es kommt Wind auf. Der »Chor der Erinnyen« ist die Parallelgeschichte zum Roman »Die Kieferinseln«, der 2017 auf der Shortlist Deutscher Buchpreis stand, aber keineswegs eine Fortsetzung:  In dem »Inselroman« fährt Privatdozent Gilbert Silvester zum Flughafen, bucht ein Ticket nach Japan und….  und jetzt geht´s um Mathilda.

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Alles beginnt mit einem Strandspaziergang einer Familie vor 950.000 Jahren. Simon Sebag Montefiore erzählt »Die Welt« als Familien- und Gesellschaftsdrama in 23 Akten von den Neandertalern bis zu den Königen der Saud, von Cäsar bis zu den Kennedys und Xi Jinping. Es ist ein großes Kaleidoskop an Menschlichkeit und Unmenschlichkeit: begeisternd, verzweifelt, verträumt, brutal, erbarmungslos, realistisch, einfallsreich. Familien lieben und hassen sich, sie feiern ihre Erfolge und erleiden gemeinsam ihre Niederlagen und ihren Niedergang. Meisterhaft veranschaulicht Montefiore, in seiner Menschheitsgeschichte, wie sich Weltgeschichte durch dieses epische Panorama für immer verschieben wird. Dramatisch, ungeschönt, ergreifend – großartig als überwältigende Vision, intim in den seltenen Augenblicken, an denen die Geschichte stillzustehen scheint.

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Kunst ist crazy: Dalí ging mit einem Ameisenbären Gassi. Da Vincis größtes Werk wurde eine Zielscheibe für Bogenschützen. Frida Kahlos Kunst bekommt im Flugzeug einen eigenen Sitzplatz. Martin Kippenberger verarbeitete in den 1980ern ein Bild von Gerhard Richter als Tischplatte in seiner eigenen Skulptur. Mit Sachverstand und überspringendem Humor erzählt der Kunstexperte Jakob Schwerdtfeger ungewöhnliche Background Stories zu großen Werken und Bildern, die vor allem von Insidern geschätzt werden. Er kann historisch einordnen, kennt die Biografien der Kunstschaffenden und hat in seinem Leben schon so viele Reaktionen von Besucher:innen live erlebt, dass seiner Karriere als Matchmaker nichts mehr im Wege stünde.

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Julle ist 14 und verknallt sich Hals über Kopf in den Neuen in seiner Klasse. Einen Sommermonat lang kann er nur noch an Axel Peschke denken. Auch wenn er mit seinen Schulfreunden durchs Freibad tobt und sich mal gerade nicht wie ein Außenseiter fühlt. Für den zusammengewürfelten Haufen sind weiß rosa gefüllte Schaumwaffelstangen und Pommes Delikatessen. Teenies halt, mit Plänen in Sichtweite und Träumen am Beckenrand. Und Julle hat keine Ahnung, dass sich sein Leben in den nächsten Wochen für immer verändern wird.

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Von Alex werden wir dagegen nie erfahren, wie sie einmal als Erwachsene über sich denken wird. In Emma Clines »Einladung« gibt es kein Früher und kein Später. Alex ist 22. Diesen August gibt es nur Entweder Oder, jede Menge Wünsche und Sugar Daddys, damit sie wahr werden. Bei der impulsgetriebenen Alex erfahren wir nichts über die Kindheit, frühe Freunde oder die erste Liebe. Ihre Entscheidungen erleben wir ungefiltert, fast wie in Echtzeit. Es gibt kaum Details zu ihrem früheren Umfeld oder der Familie, mit denen wir ihre Lebensentscheidungen abgleichen können. Sie liefert Geschichten, um andere mit einer Vision von sich selbst in den Bann zu ziehen. Nur eins ist sicher, sie kann nicht zurück nach New York. Wegen angesammelter Mietschulden wurde sie aus der WG rausgeworfen. Alex weiß, die Lösung aus ihrer vertrackten Situation sitzt auf einem Barhocker in den Hamptons, wo reiche New Yorker ihre Sommerhäuser haben. Irgendeiner von ihnen soll für ihre Wünsche zahlen, aber auf keinen Fall in ihrer Vergangenheit bohren.

