»Schattennummer«
»Schattennummer«Thomas Pynchon
Schon der erste Satz sitzt: Wenn Ärger in die Stadt kommt, nimmt er meist die North-Shore-Linie. Damit ist der Ton gesetzt – rau, filmisch, abgründig komisch. In »Schattennummer« schickt Thomas Pynchon seinen Detektiv Hicks McTaggart durch das Jahr 1932: von Chicago nach Milwaukee, von Schmugglerkneipen über Swingclubs bis ins faschistisch aufgeladene Europa.
Was als klassische Detektivgeschichte beginnt – die Suche nach der verschwundenen Tochter eines Käsebarons – explodiert bald in ein paranoides, aber funkelndes Chaos aus Spionage, U-Booten, Paraphysik und Jazz. Pynchon bleibt der Meister der Unübersichtlichkeit, ein Chronist der Entropie, der inmitten des Irrsinns die Gegenwart spiegelt: eine Welt, in der Macht offen agiert und Wahrheit keine Tiefe mehr hat.
Die Übersetzung von Stingl und van Gunsteren hält das irrwitzige Tempo glänzend durch. »Schattennummer« ist Pynchons zugänglichstes Buch seit Jahren – wild, klug, bitterkomisch.
Fazit: Eine Spionagegeschichte als Spiegel unserer Zeit. Lesen. Unbedingt.
1catchJahrbuchfotohttps://geistesblueten.buchkatalog.de/schattennummer-9783498008222booksZum Buch von ...Thomas Pynchon»Schattennummer«https://geistesblueten.buchkatalog.de/schattennummer-9783498008222https://geistesblueten.com/wp-content/uploads/2023/11/Schattennummer.jpg