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Drei Generationen unter einem Dach im Dresdner Vorort Gittersee. Es ist 1976. Alles scheint an der 16jährigen Karin hängenzubleiben. Die renitente Großmutter im Haushalt spricht von früher, als hätte es damals nur richtig oder falsch gegeben. Karins Vater verzweifelt am Stillstand, weil sich nichts im Familienleben ändert und er auf Bauteile für seinen Škoda kaum zu hoffen braucht. Seine Frau möchte nur noch raus aus der tristen Ehe und endlich in intellektuellen Kreisen leben. Sie hat Tränen im Auge, aber jammert nicht. Stattdessen wirft sie der Tochter vor, dass sie eigentlich immer eine ganz andere war. Dann knallt die Tür. Karin möchte das alles irgendwie packen. Sie will funktionieren, aber nicht zermahlen werden. Nur mit Marie kann sie darüber reden, dem einzigen Mädchen in der Klasse, das später nicht etwas machen, sondern etwas werden will. Weit weg von allem, als erste Frau auf dem Mond. Und Karin ist verliebt: in Paul. Von einem Kletterausflug kommt er nicht mehr zurück. Dann stehen eines Nachts zwei Männer vor Karins Tür und fordern sie auf, ins Auto zu steigen.

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»Tasmanien« erzählt die Geschichte eines Mannes, der die Kontrolle über die Welt verloren hat und nun auf der Suche nach seiner, nach unserer Zukunft ist. Paolo ist Anfang vierzig und italienischer Journalist und Romancier. Seine Ehe hat einen kritischen Punkt erreicht, als seine Frau beschließt, die Versuche der künstlichen Befruchtung einzustellen, und die beiden sich vom Lebenstraum eines gemeinsamen Kindes verabschieden müssen. Um seiner eigenen Krise zu entkommen, bricht Paolo zur Klimakonferenz nach Paris auf, tauscht sich mit einem Wolkenforscher über klimatische Phänomene aus, mit einer Kriegsreporterin über internationalen Terrorismus – er reist in zahlreiche Städte und Länder, nur um nicht zu Hause zu sein.

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Ein Sommer, eine Familie verteilt auf drei Länder. Die fünfzehnjährige Margarita verbringt die Ferien bei den Eltern ihrer Mutter in Chicago. Sie war noch im Kindergartenalter, als Mutter Marsha sie in Berlin beim Vater zurückließ. Weil sie es nicht mehr aushielt in Deutschland. Sie wollte nur noch weg, Inhalten hinterherjagen. Sie ist Linguistin. Margaritas Vater Avi leitet in einer Synagoge die Gebete. Ein Kinderleben später sollen sich Mutter und Tochter in Israel besser kennenlernen. Dort lebt die Selbstverwirklicherin seit kurzem. Avi wuchs in dem Land auf. Seine Tochter kann seinetwegen Hebräisch. Aber gleich bei der Ankunft in Tel Aviv geht etwas schief. Während Mutter und Tochter durchs Heilige Land reisen, bekommt der Vater weder Anrufe noch SMS. Wieder einmal sind alle Drei jeweils in ihrer Welt und mit der eigenen Wahrnehmung beschäftigt.
Die Berlinerin Dana Vowinckel studierte Linguistik und Literaturwissenschaft in Berlin, Toulouse und Cambridge. Auf Einladung der Kritikerin Mara Delius las 2021 beim Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis ein Kapitel aus ihrem Debüt »Gewässer im Ziplock« und wurde dafür mit dem Deutschlandfunk-Preis ausgezeichnet. Für ihre Erzählung »In my Jewish Bag« erhielt sie beim Wettbewerb »L’Chaim: Schreib zum jüdischen Leben in Deutschland!« den ersten Preis.

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Alles beginnt mit einem Gemälde, das Dora Judd an die Wand ihres Wohnzimmers hängt. Fünfzehn Sonnenblumen, wie sie van Gogh im warmen Licht von Südfrankreich malte. Schaut sie sich das Bild an, spürt sie, dass sie sich ihr Leben nie ausgesucht hätte. Nach ihrem Tod hält es Sohn Ellis in der Arbeitergegend nicht mehr aus. Er möchte nicht wie sein Vater das Leben am Fließband davonziehen sehen. Genau wie Michael. Aber der flog zuhause raus, nachdem ihn der Vater in Kleidern erwischte und verlangte, dass sich der Sohn solche Fantasien aus dem Kopf boxt. Als große Jungs lernen sie sich bei Ladenbesitzerin Mable kennen. Dass Michael schwul ist, spielt für Ellis keine Rolle. Sie arbeiten zusammen und sehnen sich nach der Wärme und dem Licht Südfrankreichs. Sie haben Doppeldates mit Mädchen, küssen sie, bringen sie zum Bus und landen danach miteinander im Bett. Mit 25 trifft Ellis beim Ausliefern auf die dreißigjährige Annie und verliebt sich in sie. Seine Gefühle für den besten Freund und Annie überlagern sich. Sie geben sich Raum, respektieren und lieben sich. Aber könnte aus dem Dreieck könnte auch ein Viereck werden? Das fragten wir Sarah Winman im Interview für unser Geistesblüten Magazin No. 20.

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Gerade dröhnen aus den Autos noch die Bässe. Die Männer wollen wie Travolta aussehen. Die Frauen wollen tanzen. Als auf einmal im Sommer 1977 in New York die Lichter ausgehen. Kein Strom mehr. Blackout! Läden werden geplündert. Was eben noch in Eistruhen steckte, wird auf der Straße verteilt. Kinder freuen sich die unerwartete Extraportion Eis. Erst vor ein paar Tagen hat sich Rico beim Pizza austragen in Juliette verliebt. Die kleine Darling wartet auf mehr als ein Wunder. David läuft die Zeit davon und ein Serienmörder, der sich Son of Sam nennt, schreibt einen Leserbrief, dass all das erst der Anfang ist. Es würde uns nicht wundern, sollte die New Yorkerin Syd Atlas den Pizzaboy Rico aus dem Roman kennen. »It´s Filmstoff für die Leselampe!«

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Für seine Sitcom »How I Met Your Mother« hat Drehbuchautor Carter Bays Preise abgeräumt. Seit Februar läuft das Sequel »How I Met Your Father« im deutschen Fernsehen. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Kalifornien. Menschen, die immer ihr Handy auf Tasche haben, gehen ihm auf den Keks. Seine Alice Quick im Roman ist so eine. Sie wäre wahrscheinlich schon weiter in ihrer Karriere und Lebensplanung, würde sie nicht immer am Smartphone kleben und Infos erst kapieren, wenn sie auf ihrem Display aufpoppen. Ohne das Ding hätte sie längst kapiert, dass ihre Mitbewohnerin ihren Freund bei sich haben möchte und an Nestbau denkt. Pech für Alice. Von jetzt auf gleich braucht sie eine neue Bleibe. Wo sie doch eh schon zu blockiert ist, um endlich den Test fürs Medizinstudium zu machen. Und schon vibriert´s bei ihr. Ihre neue Mitbewohnerin braucht sie als Bodyguard für ein Tinder-Date. Und pling….ihr Bruder will Buddhist werden…und pling…meldet sich ein User mit Profilnamen FlanellPyjama…und pling….oh, jetzt wird´s privat

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Als ABBA Ende 2021 nach einer Pause von vierzig Jahren ein neues Album herausbrachte, konnten sich auch Konrad und Paul kaum halten. Ralf König wollte den hitverdächtigen Moment seines mitreißenden Pärchens in wenigen Comicstrips zelebrieren. Aber dann poppten immer mehr Bilder auf. »Gimme! Gimme! Gimme!« schrie die filzstiftschwingende »Dancing Queen«. Seine »Angleeyes« weit aufgerissen schickte er ein Stoßgebet gen Himmel »Lay All Your Love On Me«. Von wegen »Hasta Mañana«. Aufgeschoben hat er nichts. Es floss und floss. »Voulez-Vous«? Was sich zwischen seinen Buchschenkeln abspielt, macht einfach gut Laune. »Does Your Mother Know«? ABBA HALLO! Ein Interview mit »Super Trouper-Ralf« führten wir für unser Geistesblüten Magazin No. 20!

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YES!!! Von Auge zu Auge…das ist Fran Lebowitz! In New York erkennt sie jeder. Zu Halloween wollen Mädels und immer mehr Jungs wie sie sein. Wie sie aussehen. Durch Martin Scorseses Netflix-Serie »Pretend It’s a City« wurde sie weltweit bekannt. Ihr Kolumnenband »New York und der Rest der Welt« war in den USA ein Bestseller, wurde jüngst in zehn Sprachen übersetzt und ist auch in Deutschland ein großer Erfolg. Das erste Mal auf Deutsch lässt sie jetzt ihre Pandas los. Mr. Chas und Lisa Sue können es kaum glauben, als sie in ihrem New Yorker Apartmenthaus die Bären durch den Flur flitzen sehen. Natürlich darf das keiner wissen. Um das Haus zu verlassen, müssen die Pandas als Hunde verkleidet werden. Ralf König hat sich für die „Bärennummer“ ein liebevolles Cover ausgedacht.

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Für die raue Welt des Arbeiterviertels im Glasgow der 90er Jahre hat der 15jährige Mungo irgendwie zu wenig Fell auf den Rippen. Kein Wunder, dass er herumgeschubst wird. Seine Sein Bruder Hamish, berüchtigter Anführer, will ihn endlich zum richtigen Mann machen und schleift ihn zu den brutalen Kämpfen zwischen Protestanten und Katholiken – nur wer hart genug ist, kann hier überleben. Dann trifft Mungo auf James. Der züchtet Tauben und mit ihm kann er sein, wie er ist. Zum Beispiel zum ersten Mal verliebt. Ein Glück, das Mungo auch nicht mit seiner Schwester Jodie teilen kann, mit der er doch sonst alles teilt. Und mit Maureen schon gar nicht, ihr Mutterinstinkt riecht meist nach Alkohol. Eigentlich kann er nur James vertrauen. Die Liebe, die zwischen den Jungen wächst, ist vielleicht lebensgefährlich – zugleich aber auch ihre Rettung.

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Schon zuhause angerufen? Und mal gehört, was so los ist? Ob alles läuft? Mama!!! Arielle war noch sehr klein, als ihre Mutter verschwand. Damals musste sie zur Oma, die sich nicht für sie interessiert hat. Sie hat sich nicht gekümmert, nichts erklärt. Alles, was für Oma zählte, waren ihre Nacktkatzen und Kakteen.
Arielle Freytag, Anfang dreißig, hat es eigentlich geschafft: Raus aus prekären Essener Stadtteil Katernberg verdient sie als Social-Media-Managerin in Düsseldorf mittlerweile viel Geld. Bis eine Depression sie aus der Bahn wirft und für eine Weile in die «Klapse» bringt. Kaum wieder zu Hause klingelt das Telefon. Nach 12 Jahren soll sie zurück nach Katernberg kommen. Dort werden seit ein paar Tagen zwei Mädchen vermisst. Keine der beiden sieht auf den Vernisstenplakaten aus, als hätten sie gefeierte Geigenspielerinnen werden können. So etwas passiert allenfalls in einer klassenlosen Gesellschaft – aber die bekanntlich ein Märchen.

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Moment mal! Den Schriftsteller Arthur Weniger kennen wir doch? Vor fünf Jahren schickten Sie ihn auf einen Selbsterkundungstrip. Seine Karriere blinkte in weiter Ferne. Zu Literaturveranstaltungen wird er immer nur als ›Plus Eins‹ eingeladen. Das mögen Single-Gäste bei traditionellen Hochzeiten reizend finden. Holt dich aber die Verlagsbranche als Anhängsel dazu, weil dein Ex ein prominenter Dichter ist, bleib in Buffetnähe oder stecke dir die dickste Socke in die Hose. Arthurs Taktik ist eine andere. Er denkt, er weiß es besser und macht sich jedes Mal unfreiwillig zum Affen. Vollkommen egal, was für ein Vortrag wo auch immer auf der Welt stattfindet, er fährt hin. Hauptsache die Termine lenken ihn von den Hochzeitsplänen seines Ex-Lovers Freddy ab. Hochgradig eitel und schwer enttäuscht von sich selbst stürzt sich Arthur von einer hoffnungslosen Affäre in die nächste.
Für diesen schrägen Selbstfindungstrip wurden Andrew Sean Greer mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet.
Ist doch klar, dass »Pulitzer-Andrew« solch ein illustres Personal nicht ausgestellt auf einem Sockel einstauben lässt. Die müssen (im wahrsten Sinne des Wortes“ raus in die Welt. Mittlerweiler ist Arthur Anfang 50. Er ist weiß, privilegiert, wird überall hin zu Voträgen eingeladen. Sein Lebenspartner Freddy Pelu geht auf die 40 zu. Vor etwa neun Jahren wurden sie beiläufig ein Paar. Aber wenn sie nicht binnen eines Monats ihre Mietrückstände für ihr Seit »Einzimmer-Bungalow in San Francisco zahlen, stehen sie auf der Straße. Midlife-Crisis ade. Jetzt kommt der Ritt auf der Achterbahn.
Was Pulitzer-Gewinner mitunter erleben, erzählt Andrew Sean Greer im Interview im Geistesblüten Magazin No. 20.

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Als der jüdische Opernregisseur Barrie Kosky 2018 am Brandenburger Tor Leute fragte, ob sie einen Juden kennen, hörte er nur: »Nein!« »Ich nicht!« »No!« Er war entsetzt und fragte sich: »Wo bin ich denn hier gelandet?« Birgit Lahann hat als Journalistin viele jüdische Künstlerinnen und Künstler getroffen. Sie hat ihnen zugehört, auch Kosky, und ihre Begegnungen aufgezeichnet. Herausgekommen ist dabei ein Buch voller turbulenter Lebensgeschichten. Dass sie uns teilhaben lässt, an all dem Witz, der Freude und den entstandenen Freundschaften, ist ein großes Glück.

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Von der Königin der Nacht bis Lulu

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Kaum kam Barrie Kosky in Melbourne zur Welt, besuchte der Duke of Edinburgh Australien. Ob der Prinzgemahl der britischen Königin ahnte, dass gerade einer der gefragtesten Opernregisseure der Welt geschlüpft war, ist nicht verbrieft. Sicher ist, dass Kosky von 2012 bis 2022 Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin war. Engagements führten ihn u. a. ans Royal Opera House, Covent Garden, an die Wiener Staatsoper, die Pariser Oper, zu den Salzburger sowie den Bayreuther Festspielen. 2016, am Ende seiner ersten Spielzeit an der Komischen Oper Berlin wurde das Haus in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt zum Opernhaus des Jahres gewählt und er zum Regisseur des Jahres ernannt. 2014 erhielt er den International Opera Award als Regisseur des Jahres.
In seinem Memoir »Und Vorhang auf, hallo!« tanzt er Seite an Seite durch sein Leben mit sieben Frauen, die jede auf ihre Weise an seinen Knöpfen drehten. Dabei wurde es jedes Mal lauter, bunter, internationaler, so sogar muppetesker. Müsste er selbst die beiden größten Einflüsse auf seine Arbeit benennen, wären es wohl die Muppets und Franz Kafka. Kosky ist der erste jüdische Regisseur, der in Bayreuth Wagner inszenierte, hatte immer ein enges Verhältnis zu seiner Opern liebenden Oma Magda Löwy und hat für die Komische Oper verschollene Kronjuwelen zum Funkeln gebracht.
Seine signierten Anekdoten gibt es in den Geistesblüten.

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EMPFEHLUNG

Erich Maria Remarque hätte „Durch das große Feuer“ verschlungen! Wie in seinem Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ sind auch die „Schuljungs“ bei Alice Winn anfangs ganz begeistert vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs. In einem Elite-Internat auf dem englischen Land feiern die Jungs ihre Klassenkameraden, die sich freiwillig meldeten, als Helden. Aber dann werden die Nachrichten von der Front immer dunkler. Mittendrin die besten Freunde Henry Gaunt, der mal Heinrich hieß, und Sidney Ellwood, ein Schöngeist mit Ambitionen mal ein namhafter Dichter oder Schriftssteller zu werden. Sie raufen, sie haben Geheimnisse, aber trauen sich nicht dem jeweils anderen zu sagen, dass sie mehr fühlen. Denn das ist gefährlich und wurde 1914 hart bestraft. Als sich die beiden schließlich nacheinander bei der britischen Armee melden, holt die Realität des Krieges sie schnell ein – und verändert das Leben und die Freundschaft der beiden Männer auf unvorhersehbare Weise.
Im Interview im Geistesblüten Magazin No. 20 erzählt Alice Winn: »The novel begins in 1914, nineteen years after Oscar Wilde was sentenced to hard labour for indecency (a.k.a. homosexuality). It is my impression that Wilde’s incredibly public trial made people more fearful of homosexuality than they had been in the high Victorian period because it was more visible. Gaunt and Ellwood are thus obliged to navigate their sexuality at a time when the world was incredibly hostile towards to homosexuality. However, there was a strange exception when it came to experimenting within an all-boys boarding school – not that anyone would say so outright.«

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